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Öko-Strom-Tarife sind nicht nur für die Umwelt gut, denn der Verbraucher spart.

Öko-Strom: Wechseln und sparen mit gutem Gewissen

Nicht erst seit der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima sind «grüne Alternativen» bei der Stromanbieterwahl im Trend. Spätestens seit der Atomdebatte ist das Interesse der Verbraucher an Ökostrom sprunghaft angestiegen. Viele Anbieter von Öko-Strom sind sogar billiger als der bisherige Anbieter.

Ein Blick auf Vergleichsportale lohnt, denn der Wechsel zu Ökostrom lohnt sich nicht nur für die Umwelt und das Klima, sondern auch noch finanziell. «Hinsichtlich der Strompreisentwicklung geht das gängige Klischee von ‚öko gleich teuer' vielerorts weit an der Wirklichkeit vorbei», erklärt Daniel Dodt vom unabhängigen Verbraucherportal toptarif.de. Um zu zeigen, wie hoch die tatsächlichen Einsparpotentiale bei der Umstellung auf Ökostrom sind, haben die Experten von toptarif.de die Strompreise für einen vierköpfigen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom in den 100 größten deutschen Städten verglichen. Dabei wurden die Tarife der lokalen Versorgungsunternehmens abgefragt und mit den jeweils drei günstigsten Ökostromangeboten mit den Qualitätssiegeln von TÜV, ok-power und Grüner Strom Label verglichen.

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Großes Einsparpotential: Öko-Strom vs. Grundversorger

Im Ergebnis der Untersuchung zeigte sich, dass gerade Verbraucher, die noch nie einen Anbieter- oder Tarifwechsel vollzogen haben, über ein enormes Sparpotential verfügen. Nach Angaben der Untersuchung der Bundesnetzagentur, «Markt und Wettbewerb Energie Kennzahlen 2010», beziehen nahezu 45 Prozent der deutschen Haushalte ihren Strom vom meist teuren Grundversorger. In den 100 größten Städten kosten die gesetzlichen Basistarife für den durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt im Mittel 1.023 Euro pro Jahr. Etwas preiswerter wird es bereits, wenn die Entscheidung auf einen der angebotenen Wahltarife des örtlichen Anbieters fällt. Mit diesen Tarifen lassen sich die jährlichen Strom-Kosten im Schnitt auf 946 Euro senken.

Deutlich attraktiver ist der Wechsel auf Ökostromprodukte mit einem TÜV-Siegel. Im Mittel rangieren die Preise der jeweils drei günstigsten Ökostrom-Anbieter bei 835 Euro im Jahr, also rund 188 Euro unter den gesetzlichen Basistarifen und etwa 111 Euro unter den günstigsten Wahlangeboten der örtlichen Stromversorger.


Strom aus erneuerbaren Energien ist umweltfreundlicher und spart langfristig Kosten.

Strom aus erneuerbaren Energien ist umweltfreundlicher und spart langfristig Kosten.

«Bei Ökostromprodukten mit einem TÜV-Siegel sollten Verbraucher allerdings genau auf die Inhalte des ausgestellten Zertifikats achten, da es zwischen den einzelnen Angeboten große Qualitätsunterschiede gibt», macht Dodt deutlich. Zum einen erfolgt die Zertifizierung bei den TÜV-Gesellschaften nicht nach einheitlichen Kriterienkatalogen. Ein Beispiel: Während der TÜV NORD mit der VdTÜV-Basisrichtlinie für Ökostromprodukte arbeitet, hat der TÜV SÜD gleich mehrere eigene Kriterienkataloge erstellt. Darüber hinaus weist ebenso der Umfang der ausgestellten Zertifikate große Unterschiede auf. Auf der einen Seite werden lediglich recht allgemeine und zurückhaltende Mindeststandards festgeschrieben, auf der anderen Seite aber auch hohe Ziele und Anforderungen, auf die sich bekannte Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy oder die ElektrizitätsWerke Schönau verpflichten lassen.

Geringere Kosten dank hochwertigem Öko-Strom

Wesentlich klarer sind die Anforderungen an den Stromproduzent von den Qualitätssiegeln Grüner Strom und ok-power, die im Hinblick auf den tatsächlichen Ausbau der erneuerbaren Energien von Experten und Verbraucherschützern am häufigsten empfohlen werden. «Selbst Angebote mit entsprechend hochwertigen Qualitätssiegeln können die Preise der Grundversorger vielerorts unterbieten», so Dodt.

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Im Großstädtevergleich verlangen die jeweils günstigsten drei Anbieter mit einem ok-power Label durchschnittlich 911 Euro im Jahr, die jeweils günstigsten drei Anbieter mit einem Grüner Strom Label 987 Euro. Damit werden die örtlichen Grundversorgungstarife um 112 Euro - ok-power - bzw. 36 Euro - Grüner Strom Label - unterboten. In 78 der 100 getesteten Städte lässt sich beim Umstieg auf Produkte mit einem ok-power Label auch dann sparen, wenn man diese mit den günstigsten Wahltarifen der jeweiligen Lokalversorger vergleicht. Bei Produkten mit einem Grüner Strom Label ist die Umstellung auf Ökostrom immerhin in 26 Prozent der untersuchten Fälle mit konkreten Kosteneinsparungen verbunden.

Auf regionale Preisunterschiede achten

Aufgrund der regionalen Preisunterschiede kann das Einsparpotential mit dem Wechsel zu Ökostrom für viele Verbraucher aber noch deutlich höher ausfallen. So lassen sich durch einen Wechsel aus der Grundversorgung zu Ökostrom-Tarifen mit hochwertigem Qualitätssiegel in 18 von 100 getesteten Städten jährlich mehr als 150 Euro sparen, unter anderem in Stuttgart, Nürnberg und Karlsruhe. In der Spitze sind, wie das Beispiel Pforzheim zeigt, sogar Kostenreduzierungen von 200 Euro und mehr im Jahr möglich. Nutzt der Verbraucher zudem auch noch die günstigen Öko-Gas Angebote, dann läßt sich allein durch den umweltbewussten Anbieterwechsel richtig viel Geld im Haushaltsbudget sparen.

Durch Verbraucherportale wie toptarif.de oder verivox.de können sich Verbraucher schnell und unkompliziert über neutral über alle angebotenen Ökostrom-Alternativen in ihrer Region informieren und kostenlos zu günstigeren Ökostrom-Anbietern wechseln.


Quelle: toptarif.de, Text: Jürgen Rösemeier