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Biodiversität beschreibt Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.

Artenschutz: UN beschließt Maßnahmen

Im japanischen Nagoya hat die UN Ende 2010 ein Übereinkommen zum Schutz der biologischen Artenvielfalt auf unsrem Planeten beschlossen. Zum Erhalt der Biodiversität werden bis 2020 insgesamt 17 Prozent der Land- und zehn Prozent der Meeresfläche unter Naturschutz gestellt.

Anfangs November konnte der scheidende brasilianische Präsident Lula da Silva noch mal einen großen Erfolg feiern. Bis zuletzt haben die Brasilianer bei den Verhandlungen über den Schutz der Artenvielfalt gegen die «Biopiraterie» gekämpft, die unentgeltliche Nutzung von genetischen Ressourcen.

Und nun gibt es eine Einigung: Wer in Zukunft das Erbgut einer Pflanze oder eines Tieres nutzt, um Medikamente oder Kosmetika herzustellen, muss die Herkunftsländer an den Gewinnen beteiligen. Davon profitiert insbesondere Brasilien, das Land mit der wohl größten Artenvielfalt. Im Gegenzug müssen die Pharmamultis in den Industriestaaten nicht länger fürchten, auch für die Nutzung von Pflanzen und Tieren in der Vergangenheit zur Kasse gebeten zu werden.

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Schutzzonen werden größer für Erhalt der Biodiversität

Dank dieses Durchbruchs kam Bewegung in den eigentlichen Kern der Verhandlungen, den Schutz der Artenvielfalt. Es gab einen Ausgleich zwischen den Interessen der Industriestaaten und den Entwicklungsländern. Niederschlag findet dieser Ausgleich in zwei Dokumenten: Dem »Nagoya Protokoll über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte Verteilung der Gewinne aus deren Nutzung» und dem «Strategischen Plan» der UN-Konvention über die biologische Vielfalt CBD.

Während ersteres die Biopiraterie regelt, betrifft zweites den eigentlichen Arten- und Naturschutz. Und hier wurden wesentliche Fortschritte erzielt. Weltweit sollen 17 Prozent (heute 15 Prozent) der Land- und 10 Prozent der Meeresfläche (heute 1,3 Prozent) unter Schutz gestellt werden. Außerdem sollen bis 2020 die Überfischung der Meere gestoppt und umweltschädliche Subventionen abgeschafft werden. Und schließlich haben die 193 Länder beschlossen, den ökonomischen Wert der Natur in ihre nationalen Buchhaltungen aufzunehmen. Wie das Bruttoinlandsprodukt, wird dadurch auch der Gewinn oder Verlust an Umweltkapital Eingang in politischen Entscheidungen finden.


Biodiversität: Pflanzen, Bakterien oder Säugetiere.

Von Biodiversität profitiert gerade der Mensch. Denn Artenvielfalt ist die Grundlage für unser Überleben.

Brasilien hatte ursprünglich gefordert, dass die Industriestaaten ab 2020 jährlich 200 Milliarden Dollar in den Artenschutz investieren. Fast hundertmal soviel wie heute. Doch von dieser Forderung haben die Entwicklungsländer schließlich abgesehen. Nun soll bis 2012 das nötige Geld für die Umsetzung des Planes gefunden werden. Ein WWF-Vertreter meinte: «Wir sind enttäuscht, dass die Industrieländer mit leeren Taschen gekommen sind.» Aber gemäß Chantal Jouanno, der französischen Umweltstaatssekretärin, ist es nicht unmöglich, das Geld aufzutreiben: «Es können nicht nur öffentliche Gelder sein, da die erforderlichen Summen so riesig sind. Es müssen auch private Gelder sein, verbindliche Gelder von Firmen: Du machst Profite mit der Artenvielfalt? Dann ist es logisch, dass diese Profite auch wieder der Artenvielfalt zugute kommen.» Ähnlich optimistisch äußert der WWF-Chef Jim Leape: «Dieses Abkommen bestätigt das fundamentale Bedürfnis die Natur zu schützen als Grundlage sowohl für unsere Wirtschaft als auch unsere Gesellschaft.»

Quelle: nachhaltigkeit.org, , Bild: Flickr CC BY NC SA 2.0/ Andreas Kay Text: Christian Mihatsch

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Die Fläche der ökologisch wertvollen Lebensräume in Deutschland ist immer noch rückläufig. Alleine die Wiesen und Weiden, Grünland bezeichnet, sind zwischen 2003 und 2009 um 4,5 Prozent reduziert worden. Das entspricht 200.000 Hektar oder nahezu der Fläche des Saarlandes. Auch sind Deutschlands unberührte Wälder mehr und mehr auf dem Rückschritt. Gerade das für viele Arten und Lebensgemeinschaften so wichtige Totholz gibt es in deutschen Wäldern kaum noch. Ein weiteres Beispiel sind Deutschlands Moore. Nieder- wie Hochmoore sind mehr und mehr auf dem Rückschritt durch Trockenlegung und Torfabbau. Dies stellt eine Gefahr für die dortige Artenvielfalt dar. Bereits viele Pflanzen und Tiere dieses hochsensiblen Lebensraum sind ausgestorben. Ein Verzicht auf Torf und Torfprodukte ist daher ein guter Beitrag zum Erhalt und der Biodiversität in diesen fragilen Feuchtgebieten.

Weitere Infos und Tipps zur Biodiversität finden Sie hier:

  • Alles zum Thema Biodiversität erfahren Sie unter anderem beim BUND für Umwelt und Naturschutz: www.bund.net