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Bio ist gefragt wie nie zuvor
Bio-Produkte werden immer beliebter

Bio ist so gefragt wie nie zuvor

Bio ist gefragt wie nie: Mehr als 2000 Landwirte in Deutschland haben 2016 auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Fast jeder Dritte von ihnen will nach Bioland-Richtlinien wirtschaften. Besonders in Bayern stieg der Biolandbau rapide an. Auch die Verbraucher legen immer mehr Wert auf einheimische Bio-Produkte.

Der Dachverband der deutschen Biobranche BÖLW, sowie die Landes­vereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LÖV) hatten bei der Vorstellung der Biozahlen viel Gutes zu berichten. Anlässlich der Eröffnung der BIOFACH, der Weltleitmesse für Bio-Produkte, nimmt Josef Wetzstein, Bioland-Landesvorsitzender Bayern, Stellung zur aktuellen Entwicklung des Biolandbaus und des Bio-Marktes.

Zuwachs an Bio-Bauern in Deutschland

Die neusten Zahlen geben Preis, dass sich im Jahr 2016 täglich etwa fünf Landwirte dafür entschieden auf Bio umzustellen. Das heißt konkret, es gibt seit dem letzten Jahr 2119 neue Biobauern in Deutschland – 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt werden 1,18 Millionen Hektar Land, also rund 7,1 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das klingt gut, doch bis zum 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung fehlen immer noch zwei Millionen Hektar. Wenn das Tempo so bleibt, wird es noch mindestens 20 Jahre dauern, bis das Etappenziel erreicht ist.

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Bioland auf dem Vormarsch

Obwohl bereits mehr als die Hälfte der nun fast 27.000 deutschen Biobauern einem Anbauverband angehören, haben sich die meisten der neuen Biobauern erst einmal für EU-Bio entschieden. Sie halten sich also nur an die EU-Ökoverordnung und nicht an die zum Teil strengeren Vorschriften der Bioanbauverbände. Dennoch wollen fast 30 Prozent der Neulinge ihre Lebensmittel mit dem Bioland-Logo vermarkten – so viele, wie noch nie.

Immer mehr Bauern sehen im Biolandbau eine zukunftsfähige Perspektive. So vollzog sich mit dem Mitgliederwachstum auch ein Anstieg in allen Produktionsbereichen, wie dem Milchviehbetrieb im Allgäu und dem unterfränkischen Bioland-Ackerbaubetrieb.

219 Milchbauern schlossen sich im Jahr 2016 Bioland an. Das macht 1790 Bioland-Milchviehhalter und 81.000 Bioland-Milchkühe – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Kühe bedeutet das, dass sie nun erstmals ein Recht auf mehr Platz im Stall und Auslauf ins Freie haben.

Außerdem beginnen bestehende Bioland-Betriebe mit dem neuen Betriebszweig der Legehennenhaltung und erweitern so das Angebot an Bioland-Erzeugnissen.

Milchkühe

Weil sich 219 Milchbauern im Jahr 2016 Bioland anschlossen, haben nun 81.000 Milchkühe erstmals Recht auf mehr Platz im Stall und Auslauf ins Freie.

Bayern – Bioland Nummer 1

Einen besonders auffälligen Zuwachs an Biobauern und biologischer Landwirtschaft kann Bayern verzeichnen. Im vergangenen Jahr stiegen 267 neue Betriebe in den Biolandbau ein. So konnte der Bioland Landesverband Bayern nach mehreren Jahren mit geringem Mitgliederwachstum, in den letzten zwei Jahren einen Zuwachs von jeweils 10% verbuchen. Damit bewirtschaften 2.257 Betriebe nach den strengen Bioland-Richtlinien eine Fläche von 89.400 Hektar. Somit sind mehr als 30 Prozent der deutschen Biobetriebe in Bayern angesiedelt.

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Verbraucher setzen auf Bio

Ein Grund für den Ausbau der Bio-Landwirtschaft, ist die steigende Nachfrage der Konsumenten. Marktexperten gehen davon aus, dass die seit Jahren zu beobachtende positive Marktentwicklung in den nächsten Jahren weiter anhalten wird. Das Marktpotential für Bioprodukte ist noch längst nicht ausgeschöpft und bislang übersteigt die Nachfrage noch das Angebot. Dass sie auf ihren Produkten sitzenbleiben könnten, müssen Biobauern also nicht befürchten!

Die positive Marktentwicklung führt auch bei Verarbeitern und Händlern zu einer gestiegenen Investitionsbereitschaft hinsichtlich des Ausbaus der Verarbeitungskapazitäten für Bio-Produkte und zur Entwicklung neuer und innovativer Produkte.

Schlechte Preise auf dem konventionellen Markt

Dass so viele Landwirte umgestellt haben, lag sicherlich auch an den schlechten Preisen auf dem konventionellen Markt. Vor allem für Milch, aber auch für Rind- und Schweinefleisch sind die Preise gesunken und viele Betriebe empfinden eine „wirtschaftliche Perspektivlosigkeit“, so Bioland-Präsident Jan Plagge.

Im vergangenen Jahr verlor Deutschland täglich etwa 13 landwirtschaftliche Betriebe – vorrangig Milchbauern, die ihre Existenz wegen der niedrigen Milchpreise aufgeben mussten.

Hintergrundinformationen

Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 6.800 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel.

Seit mehr als 45 Jahren entwickelt der Bioland-Verband eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Alternative zur intensiven, von Industrie und Fremdkapital abhängigen Landwirtschaft. Ziel der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ist die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel. Außerdem setzt sich Bioland für das Wirtschaften im Einklang mit der Natur, der Förderung der Artenvielfalt, sowie dem Klima- und Umweltschutz ein.

Professionelle Bioland-Fachberater unterstützen die Betriebe, damit der Einstieg in den Biomarkt gelingt und höchste Standards erfüllt werden können.

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Quellen: Bioland, Bilder: Depositphotos/kalinovsky, paulgrecaud, Text: Ronja Kieffer