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Sechs gefährliche Quellen von Luftverschmutzung in der Wohnung

Smog oder Luftverschmutzung kennt jeder. Nicht nur Umweltzonen sollen daher unsere Gesundheit schützen. Doch, auch im Haus ist dicke Luft angesagt. Mehr noch, die amerikanische Umweltschutzbehörde klärt auf, dass die Luft in Innenräumen zwei bis fünf Mal mehr belastet sein kann als vor der Haustür. Die sechs größten Luftverpester im Haushalt.

Gift im Haushalt.

Am häufigsten betroffen von giftigen Stoffen in der Luft im Haushalt sind Kinder. Foto: Fotolia

Umweltschutzbehörden und der Gesetzgeber setzen sich dafür ein, dass die Luft in Deutschland besser wird. Abgasnormen für Autos, Industrie, aber auch für unsere Heizsysteme werden ständig minimiert. Doch in Innenräumen ist der Bewohner selbst für die Luftreinheit zuständig. Gerade hier aber verbringen wir die meiste Zeit des Tages. Mit Arbeiten im Büro und zuhause.

Durch die Belastung mit flüchtigen organischen Verbindungen, VOCs, in der Innenraumluft können Menschen nachweislich dauerhaft erkranken. Am häufigsten davon betroffen sind Kinder. Aber auch ältere und sensible Menschen können unter dem von der Weltgesundheitsorganisation als «Sick-Building-Syndrom» definierten Leiden erkranken. Symptome wie Kopfschmerzen, Allergien, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege können durch die Innenraumluft erfolgen. Doch, woher kommt die teilweise extreme und krankmachende Luftverschmutzung in Innenräumen?

Dämmung, Farben, Lacke und Co.: Innenraumluft ist eingesperrt

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Unsere Häuser und Wohnungen sind energieeffizient gedämmt, luftdicht verschlossen und erhalten einen schönen Anstrich. Das Problem mit der Energieeffizienz ist, dass wir durch nicht atmende Dämmungen oder dichte Fenster kaum noch einen Luftaustausch in unseren eigenen vier Wänden haben. Sind Schadstoffe etwa durch Möbel oder Textilien im Haus und werden Putzmittel benutzt, die gut reinigende, aber auch schädliche Stoffe enthalten, so bleibt alles in der Luft enthalten. Allenfalls Passivhäuser können Abhilfe schaffen, sofern sie eine Innenraumlüftung haben.

Auch empfehlenswert sind Holzhäuser und all jene, die mit «atmungsaktiven», ökologischen Dämmstoffen gebaut oder saniert wurden.

Zwar sind Bleifarben schon längst Vergangenheit im deutschen Baustoffhandel, aber Altbauten sind häufig noch mit alten Bleifarben belastet. Diese sind vielfach nur übertapeziert oder überstrichen. Auch das führt zur nicht unerheblichen Innenraumbelastung. Blei in Innenräumen kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Gerade Kinder sind hier sehr empfindlich und empfänglich. Auch wenn es sich um Jahrzehnte alte Bleifarben handelt. Aber auch neue Farben und Lacke können schädliche organische Verbindungen, VOCs, enthalten, die der Gesundheit schaden. Daher sollten mindestens Farben mit dem «Blauen Engel» gekauft werden. Besser noch sind rein ökologische Farbanstriche. Für Holz sind traditionelle Leinölfarben die beste und ökologischste Alternative.

Teppiche: Was ist schlecht am Bodenbelag aus Stoff?

Gift im Haushalt.

Er sieht schick aus und schmückt viele Räume in Deutschland. Doch ist er auch gesund? Foto: © Fotolia

Er sieht schick aus und schmückt viele Räume in Deutschland. Die Rede ist von Teppichen. Zwar sind die Zeiten von schädlichen Klebstoffen mit Lösungsmitteln vorbei, doch die Belastung durch verlegte Teppiche oder Auslegware noch lange nicht.

Sind Teppiche oder Auslegeware nicht aus unbehandelter Schurwolle oder Sisal mit systematischer Schadstoffprüfung, natürlichen Farben und mit Rücken aus unbehandelter Baumwolle oder Leinen, dann besteht keine Garantie auf Schadstofffreiheit. Chemische Farben, Kunststoffrücken mit Weichmachern, all das kann zu einer teils erheblichen Schadstoffbelastung der Innenraumluft führen. Abgesehen davon: Teppiche sind immer ein Staubfänger, der durch Aufwirbeln alleine die Innenraumluft belasten kann. Massivholzparkett aus heimischer Produktion ist die nachhaltig produzierte, umweltfreundliche und belastungsfreie Alternative.

Reiniger: Saubermänner mit Nebeneffekt

Gift im Haushalt.

Symptome wie Kopfschmerzen, Allergien, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege können durch die Innenraumluft erfolgen. Foto: © Fotolia

Es ist blitzblank, aber bei der Verwendung schreiben viele Packungsrückseiten «nur in gut gelüfteten Innenräumen anwenden». Und wer das nicht macht, hat sicherlich auch schon mal bemerkt, dass die Augen tränen oder es einem sprichwörtlich die Luft abschnürt. Problematische Inhaltsstoffe sind beispielsweise Phosphate, bestimmte nichtionische Tenside, Chlor und chlorabspaltende Stoffe – etwa im Bodenreiniger - oder Ameisensäure. Diese und einige andere Zusatzstoffe in den vielen Reinigungsmitteln sind für die Umwelt schädlich und stehen im Verdacht Allergien auszulösen, können Kopfschmerzen auslösen. Einige können sogar Nieren- oder Lungenschäden herbeiführen.

Grundsätzlich gilt: Je spezieller ein Reiniger ist – Toilettenreiniger, Backofenspray, Entkalker, etc. -, desto mehr Chemie ist enthalten. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für den Menschen. Daher: Auf ökologische Reiniger umsteigen und auf Spezialreiniger verzichten.

Auch Großmutters Tipps helfen gegen den meisten Schmutz. Wie Sie «im Haushalt umweltfreundlich und kostengünstig putzen».

Schränke und Möbel: Giftiger Dunst

Schränke, Vitrinen oder Polstermöbel: Viel Chemie kann nicht nur in Billigmöbeln lauern, die die Raumluft verpesten können. Holzschutzmittel, Biozide zum Schutz vor Pilzen und Schimmel und Formaldehyd sind Wohnraumgifte, die der Gesundheit schaden können. Gerade Formaldehyd ist noch in vielen Haushalten zu finden und stammt in der Regel aus Spanplatten in unseren Möbeln. Wer sicher gehen will, kauft zertifizierte Möbel aus Massivholz und heimischer Fertigung. Zertifizierte Polstermöbel sind ebenso zu empfehlen. Wurde beispielsweise beim Baumwollanbau Chemie eingesetzt, so sind diese meist noch in Stoffen enthalten.

Problem: Feuchtigkeit im Haus

Die Mehrzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen, die auf Feuchtigkeit und Nässe in Gebäuden zurückzuführen sind, betrifft die Atemwege. Von Schleimhautreizungen über Asthma bis hin zu Allergien reicht die Palette der Gesundheitsrisiken in feuchten Räumen. Zwar ist noch unklar wie genau Feuchtigkeit zu diesen Symptomen führt und Mikroorganismen und Bakterien sich vermehren und die Gesundheit beeinflussen. Spätestens aber Schimmel und dessen Sporen sind eine eindeutig identifizierte Gesundheitsgefahr. Leider ist auch hier eine zu dichte Dämmung, die das Haus nicht mehr «atmen» kann. Dadurch bleibt Feuchtigkeit im Haus und verschlechtert letztlich das Raumklima.

Elektrosmog: Eine nicht zu unterschätzende Gefahr

Mit Elektrosmog werden magnetische und elektrische Felder bezeichnet. Diese können von großen elektrischen Anlagen wie Sendemasten oder Stromleitungen ausgehen, aber auch Kleingeräte im Haushalt können schädlichen Elektrosmog erzeugen. Experten nehmen an, dass Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit auf eine übermäßige Strahlenbelastung hinweisen können. Selbst Schlafstörungen können entstehen, daher heißt es: Elektronik, auch der Radiowecker, sollten aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Im Zweifel kann ein Baubiologe die Belastung in Ihrer Wohnung messen.

Mehr Tipps zu gefährlichen Inhaltsstoffen in den Möbeln und Bodenbelägen finden Sie hier.

Und: Was für Gifte im Schlafzimmer lauern und was Sie gegen Schimmel im Haus tun können.

Quellen: www.ruv.de, www.wikipedia.de, www.umweltbundesamt.de

Text: Jürgen Rösemeier