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Einmalig in Solingen. Das vegane Café LaLeLi lädt ein © laleli-cafe.de
LaLeLi in Solingen

Vegan Essen & Genießen in Solinger Café LaLeLi

Während in den Großstädten vegane Cafés und Restaurants wie Pilze aus dem Boden schießen tut sich die Provinz mit tierfreier Ernährung nach wie vor schwer. Eine interessante Ausnahme bildet hier die zwischen Düsseldorf und Köln gelegene Messerstadt Solingen, die neben dem Kochen-ohne-Knochen Magazin seit einiger Zeit auch den ‚Vegan in Solingen’ e.V. beheimatet.

Der eröffnet Mitte August sein Vereinslokal als faires Café und geht dabei ungewöhnliche Wege. Wir haben uns vorab schon einmal umgeschaut. Eine Caféeröffnung auf Vereinsbasis? Geht nicht? Geht doch wie der Verein ‚Vegan in Solingen’ derzeit eindrucksvoll beweist. In der Stadt im Bergischen Land nahe Köln sind die Mitglieder auf der Lennestrasse 8 im Stadtteil Ohligs eifrig dabei ein Ladenlokal in ein Domizil für vegane Genüsse zu verwandeln. In knapp zwei Monaten sollen im LaLeLi  (Ladenlokal Lennestraße Links’ schrieb der Vermieter auf den Schlüsselanhänger) Latte Macchiatos mit Sojamilch und leckere vegane Kuchen und Snacks über die Theke gehen. Kochkurse, Wochenendbrunches, Dinner-Abende, Lesungen und Vorträge runden das Konzept ab. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun wie Gründungsmitglied Joachim Hiller erzählt.

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Wer steckt hinter ‚Vegan in Solingen’ und warum habt ihr euch dazu entschlossen, das LaLeLi auf Vereinsbasis zu gründen?

In der Gründungsphase waren wir zu acht, inklusive mir, Joachim Hiller und Uschi Herzer. Wir haben durch unser Kochen ohne Knochen-Magazin, den zweimonatlichen Vegan-Brunches im Kulturzentrum Cobra sowie das Solinger VeggieFest schon einige Erfahrungen gesammelt. Durch den Erfolg des von 250 Mitgliedern getragenen Kulturvereins Waldmeister, der in Solingen Konzerte, Ausstellungen und Parties organisiert, haben wir gesehen, dass es sinnvoll ist ein Projekt wie ein Café mit möglichst vielen Schultern zu stemmen.

Gemeinsame Planung der Gestaltung des Cafés. Mitbestimmen, statt bestimmt werden © laleli-cafe.de

Gemeinsame Planung der Gestaltung des Cafés. Mitbestimmen, statt bestimmt werden © laleli-cafe.de

Wie viele Mitglieder habt ihr bislang gewonnen und wie geht es mit der Crowdfunding-Kampagne und den Renovierungsarbeiten voran?

Mit Stand Anfang Juni haben wir 45 Mitglieder und fast täglich kommen neue aus Solingen und Umgebung hinzu, die an das Projekt glauben. Neben dem Mitgliederbeitrag von fünf Euro monatlich bereiten wir derzeit eine Crowdfunding-Kampagne vor, die im Juli richtig startet und deren Geld wir für die Einrichtung brauchen, etwa für eine professionelle Kaffeemaschine für leckeren Espresso aus fair gehandeltem Kaffee. Die Renovierung geht voran, das Einrichtungskonzept steht – Upcycling, also Wiederverwerten statt Neues kaufen ist uns wichtig, und wir hoffen, im August eröffnen zu können.

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Dabei sprecht ihr ja nicht nur die klassisch vegane Szene an...

Nein, bei uns ist jeder willkommen. Das LaLeLi liegt am Rande der Fußgängerzone von Solingen-Ohligs, nahe am Markt und nur 5 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof. Wir haben insgesamt rund 45 qm, es wird also ein gemütliches kleines Café zum gemütlichen Plaudern, mit Theke, ein paar bequemen Sesseln und vielen hübschen Details.

Trotz seiner Provinzialität steht Solingen ja seit jeher im Ruf in Sachen Subkultur und Veganismus sehr umtriebig zu sein. Woher kommt das?

Städte wie Köln mit einer großen Studentenszene sind da einfach besser dran, aber wo in Berlin oder Köln schon (fast) alles vorhanden ist, freut man sich in der "Provinz" darüber, dass die vegan lebenden Menschen hier dankbar sind, dass man ihnen etwas bietet. Und das macht uns glücklich. Wo man kein Angebot vorfindet, muss man selbst aktiv werden, und das ist vielleicht der Vorteil in diese Stadt.

Thema Essen - was wird auf dem Plan stehen und wer kümmert sich um die Küche?

Leckere Muffins und Kuchen, kleine Snacks, Salate und Sandwiches, Suppen. Und am Samstag Frühstück, am Sonntag Kaffee und Kuchen! Wir backen vor Ort und wechseln uns mit allem anderen ab – wir müssen da sicher noch Erfahrung sammeln sind aber sehr guter Dinge.

Vielen Dank für das Gespräch. Dann drücken wir euch schon einmal kräftig die Daumen.

Das Gespräch führte Andreas Grüter für ecowoman.de