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Waschen ohne Waschmittel? So geht’s!
Umweltschonend Waschen

Waschen ohne Waschmittel? So geht’s!

Sie sind teuer, belasten die Umwelt und sorgen zunehmend für Allergien. Die Rede ist von Waschmitteln. Ihre Lauge wird nach jedem Waschgang ins Abwasser gespült und kann im Klärwerk häufig nicht vollständig neutralisiert werden. Die Folge: belastete Gewässer und Böden. Doch es gibt Möglichkeiten auch ohne Waschmittel zu waschen. Wie das geht, erfährst du hier!

In deutschen Haushalten werden pro Woche und Person durchschnittlich 4 kg Wäsche gewaschen. Das macht einen jährlichen Verbrauch von insgesamt 600.000 Tonnen Waschmittel, ca. 6 Milliarden Kilowattstunden Strom und etwa 330 Millionen Kubikmeter Wasser.

Dass diese enormen Mengen an Waschmittel eine Belastung für Flüsse und andere Gewässer darstellen, dürfte wohl jedem bewusst sein. Vor allem Perborate, aus denen letztlich Borsalze entstehen, sowie optische Aufheller, petrochemische Tenside, gentechnisch behandelte Enzyme und waschaktive Alkylbenzolsulfonate können auch durch modernste Kläranlagen nicht restlos abgebaut werden. Über den Klärschlamm gelangen sie auf die Felder der Bauern, wo sie die Giftwirkung von Pestiziden sogar noch verstärken können. Und auch in unserem Trinkwasser konnten gesundheitsgefährdende Tenside bereits nachgewiesen werden. Um die Umwelt zu entlasten und unsere Gesundheit zu schützen, ist es daher ratsam Waschmittel mit biologisch abbaubaren Tensiden - oder besser noch: gar keine Waschmittel zu verwenden.

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Der Waschball - eine der Waschalternativen

Waschen geht auch ohne Waschmittel - z.B. mit dem Waschball

Welche Waschalternativen gibt es?

Neben Waschnüssen, Kastanien, Efeu, Asche und Kernseife werden biologische Waschbälle immer beliebter. Bei einem Waschball handelt es sich um einen Ball aus biologisch abbaubaren Kunststoff, der die Wäsche auf natürliche Weise saubermachen soll. Ein Waschball soll Waschmittel überflüssig machen, eine antibakterielle Wirkung haben, besonders hautfreundlich sein, die Umwelt schonen, Wasser, Strom und Geld sparen und zudem noch Gerüche beseitigen. Strom- und Wasserkosten sollen vor allem dadurch reduziert werden, dass sich die volle Waschkraft schon bei niedrigen Temperaturen von 30 bis 40°C einstellt.      

Waschball

Wie funktioniert ein Waschball?

Funktioniert das wirklich? Um diese Frage beantworten zu können, werfen wir zuerst einen Blick in das Innere eines Waschballs. Dort ist eine Mineralfluridlösung zu sehen - das sind kleine Keramikkugeln, die mehr als 80 Arten natürlicher Mineralien enthalten und durch Reibung ionisierend wirken. Dadurch wird das Wasser aufgeweicht und der Schmutz von der Wäsche gelöst. Ähnlich eines Waschbretts trägt zudem die mechanische Reibung des Balls an der Wäsche zu dessen Reinigungskraft bei.

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Lohnt sich ein Waschball?

Die biologischen Waschbälle gibt es von unterschiedlichen Herstellen zu einem Preis von 25 bis 45 €. Die Hersteller geben eine Garantie von 1000 Waschgängen bzw. drei Jahren an.

Doch der Waschball wird kontrovers diskutiert. Während die einen ihn lieben, sind andere von seiner Wirkung nicht zu hundert Prozent überzeugt. Erfahrungsberichte zeigen, dass der Waschball mit kleineren alltäglichen Verschmutzungen gut fertig wird, während bei hartnäckigen Flecken das Zuführen einer kleinen Dosis Waschmittel hilfreich sein kann. Ungewohnt ist auch die Tatsache, dass der Waschball keine Duftstoffe an die Wäsche abgibt, was für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien jedoch von Vorteil ist.

Alles in allem hat der biologische Waschball das Potential, Wäschewaschen ein Stückchen umweltfreundlicher zu machen.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/lightpoet, sbotas, elaplan, Text: Meike Riebe