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Mit Hilfe eines Militärflugzeugs, das sonst dazu genutzt wird, um zerstörerische Landmienen abzuwerfen, sollen gerodete Wälder wieder aufgeforstet werden
Waldrettung kreativ

Thailand wirft Bäume aus dem Flugzeug

Aufgrund von Waldrodung sind heute weltweit nur noch 6,2 Millionen Quadratkilometer von ursprünglich 16 Millionen Quadratkilometer Wald übrig. Mit Hilfe eines Militärflugzeugs, das sonst dazu genutzt wird, um zerstörerische Landmienen abzuwerfen, sollen gerodete Wälder wieder aufgeforstet werden – eine innovative Idee um den Klimawandel zu stoppen.

Es wird Samenbombardement (seed bombing) oder Wiederaufforstung aus der Luft (aerial reforestation) genannt und bedeutet, dass sich Baumsaaten, aus dem Flugzeug oder einer fliegenden Drohne geworfen, am Boden zu neuen Bäumen entwickeln.

Die Saatbomben befinden sich in einem kleinen, zapfenförmigen Container, der sich bei der Landung in den Boden eingräbt und kurze Zeit später selbst zersetzt. Die Saatkugeln, die dann am Boden freigesetzt werden, verfügen über ein Düngemittel und ein Material, das die umliegende Feuchtigkeit aufsaugt, so dass die Wurzeln des neuen Baums gleich bewässert werden.

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Unternehmer rettet Wälder

Die Idee, Wälder in großem Rahmen wieder aufzuforsten, stammt von dem US-Unternehmer Lockheed Martin und wurde von dem früheren RAF-Piloten, Jack Walters, weiterentwickelt. Lockheed plante an einem Tag 900.000 Bäume zu pflanzen und ließ ein riesiges, ehemaliges Militärflugzeug dazu umrüsten. Martin vermarktete seine Idee und gründete das Unternehmen „Aerial Forestation Inc.“. Sein Wunsch für die Zukunft ist, dass jedes umweltzerstörerische Unternehmen dazu verpflichtet wird, Wälder wieder aufzuforsten, um den Klimawandel aufzuhalten.

Pilotprojekt in Thailand startete 2013

Pilotprojekt in Thailand startete 2013

Per Hand pflanzt ein Mann ca. 1000 Bäume am Tag, das Flugzeug schafft 3000 Bäume in einer Minute und kostet nur halb so viel.

Die ersten Samenbomben mit integriertem Dünger und Bewässerungsmaterial kommen aus Japan und werden dort „tsuchi dango“ (Erdknödel) genannt. Dort wurden sie in den 30 er Jahren des 20 Jahrhunderts erstmals in den Bergen von Honululu abgeworfen.

2013 startete Thailand ein fünf Jahre dauerndes Pilotprojekt, indem es die Methode des seed bombing zur Wiederaufforstung der Wälder anwandte.  Samen von einheimischen Pflanzen wurden abgeworfen und sollen das Naturschutzgebiet in der Provinz Phitsanulok bis zum Jahr 2017 wieder erneuern.

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Es gibt bereits 2500 Waldretter-Flugzeuge in 70 verschiedenen Ländern, die darauf warten gemietet zu werden. Weitere Pilotprojekte sind für die Sinai Wüste in Ägypten, die Highlands in Schottland, den Schwarzwald in Deutschland, sowie für Australien, die USA und Kanada geplant.

Wir finden: Eine tolle Idee, Flugzeuge, die sonst dazu gebaut werden, um Leben zu zerstören, dazu zu nutzen, neues Leben zu säen. Was meint ihr?

Neue Bäume aus der Luft

Hier seht ihr das Video dazu:

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Baum für Baum das Klima schützen

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Quellen: anonhq.com, Bild: anonhq.com, Futurism, depositphotos/S_Razvodovskij, Tex: Meike Riebe