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Aus für alle Kunststofftragetaschen im Handel
Plastikverbot

Aus für alle Kunststofftragetaschen im Handel

Bis zu 7000 Tonnen Kunststoff-Tragetaschen fallen jährlich in Österreich als Abfall an. Nicht wenige davon landen in Flüssen oder freier Natur. Als Reaktion auf die andauernde Umweltbelastung reagiert die Bundesregierung jetzt mit einem Verbot von nicht-abbaubaren Plastiksackerl ab 2020. 

Unmengen von Plastikmüll belasten auch in Österreich die Umwelt. Trotz freiwilliger Initiativen des Handels, fallen jährlich immer noch bis zu 750 Millionen Kunststofftragetaschen - sogenannte Plastiksackerl -  unterschiedlicher Dicke in Österreich an. Ein beachtlicher Teil davon landet als achtlos weggeworfener Müll, bekannt als  „Littering Problem“, oft in Flüssen, sind Teil der Verschmutzung von Flächen und Räumen und stellen Kommunen sowie Landwirtschaft und Umwelt vor immer größere Herausforderungen. Alleine in Österreich werden pro Tag über 100 kg Plastik über die Donau abtransportiert. Auf eine Greenpeace-Kampagne gegen Wegwerfplastik hat die österreichische Regierung jetzt mit einem Maßnahmepaket reagiert und angekündigt, unter anderem Plastiksackerl bis zum Jahr 2020 zu verbieten, mit Ausnahme jener, die biologisch vollständig abbaubar sind. Das Verbot schließt nicht nur große Handelsketten ein, sondern auch Kleinunternehmen wie Würstchen- oder Dönerbuden, Lieferdienste oder Apotheken.

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Plastiksackerl Verbot für Greenpeace positiv, Handel sieht keine Notwendigkeit

Greenpeace -Geschäftsführer Alexander Egit begrüßt den konsequenten Schritt der österreichischen Bundesregierung, appelliert jedoch an Lösungsvorschläge, die zu einer tatsächlichen Reduzierung von Abfall jeglicher Art führen und nicht zu einer Problemverlagerung auf andere Verpackungsmaterialien mit ähnlich schlechter Ökobilanz. Eher kritisch hat der Handel auf das angekündigte Aus für Plastiksackerl reagiert. Die freiwillige Vereinbarung mit großen Handelsunternehmen zur Reduktion des Kunststofftaschenverbrauchs funktioniere bereits "hervorragend".  Zudem könne es nicht sein, „dass hier einmal mehr nur der österreichische Handel, nicht aber der ausländische Online-Versandhandel in die Ziehung kommt“, so Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Tonnen von Verpackungsmaterial landen in den österreichischen Wohnzimmern, weil bei ausländischen Versandhandelsgiganten à la Amazon bestellt wurde. Auch für sie muss es eine entsprechende Regelung geben.“

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Verbote für Kunststoff-Tragetaschen 

In Frankreich gibt es seit 1. Januar 2016 ein landesweites Verbot nicht kompostierbarer Plastiksackerl. In Italien gibt es bereits seit 1. Januar 2011 ein Verbot für Kunststoff-Tragetaschen, die aus nicht biologisch abbaubarem Material bestehen. Weitere generelle Verbote gibt es in Bangladesh, Buthan, Burundi, Marokko, Papua-Neuguinea, Ruanda und Tansania. Österreich will jetzt nachziehen und knüpft damit auch an die Richtlinien der Europäischen Union an, mit Reduktionszielen und Produktverboten die Plastikflut einzudämmen. Bis 2025 soll mit verschiedenen Maßnahmen nicht nur das Plastiksackerl verschwunden sein, sondern auch 60.000 Tonnen Kunststoffverpackungen jeglicher Art. 

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Quelle: www.umweltruf.de, www.bmnt.gv.at, Bild: Depositphotos/racorn, Text: Tine Esser