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Beim Grillen umsichtig sein, um auch die Umwelt zu schützen.

Der Sommer-Spaß: Grillen ohne Reue nicht nur im Garten

Sommer und Grillen gehört einfach zusammen. Besonders lecker schmeckt es, wenn die Würste, Steaks oder Vegetarisches selbst im Freien gegrillt werden. Doch Vorsicht: Es gelten Regeln. Um die lieben Nachbarn nicht zu stören und die Umwelt zu schonen, gilt es einiges zu beachten.

Grillen auf Balkon, im Garten und Co.

Lesen Sie zunächst Ihren Mietvertrag. Sollte darin das Grillen in Hof, Garten oder auf dem Balkon verboten werden, sollten Sie öffentliche Grillplätze in Parks oder in den Wäldern nutzen.

Wenn nicht überlegen Sie sich, ob Sie einen fest installierten Grill oder gar einen gemauerten Garten-Grill brauchen. Denn damit sind Sie weniger flexibel als mit mobilen Grillgeräten. Bei fest installierten Geräten kann der Wind den Rauch auch mal direkt zum Nachbarn in den Garten ziehen. Mit mobilen Geräten können Sie je nach Windlage den Standort schnell wechseln.

«Der Balkon ist ein erlaubter, aber oftmals ungünstiger Platz zum Grillen. Besonders wenn sich Anwohner belästigt fühlen», sagt der Deutsche Mieterbund. Beschweren sich Nachbarn, dann muss man sich an Auflagen halten. Ein Grillfest oder eine Party auf dem Balkon muss laut Gerichtsurteil bei den Nachbarn angemeldet werden und darf in anderen Urteilen nur zwischen 17.00 und 22.00 Uhr stattfinden. Auch gibt es unterschiedliche Auflagen wie häufig auf dem eigenen Balkon gegrillt werden darf. Urteile sagen, dass nur einmal im Monat oder gar drei Mal im Jahr auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse gegrillt werden darf. Übrigens: Das gilt nicht nur für Mieter in Mehrparteienhäuser, sondern auch für Eigentümer in solch einer Anlage und selbst für Besitzer eines Einfamilienhauses, sollten sich Nachbarn belästigt fühlen. Und ist es im Mietvertrag ausdrücklich verboten, dann gilt dies auch in einem Rechtsstreit. Gerade wer auf dem Balkon grillt sollte einen Elektrogrill benutzen. Dann ist die Belästigung allenfalls durch den guten Grillgeruch, nicht aber durch den Rauch von Kohle und Co. gegeben.

Benutzen Sie zum Grillen gelochte Alu-Grillschalen. Sie verhindern, dass Marinade oder Fett ins Feuer tropft. Das Tropfen kann zu gesundheitsschädlichem Rauch führen und krebserregende Stoffe wie Benzyprene können durch den Rauch auf das Grillgut gelangen. Bei Vegetarischem, weniger gewürztem und magerem Fleisch entsteht weniger Rauch. Ist der Grill groß genug, kann auch durch indirektes Grillen die Rauchentwicklung reduziert werden. Gleichzeitig besteht nicht die Gefahr, dass das Grillwürstchen oder das Steak eine eher ungesunde schwarze Kruste erhält.

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Brennmaterialien und die richtige Anzündhilfe

Gas ist der sauberste Brennstoff. Er ist sofort betriebsbereit und erzeugt am wenigsten Rauch und Gerüche. Darum empfiehlt er sich für heikle Grillorte. Aber auch im Garten ist somit schnell und zuverlässig ein Feuer hergestellt für den unbeschwerten Grillgenuss. Und ein weiterer Vorteil: Viele Gas-Grills lassen sich in ihrer Temperatur regeln. Es gibt heute auch Modelle, die Gas als Anzünder nutzen, um damit Holzkohle oder Briketts zum Glühen zu bringen.

Holzkohle oder Holzbriketts sind als fester Brennstoff vorzuziehen. Zum Anfeuern sollten Sie die Holzkohle mit Brennspriritus benetzen und erst einige Minuten später anzünden. Noch besser sind Grillanzünder. Aus eigener Erfahrung qualmen aber die meisten und sind oftmals mit Erdöl hergestellt, was jeder Grillerfahrene allein am Geruch selbst schon gemerkt hat. Viel besser sind Öko-Anzünder aus dem nachwachsenden Rohstoff Holzwolle und Wachs. Sie sind geruchsneutral und brennen mehrere Minuten. Auf dem Grill verteilt, angezündet und nach einem kurzen Moment warten mit Kohle oder Briketts belegt, gelingt das Grill-Feuer bestens. Die Öko-Anzünder sind in vielen Baumärkten und beispielsweise auch bei Rewe erhältlich.

Unbehandeltes, trockenes Holz, das mindestens zwei Jahre gelagert wurde, ist auch sehr gut zum Feuermachen geeignet. Legen Sie nur so viel Holz ins Feuer, wie Sie für eine Glut wirklich brauchen. Brennholz mit feinen Holzspänen anzünden und mit einem Blasebalg oder einer Fahrradpumpe anfachen. Es sollte kein feuchtes Material (z.B. frisches Schnittgut aus dem Garten) angebrannt werden.

Verwenden Sie keine Bauabfälle wie lackiertes Holz. Sie können beim Verbrennen schädliche und mitunter krebserregende Stoffe entwickeln.

Quelle: «Grillieren», Umweltfachstelle St.Gallen


Ein Grill muss auf einem festen Untergrund stehen.

Ein Grill sollte unbedingt auf eine feuerfesten und stabilen Unterlage stehen. (c) Fotolia

In den vergangenen Jahren hatten die Stadtgärtnereien und Grünanlagenversorger immer wieder mit großen Brandflächen auf dem Rasen in Parks zu kämpfen. Je nach Intensität der Verbrennung und der Witterung braucht es Wochen bis Monate, bis die Löcher wieder zuwachsen.

Um diese Brandflecken in Zukunft zu verhindern, haben sich viele Städte etwas einfallen lassen. In Dresden beispielsweise gibt es fünf verschieden Grillplätze direkt an der Elbe. Auch Bielefeld, Frankfurt oder Berlin haben öffentliche Grillplätze. Eine kleine Liste finden Sie im genuss-blog oder fragen Sie einfach mal der der jeweiligen Stadtverwaltung nach, ob es öffentliche Grillplätze in der Stadt gibt.

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Sicher und umweltschonend an öffentlichen Plätzen grillen

1. Brandschäden vermeiden: Um Brandschäden zu vermeiden, sollten Sie kurzbeinige Grills und Einweggrills auf befestigtem und hitzeverträglichem Untergrund wie Steine oder Wege stellen. Auf Rasen und Asphalt sollten Sie nur Grillgeräte verwenden, die einen mindestens 30 Zentimeter hohen Abstand zwischen Boden und Grillschale einhalten.

2. Heißen Grill im Auge behalten: Beobachten Sie Ihren Grill und umherlaufende oder spielende Kinder und Passanten. Sie sollten niemanden mit Ihrem Grill behindern.

3. Abstand zu Bäumen und Sträuchern halten: Der Abstand zwischen Grill und Baum oder Strauch sollte nach oben und zur Seite mindestens zwei Meter betragen.

4. Asche erkalten lassen: Sie sollten die Glut auskühlen lassen oder mit Wasser löschen.

5. Rücksicht auf andere nehmen: Vermeiden Sie übermäßigen Lärm und Rauch. Nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit oder entsorgen Sie ihn in einem öffentlichen Abfalleimer. Glas und Büchsen sollten über das Recycling entsorgt werden.

Quelle: «Grillieren in Parkanlagen», Stadtgärtnerei Basel

Text: Angela Zimmerling und Jürgen Rösemeier-Buhmann
 

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