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Mehr Power bei sportlichen Wettkämpfen
Öko-Snacks im Sportverein

Gesunde Ernährung für die Extraportion Power

Wenn Kinder zu Turnieren fahren, wird am Buffet kräftig zugelangt, das aber meistens aus ungesunden Snacks wie Kuchen, Fastfood und Süßgetränken besteht. Behindert das nicht die Leistungssteigerung? Das fragte sich auch diese Mutter aus Osnabrück und entwickelte die „Energiebahn“.

Wer schon einmal mit seinen Kindern zu einem Wettkampf gefahren ist, sieht sicherlich noch die lange Speisetafel mit Kuchen, Muffins, Süßgetränken und Fastfood vor sich. Im Trubel wird das Essen immer mehr zu Nebensache – schnell und unkompliziert muss es sein, und so kommen eben Süßigkeiten auf den Teller, die die Kinder nicht mit der Energie und den Nährstoffen versorgen, die sie für sportliche Höchstleistungen benötigen.

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„Energiebahn“ für mehr Power

Dieses Problem fing im Jahr 2009 auch Brigitte Schäfer aus Osnabrück an zu stören, deren Kinder im Grundschulalter sich in den Pausen mit den süßen Snacks vom Kiosk versorgten. Zunächst stellte sie Kontakt zu der Waldschule Lüstringen, der Schule ihrer Kinder, her. Zusammen mit Schülerinnen und Schülern, von denen die meisten Mitglieder der benachbarten Turn- und Sportgemeinde TSG 07 Burg Gretesch waren, Eltern sowie Lehrkräften entstand ein umfangreiches Bio-Kiosk-Angebot. Schon im Juni 2009 feierte die „Energiebahn“, ein Lebensmittelstand mit aufgesprudeltem Leitungswasser, Obst, Bio-Joghurt und selbstgebackenem Vollkornbrot, bei einem Leichtathletikfest Premiere.

Laut der Initiatorin stelle die Energiebahn die letzte bei einem Wettkampf zu absolvierende Bahn dar, bei der es allerdings in diesem Fall nicht um das Auspowern, sondern vielmehr um das Tanken von Energie gehe. Außerdem spiele der Name auf die Energiebahnen im Körper an. An der Energiebahn sind 20 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren beteiligt, die von einem Team aus Ehrenamtlichen unterstützt werden.

Joghurt und Obst liefert gesunde Energie

Regional und saisonal

Von Anfang an setzte das Team auf die Kooperation mit lokalen Partnern. So kommen von regionalen Anbietern gespendete Bio-Lebensmittel auf den Tisch. Auch die Niedersächsische Lotto-Sport Stiftung und mehrere Osnabrücker Firmen sind von dem Projekt überzeugt und beteiligen sich regelmäßig finanziell am Angebot. Jedes Jahr pflücken und sammeln die Vereinsmitglieder außerdem auf einer alten Obstbaumwiese Äpfel, die beim Moster Pues in Hagen am Teutoburger Wald zu köstlichem Saft verarbeitet werden. Den Saft bekommt der Verein dann zurück – im Jahr circa 500 Liter Apfelsaft.

Steigendes Angebot

Im Laufe der Jahre hat sich die Energiebahn immer weiter entwickelt. Zu ihr gehören mittlerweile auch eine „Milchbar“ mit gesunden Shakes sowie die „Grüne Ecke“, die zum Beispiel getrocknete Apfelringe anbietet. Maschinenbau-Studenten der Hochschule Osnabrück haben dem Sportverein außerdem ein nachhaltiges Eisfahrrad gebaut, das in diesem Jahr mit Fruchteis ohne unnatürliche Zusätze an den Start gehen soll. Ein weiterer Schwerpunkt ist die bewegte Freizeit, bei der Kinder und Jugendliche „nach draußen geführt“ werden und ihnen so eine Alternative zum Fernseher und Computer geboten wird. Im letzten Jahr wurde dafür außerdem ein Schrebergarten direkt neben dem Verein angelegt.

Die Energiebahn ist der bundesweit erste nachhaltige Lebensmittelstand in einem Sportverein und ist schon mehrfach ausgezeichnet worden. Erst kürzlich erhielt das Projekt den niedersächsischen Gesundheitspreis 2015 des Sozialministeriums in Hannover. Wenn auch Sie in Ihrem Sportverein etwas bewegen möchten, dann melden Sie sich per E-Mail an energiebahn@burg-gretesch.de. Das Team der Energiebahn berät Sie gerne bei Ihrem Vorhaben.  

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Quelle: TSG 07 Burg Gretesch; Bilder: TSG 07 Burg Gretesch, Andreas Schüttpelz, Brigitte Schäfer, Petra Pape; depositphotos/alenksm, Autor: kle