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Ein Glas voll Cola vor einem Teller Pommes
Zucker, der süße Tod

Zucker, der süße Tod: Warum ist zu viel Zucker ungesund

Zucker kann tödlich sein! Und das Schlimmste: Jeden kann es treffen. Wo an Zucker die meisten Menschen sterben und was dahinter steckt.

Die schlechteste Nachricht vorweg: Im Jahre 2010 starben weltweit 184 000 Menschen an Drinks mit süßem Zucker. Laut Forscher können solche Drinks mehr Tode verursachen als Grippe.
Rein gesundheitlich betrachtet, braucht der Mensch Zucker, um den Körper mit Energie zu versorgen. Wer zum Beispiel lange nichts gegessen hat, kann in ein Zuckerloch fallen, was zu Schweißbildung und zittrigen Beinen führen kann. Ein Biss in eine Banane oder ein Butterbrot gibt wieder Power und der Blutzuckerspiegel steigt wieder. Also Zucker ist lebensnotwendig. ABER: Hier ist nicht der weiße Zucker gemeint, der sogenannte Industriezucker, der sich in Lebensmitteln wie süße Drinks versteckt. Dadurch ist uns gar nicht bewusst, welche Unmengen wir an dem industriell erzeugten Süßstoff zu uns nehmen.

Das süße Gift, vor allem in Softdrinks ist es stark vertreten.

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Vor allem in süße Drinks sind Unmengen an Zucker versteckt

Der durchschnittliche Konsum an Zucker liegt in Deutschland bei etwa 35 Kilogramm pro Jahr und Kopf. Besonders viel Zucker steckt in Marmelade, Nuss-Nougat-Creme und in Keksen. Auch Gummibärchen und Cornflakes geizen nicht mit der industriellen Süße. Aber wussten Sie auch, dass fertige Salate, Teigwaren und sogar Gurken im Glas Zuckerfallen sind? Ganz zu schweigen von Cola, wo in 200 ml verteilt sieben Stück Würfelzucker enthalten ist.

Erschreckend realistisch werden die Folgen von Zuckerdrinks im nachfolgenden Video beschrieben:

Weitere Zuckerknaller sind Ketchup, eingelegte Lebensmittel und unterschiedliche Fertigprodukte. Auch fertig zubereitete Salatdressings, Nudelsaucen und Kuchen geizen nicht mit den Kalorienbomben.

Übergewicht ist noch die harmloseste Nebenwirkung von Zucker

Zucker macht dick, träge, schadet den Zähnen und nagt an den Knochen. Übergewicht, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten sind die Folgen eines überhöhten Zuckerkonsums. In den USA wird intensiv gegen die Fettleibigkeit in der Bevölkerung gekämpft. Die medizinischen Kosten durch Übergewicht werden dort auf jährlich 147.000.000.000 US-Dollar geschätzt. Politiker sehen dies als eine massive Bedrohung an und planen eine Extrabesteuerung von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken. Im November 2014 stimmten die Bürger von Berkeley in Kalifornien mit eindeutiger Mehrheit für eine Ein-Cent-Steuer auf zuckerhaltige Getränke.

Die meisten Menschen sterben an Zucker in Lateinamerika

Die meisten Menschen sterben an Zucker in Lateinamerika und der Karibik. Mehr als 30 Prozent sind es alleine in Mexiko. Wobei es vor allem die armen Länder sind, wo 70,9 Prozent der Toten herstammen. Todesursache waren demnach die süßen Drinks wie gesüßte Sodas, Fruchtsäfte, Sport- und Energy-Drinks und gezuckerte Eistees. Alle diese Getränke waren Bestandteil einer Studie mit dem Ergebnis, dass diese Produkte für den Tod durch Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs verantwortlich waren.

Frau isst lieber Donut als Apfel

Man isst heute lieber Süßes als Obst und Gemüse.

Zucker-Gemeincode der Nahrungsmittel-Industrie

Wollen Sie sich vor dem Tod durch Zucker schützen, ist es notwendig, den süßen „Geheimcode“ der Lebensmittelproduzenten zu kennen. Denn auch wenn das Wort Zucker auf der Inhaltsliste fehlt, bedeutet dies nicht, dass kein Zucker darin enthalten ist. Das Onlineportal figurbetont.com hat sich die Mühe gemacht, aufzulisten, welche Begriffe als Zuckerzusatz zu erkennen sind: Dextrin, Dextrose, Dicksaft, Fruchtextrakt, Fruchtpürree, Fruchtsüße, Apfelsüße, Traubesüße, Fructose, Fructose-Glucose-Sirup, Fructose-Sirup, Gerstenmalz, Gerstenmalextrakt, Getrocknete Früchte, Rosinen, Getrockneter Glucosesirup, Glucose, Glucose-Fructose-Sirup, Glucosesirup, Honig, Inulin, Joghurtpulver, Karamellsirup, Konzentrierte Fruchtsäfte/ Fruchtsaftkonzentrate, Laktose, Magermilchpulver/ Vollmilchoulver, Maltodextrin, Maltose, Molkenerzeugnis/ Molkenpulver/ Süßmolkenpulver, Oligofructose/ Raffinose, Oligofructosesirup, Polydextrose, Saccharose, Weizendextrin.

Sie glauben „zuckerfrei“ bedeutet kein Zucker? Dann lesen Sie weiter

Selbst Begrifflichkeiten wie Zuckerfrei oder zuckerreduziert sind irreführend. Erst genannter Hinweis kann trotzdem bis zu 0,5 Prozent Zucker enthalten und zuckerreduziert kann bedeuten, dass der Zucker durch andere Zuckerarten ersetzt wurde. Das gilt übrigens auch für einige Produkte, die uns mit fetten Überschriften „fettarm“ suggerieren, dass sie Kalorien reduziert seien. Der Blick auf die Kalorienangaben deckt aber eine andere Wahrheit auf. Der darin enthalten Zucker treibt das Dickwerden in die Höhe. Und Zucker kann sogar süchtig machen. Wie das Internetprotal zentrum-der-gesundheit.de berichtet, zeigt die Studie der American College of Neuropsychopharmarcology, dass Zucker im Gehirn eine ähnliche Reaktion erzeugt, wie Morphine, Kokain und Nikotin. Es löst ein Suchtverhalten aus.

Eine Frau spritzt sich Insulin

Die Folgen unseres wahnsinnigen Zuckerkonsums, in diesem Falle: Diabetes.

Es geht auch ohne Zucker. Die besten Alternativen

Die Verwendung von natürlichen Süßungsmitteln wie Honig oder Stevia in Bio-Qualität ist der sicherste Weg, um der krank machenden Zuckerfalle zu entgehen. Aber auch Fruchtsüße aus Obst schadet dem Körper nicht. Nahrungsmittel mit Rohrohzucker oder Rübenzucker nur in Maßen. Denn auch natürlicher Zucker ist eine Kalorienbombe und kann Karies verursachen.

So viel Zucker steckt in unseren Lebensmitteln:

Lebensmittel in Deutschland - Zuckeranteil ausgewählter Produkte 2013    
Zuckeranteil in ausgewählten Lebensmitteln im deutschen Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2013    
  Daten  
Erdbeer-Konfitüre Extra, Schwartau (340g/ 199g) 59 in %
Nutella, Ferrero (450g/252g) 56 in %
ABC Russisch Brot, Bahlsen (120g/ 61g) 51 in %
Gummibärchen, Haribo (200g/ 91g) 46 in %
Frosties, Kellog Company (375g/ 139g) 37 in %
Knorr Fix Chili con Carne, Knorr (37g/12g) 32 in %
Curry Gewürz Ketchup Delikat, Hela (465g/ 140g) 30 in %
Dosen-Aprikosen, Del Monte (420g/ 78g) 19 in %
Uncle Ben's Süss-Sauer, Mars (400g/ 66g) 17 in %
Feine Gürkchen, Kühne (530g/ 69g) 13 in %
Fruchtzwerge Erdbeere, Danone (50g/ 6g) 12 in %
Müllermilch Erdbeere, Molkerei Alois Müller (400ml/ 46g) 11 in %
Coca-Cola, Coca-Cola Company (0,5l/ 53g) 10 in %
Hohes C Orangensaft, Eckes-Granini (1 l/ 90g) 9 in %
Knack & Back Buttermilch Brötchen, General Mills (250g/ 23g) 9 in %
Ristorante Pizza Hawaii, Dr. Oetker (355g/ 17g) 5 in %
Bionade Holunder (0,33l/17g) 5 in %
Heringsfilets in Tomatencreme, Appel Feinkost (100g/ 5g) 5 in %
Kartoffelsalat mit Gurken und Zwiebeln, Homann Feinkost (400g/ 16g) 4 in %

© Statista 2015, Quelle: Diverse Quellen (Angaben der Hersteller)

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Textquellen: www.zentrum-der-gesundheit.de, www.figurbetont.com, www.daserst.de, www.proplanta.de, cspinet.org, www.youtube.com, bild.de, BIlder: ©Andy Dean-, ©al62-, ©dml5050- thinkstock: Autor: Ulrike Rensch