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Mit Malbüchern zur Ruhe kommen
Ausmalen für Erwachsene

Mit Malbüchern zur Ruhe kommen

Jeder geht anders mit Stress um: Die einen machen Sport, andere meditieren oder widmen sich Entspannungstechniken wie autogenem Training und wieder andere schalten beim Ausmalen ab. Denn seit einigen Jahren ist das auch unter Erwachsenen sehr populär.

Malbücher als Entspannungsmethode

Ausgelöst wurde dieser Trend durch die schottische Illustratorin Johanna Basford. Sie brachte 2013 das Malbuch Secret Garden: An Inky Treasure Hunt and Coloring Book heraus. Seitdem verkaufte es sich weltweit mehrere Millionen Mal. In dem Buch wechseln sich filigrane zauberhafte Pflanzen und Tiere mit kunstvoll gestalteten, sehr detailliert gezeichneten Mandalas ab. Inzwischen hat sie nicht nur vier weitere Malbücher in einem ähnlichen Stil herausgebracht, sie war auch Vorreiter für unzählige Nachahmer.

Wer nach Malbüchern für Erwachsene googelt, findet Unmengen an Angeboten. Ein Großteil der Bücher verspricht Entspannung und Stressabbau. Und tatsächlich: die Vermarktungsstrategie dieser Literatur zielt genau auf Menschen ab, die nach Stressbewältigungsmethoden suchen: Sie wollen endlich vor ihrem stressigen Alltag fliehen. Doch was ist wirklich dran an den Versprechen, die Titel und Klappentexte geben?

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Mit Malbüchern zur Ruhe kommen

Ausmalen im Hier und Jetzt

Es ist kein Geheimnis, dass es entspannend ist, sich kreativ auszuleben. Kreativthearpie ist inzwischen eine eigene Behandlungsform, die nachweislich Erfolge erzielt. Das Besondere an Malbüchern ist, dass sie eine wohltuende Mischung aus kreativem Freiraum und vorgegebenen Grenzen anbieten. Durch die vorhandenen Strukturen und Motive entsteht weniger Druck, als wenn ein leeres Blatt Papier beschriftet, eine Leinwand bemalt oder ein Klumpen Ton geformt werden möchte. Die Auswahl an unterschiedlichen Motiven bietet genügend Freiraum etwas auszuwählen, wonach man sich gerade fühlt.

Hat man sich erstmal für ein Motiv entschieden, folgen Fragen wie die Wahl der Farbe für welchen Teil des Motivs. Immer mit dabei: die Herausforderung, nicht über die schwarze Linie zu malen. Und dann geht’s los: es wird drauf los gemalt! Mehr Fragen muss man sich in diesen Minuten oder Stunden nicht stellen, keine weiteren Gedanken sind in der Zeit relevant. Es geht einzig und allein darum, mit bunten Stiften ein Motiv auszumalen – genau hier liegt schon die Erklärung für die versprochene Entspannung. Denn während man malt, ist man im Hier und Jetzt. Ausmalen hilft, sich der Gegenwart bewusst zu werden. Das Malen in vorgegebenen Bereichen ermöglicht es, abzuschalten und Gedanken des Alltags außen vor zu lassen.

Durch die professionelle Vorlage ist es beinahe unmöglich dass das kleine Kunststück misslingt, sodass man am Ende voller Stolz auf sein Werk blicken kann – Glücksgefühle werden ausgelöst, begleitet von dem Gefühl, etwas geschafft zu haben. 

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Quellen: Bilder: Depositphotos/choreograph, sonerbakir, Text: Jasmine Barendt