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Pillen im Grundwasser
Unsere Gesundheit ist gefährdet

Krank durch Medikamente im Trinkwasser

Tagtäglich nehmen wir Tabletten oder Pillen ein, über deren Wirkung auf die Umwelt wir uns gar nicht so klar sind. Wichtig erscheint uns nur, dass sie für uns verträglich sind. Aber: Was rein kommt, muss auch wieder raus. Und diese Stoffe der Arzneimittel gelangen auch ins Grundwasser.

Verschreibungspflichtige Medikamente sind mittlerweile fester Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Ständig gehen Leute zum Arzt und kommen mit einem roten Rezept wieder raus. In den USA ist das ähnlich. Eine Studie der hebräischen Universität in Jerusalem hat den Konsum an verschreibungspflichtigen Medikamenten in den USA untersucht und Erstaunliches festgestellt.

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Oben rein, unten raus

Die amerikanische Bevölkerung war insoweit ein ideales Untersuchungsobjekt, da 70% aller Amerikaner mindestens 1 Tablette und jeder Zweite zwei verschreibungspflichtige Medikamente zu sich nimmt. In einer sogenannten „Proof of Concept Study“ wurde getestet, inwieweit sich Carbamazepin auf die Umwelt und speziell auf den Boden und das Grundwasser auswirkt. Denn es gilt: Was oben oral eingeführt wird, wird sich irgendwann seinen Weg nach Süden bahnen und somit ausgeschieden werden. Somit gelangen die Stoffe aus den Medikamenten auch schlussendlich in unser Grundwasser, womit landwirtschaftliche Erzeugnisse gegossen werden, damit sie gedeihen. Aber gedeihen auf diese Weise auch die Krankheiten in uns?

Die Ergebnisse

Die Studie der hebräischen Universität wurde im März diesen Jahres veröffentlicht. Hauptanliegen war es, den Zusammenhang von Carbamazepin und der Verunreinigung von Abwasser festzustellen. Dieses Abwasser dringt in die Erde ein, wo es für sehr lange Zeit bleibt und auf diesem Wege auch auf landwirtschaftlich genutzte Felder gelangt. Sei es aus dem Boden als Wasserquelle für die Pflanzen oder als Gießwasser von außen. So oder so, Stoffe, die im Erdreich gelöst sind, gelangen an Erzeugnisse, die auf ebenjenem Boden wachsen.

Eine Woche lang sollten gesunde Probanden, die vor der Testphase keine Spuren von Carbamazepin in ihrem Blut aufwiesen, die Erzeugnisse konsumieren, die aus den verunreinigten Gebieten stammen. Danach wurde wiederum eine Blutprobe genommen und getestet. Das Ergebnis war eindeutig: Alle Probanden wiesen nach nur einer Woche Spuren des im Wasser gelösten Medikaments auf. Doch seien Sie jetzt nicht allzu besorgt: In kleinen Mengen ist Carbamazepin für den Körper nicht schädlich. Erst ab höheren Dosen kann es u.a. zu Müdigkeit, Zittrigkeit und in schlimmeren Fällen zu Leberentzündungen kommen. Dann ist der Weg zum Arzt unumgänglich!

Außerdem sei gesagt, dass die Probanden nach einer weiteren Woche, in der sie wieder „saubere“ Nahrung zu sich nahmen, keine Spuren des Stoffes gefunden wurden. Doch es bringt uns zum Nachdenken, ob wir nicht vielleicht auch unseren Tablettenkonsum überdenken sollten. Schließlich ist es auch bei uns der Fall, dass Medikamentenstoffe auf „natürlichem Wege“ ins Abwasser geraten. 

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Quellen: pubs.acs.org, Bild: depositphotos/belchonok, Text: Svenja Oeder