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Plastikfasten
Plastikfasten leichtgemacht

ecowoman Plastikfasten – zero Waste als Fastenziel

Fast schon inflationär wird das Thema Plastikmüll in der Presse gehypt. Besonders nach dem World Economic Forum in Davos und dem medienwirksamen Auftreten der Greta Thunberg mit den drastischen Worten „Ich will, dass Ihr Panik bekommt“, wird das Thema so heiß debattiert wie noch nie. Auch bei uns schon seit Jahren verfolgt, besprochen und diskutiert. Doch was hat sich in den vergangenen Monaten groß verändert?

Deutschland ist weiterhin Europameister bei Verpackungsmüll, wir exportieren so viel Plastikmüll nach Indien und Indonesien wie noch nie und in Berlin werden noch immer täglich 650.000 Coffee-to-go-Becher weggeschmissen. Die Meere sind vermüllt und verdreckt, so dass zig Tausend Meerestiere elendlich sterben müssen. Manche bekannten Sportartikel- oder Strumpfhersteller setzen mittlerweile werbewirksam auf Materialien, die aus Meeresplastikmüll hergestellt werden.

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Leider sind die Herstellungsverfahren oft noch sehr kostspielig, so dass die Produkte im Handel nur einigen Konsumenten vorenthalten sind. Wer den Kampf gegen den Plastikwahn mit der Politik der kleinen Schritte entgegen möchte, der kann sich unserer diesjährigen Fastenkampagne #plastikfasten anschließen. Wie das geht erklären wir hier.

Den Alltag ohne Plastik meistern

Ihren Ursprung hat die Fastenzeit in der Religion. Mit Abnehmen hatte das nicht viel zu tun, eher mit Verzichten. Ob im Christentum, im Islam oder bei Juden, Buddhisten und Hinduisten – im Fasten richten wir den Blick nach innen, reinigen den Körper und erlangen im Verzicht neue Kraft und Disziplin. In der christlichen Welt beginnt die Fastenzeit in der Nacht von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch und endet nach 40 Tagen in der Osternacht. Nachdem wir im letzten Jahr Digitales Fasten ausprobiert haben, möchte ich mich dieses Jahr auf #plastikfasten konzentrieren.

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema, tausche mich mit Plastikaktivisten wie z.B. Steffi Schroeter aus, lese interessante Eigenversuche wie z.B. von Anneliese Bunk oder von Nadine Schubert, der Autorin des Buches „Besser leben ohne Plastik“.

Von 100 auf #zerowaste?

Ich scanne alle Plastikquellen im Haushalt und prüfe, welche ich ersetzen oder wegfallen lassen könnte. Natürlich habe ich auch akribisch den Inhalt meines gelben Sackes analysiert. Einmal in der Woche kommt dieser prall gefüllt mit Plastikverpackungen, Verpackungen von Wasch-, Spül- und Putzmitteln, Folien, Joghurt- und Sahnebechern, Milchtüten und Plastikdreck daher und will in der gelben Tonne entsorgt werden. Wie also kann ich von 100 auf #zerowaste kommen?

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Neues Einkaufs- und Konsumverhalten

Plastikfasten – Einkaufen ohne Plastik

Stofftaschen statt Plastiktüten

Als erstes habe ich mir einen Joghurtzubereiter angeschafft und kaufe Milch nur noch in Flaschen, meistens auf dem Wochenmarkt vom regionalen Bio-Milchbauern. Zum Markt gehe ich natürlich zu Fuß, selbstredend. Mein Gemüse kaufe ich schon seit Jahren beim Bio-Bauern, hier entfällt schon mal Verpackungsplastik. Für meine #plastikfastenzeit werde ich konsequent nur noch beim ortsansässigen Metzger Wurst, Käse und Fleisch einkaufen, das in Papier eingepackt ist und völlig ohne Plastik transportiert wird. Mehl, Getreide und Hülsenfrüchte besorge ich in der Mehlmanufaktur Louis, allerdings ist das rund 50 Km von meinem Wohnort entfernt. Die Fahrt dorthin muss ich also mit anderen sinnvollen Terminen koppeln, heißt, ich muss gut und sorgfältig sowohl meine Nahrungsmittel als auch die Termine koordinieren. Auch das ist mit ein bisschen Übung drin. Dann werde ich mir den unverpackt Laden in Karlsruhe anschauen und prüfen, was ich dort ohne Plastikverpackung einkaufen kann. Allerdings ist auch dieser Einkauf wieder mit Autofahren (70 Km) verbunden. Zuhause kann ich alles zu Fuß einkaufen, also was ist ökologischer? Das ist sowieso eine Frage, die sich sehr oft stellt und uns zum Nachdenken und Abwägen von nachhaltigen Konsumentenentscheidungen führt. Meine Empfehlung? Der gesunde Menschenverstand ist oft nicht verkehrt bei diesen Entscheidungskämpfen. Noch habe ich etwas Zeit, um mich auf meine #plastikfastenwochen vorzubereiten.

#ecowomanplastikfasten – bist Du dabei?

ecowomanplastikfasten – sei dabei!

Sei dabei beim #ecowomanplastikfasten

Wir würden Euch gerne dazu bewegen, ein paar Schritte für die Umwelt und gegen den Plastikmüllwahn zu unternehmen. Schließt euch unserer Kampagne #ecowomanplastikfasten an, teilt unsere Beiträge dazu auf Facebook, bringt Freunde, Familie oder Kollegen dazu, sich der Bewegung anzuschließen. 

Wir von ecowoman wollen dieses Jahr ganz aktiv und mit der Unterstützung weiterer Projekte ganz massiv gegen Plastikmüll antreten und diesen bekämpfen. Mit „Bye bye Plastik“, hat Steffi Schroeter eine tolle Kampagne auf der dänischen Insel Bornholm gestartet. Sie beschäftigt sich als Autorin (Die Weisheit der Wale) sehr viel mit Walen, lebt direkt am Meer und wollte einfach nicht mehr tatenlos zusehen, wie die Weltmeere im Plastik ertrinken und jährlich über 500.000 Meeressäugern aufgrund von Plastik sterben. Sie säubert den Meeresstrand vor Ort und initiiert den Einzelhandel, auf Einweg-Plastik zu verzichten. Wer sich der Kampagne anschießt, bekommt einen Aufkleber „Bye Bye Plastik“, den er sich gut sichtbar ans Schaufenster hängen kann. Die Kampagne ist ein voller Erfolg auf der Insel und nun möchten wir zusammen mit Steffi und Euch die Kampagne nach Deutschland bringen. Die ersten Gemeinden haben sich der Bewegung schon angeschlossen. Wenn auch ihr eure Gemeinde, Dorf oder Stadt an der Aktion beteiligen wollt, dann schreibt an steffischroeter@hotmail.com

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Und hier kommen noch weitere Tipps, wie ihr Plastikmüll während der Fastenzeit (und danach) vermeiden können:

Einkauf auf dem Wochenmarkt

Sag nein zu Plastikstrohhalmen, Plastik-Einwegbesteck und –tellern, zu Coffee-to-go-Bechern und in Plastik verpackten Lebensmittel. Ersetze diese durch mitgebrachte Produkte, das funktioniert auch mit dem eigenem Coffee-to-go-Becher. Kaufe lieber unverpackte Produkte oder Bio-Produkte beim regionalen Produzenten, der sein Obst und Gemüse nicht unnötig in Plastik erstickt. Suche den nächst gelegenen Unverpacktladen und kaufe lieber dort ein. Einkäufe beim Direktversorger und auf dem Wochenmarkt sind nicht nur eine schöne Abwechslung zum Konsumrausch im Supermarkt, es lädt auch zum Gespräch mit dem Produzenten ein. So erfährst Du genau, wie die eingekauften Produkte entstanden sind und welche Herstellungskriterien der Produzent beachtet. Zugleich achtest Du auf saisonale Produkte, denn nur diese werden in der Regel angeboten. Und natürlich gehst Du mit dem Einkaufskorb oder der Baumwolltasche einkaufen, das versteht sich von selbst. Am besten noch Ersatztaschen im Auto lagern.

Versuche die 40 Tage Fastenchallenge gemeinsam mit uns durchzuhalten. Wenn Du dabei bist, schreibe uns mit dem hashtag #ecowomanplastikfasten

Buchempfehlungen:

 

Weitere Tipps:

Quellen:, Bilder: Unsplash/Ehud Neuhaus, Alina Kovalchuk, Ryan Christodoulou, Sylvie Tittel; Depositphotos/Vadymvdrobot, bnenin; Text: Ulrike Stöckle

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