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Mindesthaltbarkeitsdatum verursacht mehr Lebensmittelmüll
Lebensmittelverschwendung

Das Verbrauchsverfallsdatum soll eingeführt werden

Bereits im März hatte Bundeswirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) angekündigt, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln durch ein Verbrauchsverfalldatum ergänzt werden soll. Schmidt hofft, mit dieser Maßnahme unnötigen Lebensmittelmüll künftig besser zu vermeiden. Doch ist ein Verbrauchsverfallsdatum wirklich sinnvoll?

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum ist Umfragen zufolge, der Wegwerf-Grund Nummer 1 in deutschen Haushalten und hat in den vergangenen Jahren zu großen Mengen an unnötigen Lebensmittelmüll geführt. Viele Verbraucher interpretieren das Mindesthaltbarkeitsdatum als Verbrauchsverfallsdatum und schmeißen noch genießbare Ware weg. Dabei garantiert der Hersteller mit diesem Datum nur, dass Farbe, Geruch und Geschmack des ungeöffneten Lebensmittels bei richtiger Lagerung bis zu diesem Tag erhalten bleiben. Die meisten Lebensmittel sind aber auch danach noch lange genießbar.

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Neues Datum gegen Verschwendung

Derzeit landen etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, beklagte Schmidt. Eine Zahl, die er bis 2030 halbieren wolle. 2012 sprach die Regierung noch von einer Halbierung des Lebensmittelmülls bis zum Jahr 2020. Ein Datum, dass sich scheinbar nicht einhalten lässt, da, trotz Aufklärungskampagnen, noch keine Veränderung im Wegwerfverhalten festgestellt wurde.

Im Kampf gegen Verschwendung soll nun das Verbrauchsverfallsdatum zusätzlich zum Mindesthaltbarkeitsdatum eingeführt werden. Der Verbraucher weiß dann nicht nur wie lange sein Joghurt mindestens haltbar ist, sondern auch wie lange er höchstens haltbar ist.

Eine weitere Idee Schmidts sind „intelligente Verpackungen“. Dabei handelt es sich um elektronische Chips, die beispielsweise in Joghurtbechern eingebaut werden und anhand einer Farbskala von Grün bis Rot anzeigen, ob das Produkt noch zum Verzehr geeignet ist.

Besonders haltbare Produkte, wie Kaffee oder Nudeln sollen gar kein Datum mehr bekommen.

Unsere Meinung:

Da Produkte aufgrund von unterschiedlicher Lagerung immer unterschiedlich lange haltbar sein können, ist auch ein Verbrauchsverfallsdatum keine Garantie für die Ungenießbarkeit eines Lebensmittels. Im Gegensatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum, fordert das Verbrauchsverfallsdatum aber geradezu zum Wegschmeißen auf. Wir halten daher die Angabe des Herstellungsdatums, sowie eine „Garantie-Dauer“ für sinnvoller. Was sagt ihr dazu?

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Quellen: Spiegel, Bild: depositphotos okkijan, Text: Meike Riebe