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Zuckeralternative Kokoszucker
Kokosblütenzucker

Süßer Genuss ohne Heißhungerattacken

Der gute alte Haushaltszucker ist schwer in Verruf geraten. Er enthält keine Nährstoffe, macht dick und süchtig. Eindeutig: Alternativen müssen her. Eine davon hat ecowoman mal genauer unter die Lupe genommen.

 Im Durchschnitt isst jeder Deutsche rund 3 Kilogramm Zucker im Monat, umgerechnet also etwa 100 Gramm pro Tag. Das ist eine ganze Menge - die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt nur bei der Hälfte! Problematisch ist, dass wir häufig gar nicht merken, wie viel Zucker wir tatsächlich jeden Tag verspeisen, denn den Großteil nehmen wir über Fertigprodukte, Backwaren, Süßigkeiten oder Milchprodukte zu uns.

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Weißer Zucker macht dick und krank

Während andere lange Zeit als ungesund verschriene Lebensmittel und Nährstoffe wie gesättigte Fettsäuren dank neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sozusagen rehabilitiert wurden, hat der Zucker seinen schlechten Ruf offenbar zu Recht. Er enthält keinerlei Nährstoffe, ist schuld an Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und steigert das Krebsrisiko. Der Grund dafür ist sein hoher glykämischer Index (GI), der bei 56-75 liegt. Je höher dieser bei einem Lebensmittel ist, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an und desto härter muss der Körper arbeiten. Auf Dauer kann das zur Überlastung der Bauchspeicheldrüse und dementsprechend zu Diabetes Typ 2 führen.

Ein weiteres Problem ist, dass der Blutzuckerspiegel nach dem rapiden Anstieg auch sehr schnell wieder abfällt, was nicht lange nach dem Essen zu einem erneuten Hungergefühl führt. Somit isst man im Tagesverlauf automatisch mehr und die Gewichtszunahme ist vorprogrammiert. Ernährungsexperten empfehlen daher, so wenig Zucker wie nur irgend möglich zu sich zu nehmen, also Süßigkeiten durch Obst zu ersetzen und so oft es geht auf Fertigprodukte zu verzichten. Doch auch wer regelmäßig frisch kocht, sich an Gemüse und Vollkorngetreide satt isst  und regelmäßig Sport treibt, hat ab und zu Lust auf ein Stück Kuchen oder eine andere Nascherei.

Kokosblütenzucker: Gesündere Alternative?

In diesem Fall gibt es einige Alternativen, die im Vergleich zum Haushaltszucker besser abschneiden, was die gesundheitlichen Aspekte angeht. Die besten Werte unter ihnen hat eindeutig der Kokosblütenzucker. Er wird aus dem Nektar der Kokospalme gewonnen, die diesen übrigens über 70 Jahre hervorbringen kann. Das macht den exotischen Zucker zu einer an sich ressourcenschonenden  Angelegenheit – vorausgesetzt, man achtet beim Kauf auf eine ökologische Produktion. Denn ähnlich wie beim Palmöl gibt es nur wenige Hersteller, auf deren Kokosplantagen tatsächlich nachhaltige Standards gelten.

Kokospalmen als Zuckerspender

Die Kokospalmen können über 70 Jahre Nektar hervorbringen.

Auf die Qualität kommt es an

Vorsicht ist auch bei besonders günstigen Preisen geboten: Manchmal wird der Kokosblütenzucker mit herkömmlichen Zuckerarten gestreckt, um ihn billiger anbieten zu können. Vor dem Kauf sollte man also einige Nachforschungen anstellen und bereit sein, etwas mehr zu investieren, denn Kokosblütenzucker ist deutlich teurer als herkömmlicher Zucker.

Kokospalmblüte

Die Kokospalmenblüten enthalten nicht nur wertvollen Nektar, sondern sind auch noch schön anzusehen.

Besser für die Gesundheit

Dafür ist er aber auch besser für die Gesundheit, denn weil er nicht raffiniert wird, enthält er viele Vitamine und Mineralien. Sowohl Süßkraft als auch Kalorienzahl entsprechen in etwa denen von Haushaltszucker, weshalb die Menge beispielsweise in Backrezepten eins zu eins ersetzt werden kann. Sein glykämischer Index ist mit 32 allerdings sehr viel geringer. Damit ist er nicht nur für Diabetiker besonders gut geeignet, sondern hält auch länger satt und verursacht keine Heißhungerattacken. Anders als man vermuten könnte, schmeckt der Kokosblütennektar übrigens nicht nach Kokos, sondern hat einen angenehmen karamelligen Geschmack. Zu kaufen gibt es den exotischen Zucker in Bioqualität - z.B. von der fair produzierenden Marke Nusweet - im Bioladen, Reformhaus oder online.  

Glykämischer Index von Lebensmitteln – eine kleine Übersicht

Hoch (GI > 70)

   
Traubenzucker (Glukose) – 100 Pommes frites – 75
Baguette – 95 Kartoffelpüree – 85

Mittel (GI 55-70)

   
Zucker – 68 Cola – 63
Ananas – 59 Haferflocken – 55

Niedrig (GI < 55)

   
Vollkornbrot grob – 52 Apfel – 38
Möhren – 47 Erdnüsse – 14

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Quellen: NUSWEET, Bild: NUSWEET, depositphotos/magone, Text: Ronja Kieffer