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Gesichtsmaske gegen giftige Farbstoffdämpfe und Bleichmittel sind nicht üblich in den Textilfabriken der Welt ©Medioimages/Photodisc
Fatal Fashion

Fatal Fashion: Wie Textilfabriken zu Todesfallen werden

Nach intensiven Untersuchungen der Brände in zwei Textilfabriken in Bangladesh und Pakistan bei denen Ende vergangenen Jahres mehr als 400 Textilarbeiter starben legen die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und das niederländische Forschungszentrum SOMO mit ‚Fatal Fashion’ jetzt einen detaillierten Untersuchungsbericht vor.

Schlecht belüftete Räume, unzureichende Brandschutzmaßnahmen und aus Angst vor Diebstahl verschlossene Notausgänge. Dazu marode Gebäude und häufige Kurzschlüsse durch mangelhafte elektrische Leitungen: Die Liste der Gefahren unter denen die Arbeiter in den Textilfabriken Ali Enterprises und Tazreen arbeiten mussten und die letztendlich zu den beiden Brandkatastrophen führten ist lang und erschreckend. Erschreckend, nicht zuletzt auch weil sich trotz Beteuerungen von Produzenten und internationalen Auftraggebern bislang wenig bis nichts geändert zu haben scheint. Das zumindest geht aus dem ‚Fatal Fashion’-Untersuchungsbericht der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und des Forschungszentrums SOMO hervor. Demnach gab es seit dem Brand bei Tazreen Fashion allein in Bangladesch 28 weitere Fabrikbrände bei denen acht Arbeiter starben und insgesamt 591 verletzt wurden. “Der Bericht beweist, dass die Unternehmen und Regierungen die Risiken kannten, es aber versäumt haben, adäquate Maßnahmen zu ergreifen, um die Brände zu verhindern und auf die Not der Opfer hinterher einzugehen.

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Die Unternehmen und Regierungen sollten im Einklang mit der international anerkannten Pflicht jeden Landes und der Unternehmensverantwortung handeln, die Menschenrechte anzuerkennen wie in den Guiding Principles on Business and Human der Vereinten Nationen vereinbart,” sagte Martje Theuws von SOMO. Tessel Pauli von der CCC ergänzt: “Den Firmen fehlt die Expertise im Bereich Sicherheit sowie das Vertrauen ihrer Mitarbeiter und Gewerkschaften, die die Aussagen ihrer Arbeiter anzweifeln und im Allgemeinen von den Fabrikbesitzern geschmiert werden. Selbst wenn Verstöße festgestellt werden, werden sie nicht behoben.” Gefordert werden deshalb u.a. unabhängige Inspektionen durch Auftraggeber und die öffentliche Bekanntmachung von Fabrikstandorten und Betriebsprüfungsergebnissen. Zudem sollen Arbeiter und Gewerkschaften stärker beteiligt werden und die Preisgestaltung die Kosten für Brandschutz und andere Sicherheitsmaßnahmen  beinhalten. Ebenfalls im Bericht enthalten ist eine Aufstellung detaillierter Vorschläge um die gegenwärtige Situation zu verbessern.

Quelle: Fashion United
Text: Andreas Grüter
Bild: © Medioimages/Photodisc