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Droht Deutschland eine Immobilienblase?

Die Preise für Wohnungen und Häuser explodieren in einigen Großstädten. Schon macht die Angst vor einer Immobilienblase die Runde. In den USA hatte ein überzogener Boom der Hauskäufe die berühmt-berüchtigten Subprime-Krise ausgelöst und unzählige Immobilienbesitzer in den Ruin getrieben. Droht uns auch in Deutschland solch ein Desaster?

Alleine in Berlin kletterten die Preise für Eigentumswohnungen im Zeitraum zwischen 2003 und 2011 um 39 Prozent, in Hamburg um 31 Prozent und deutschlandweit wurde ein Anstieg von 10,5 Prozent errechnet, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Absoluter Spitzenreiter in Deutschland bei den Preisen für Eigentumswohnungen ist München mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 4200 Euro.

Familienleben Logo Immobilien als sichere Anlage?

Immer mehr Deutsche legen ihr Geld, aus Angst vor eine Inflation, in „Betongold“ an, wie Immobilien in Anlegerkreisen genannt werden. Doch was passiert, wenn die Zinsen steigen, die Baufinanzierung immer teurer wird und Immobilien abgestoßen werden müssen? Die Folgen wären klar und vergleichbar mit denen in die USA, als die Subprime-Krise viele Immobilienbesitzer ruinierte.

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Doch Experten beruhigen. Die Ausgangssituation im Vergleich zu den USA ist in unserem Lande eine andere. Während in den Vereinigten Staaten, auf Druck der Politik, Baukredite ohne entsprechende Sicherheiten vergeben wurden, um die Konjunktur anzukurbeln, prüfen die Banken und Sparkassen in Deutschland minutiöser, ob eine Finanzierung genehmigt wird oder nicht. Zudem steht unsere Wirtschaft auf einem gesunden Fundament und mit einem rapiden Anstieg der Zinsen ist momentan nicht zu rechnen.

Dr. Matthias Merz, Vorstandsvorsitzender von Schwäbisch-Hall ist ebenso davon überzeugt, dass am Immobilienmarkt keine Blase entsteht. Ganz im Gegenteil, der Experte ermutigt zum Immobilienkauf: „Wer sich jetzt für eine Wohnimmobilie entscheidet, profitiert weiterhin von besonders günstigen Konditionen - eine ideale Gelegenheit, sich die niedrigen Zinsen mit einem Bausparvertrag zu sichern. Clevere Häuslebauer können in der aktuellen Niedrigzinsphase zigtausend Euro sparen: Jeder Euro, der zusätzlich in die Tilgung fließt, senkt die Kreditkosten und macht die Baufinanzierung insgesamt deutlich günstiger.“

Das Institut der deutschen Wirtschaft beruhigte ebenso gegenüber www-n-tv.de. Wenn die Kaufpreise über einen längeren Zeitraum schneller als die Mieten steigen, sei dies ein Zeichen für eine Blase. Die sei aber nicht der Fall, denn die Mieten entwickeln sich konform zu den Kaufpreisen.

Foto: Schwäbisch Hall Text: Peter Rensch