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Gesundes Wasser kommt heute direkt in Ihre Wohnung dank guter Filter-Verfahren.

Gesundes Trinkwasser: Reinheit dank Forschung

Das Trinkwasser in Deutschland ist unbedenklich für die Gesundheit. Zu verdanken ist das der fortwährenden Forschung, die durch Methoden zur Filterung und Reinigung die Reinheit unseres Wassers garantiert.

Unser Anspruch an die Trinkwasserversorgung ist, dass kaltes und warmes Wasser jederzeit und in jeder gewünschten Menge zur Verfügung steht – an mehreren Entnahmestellen in der Wohnung. Dabei vergessen wir oft, dass noch unseren Urgroßeltern und manchen Großeltern oft nur eine Wasserstelle außerhalb des Hauses zur Verfügung stand.

Einwandfreies Trinkwasser ist rein und gesundheitlich sicher, aber nicht steril. Warum? Weil es aus natürlichen Gewässern wie Grundwasser oder Oberflächengewässern (Talsperren, Seen und Flüsse) gewonnen wird. Anzahl und Art der dort natürlicherweise vorkommenden «Keime» (oder: Mikroorganismen) können sehr unterschiedlich sein. Selbst nach der Aufbereitung im Wasserwerk enthält Trinkwasser noch Mikroorganismen. Dies sind dann jedoch harmlose Wasserbewohner, die für die Gesundheit keine Gefahr darstellen.

Unter der Bezeichnung Mikroorganismen fasst die Wissenschaft Einzeller wie Bakterien, Algen, Protozoen und Viren zusammen. Mikroorganismen sind meistens so klein, dass sie weder mit bloßem Auge noch mit der Lupe zu erkennen sind. So kann ein einzelnes, mit dem Auge unsichtbares Bakterium von ca. 0,001 Millimeter Größe nur mit Hilfe des Mikroskops oder nach Vermehrung auf speziellen Nährmedien sichtbar gemacht werden.

Neben den harmlosen Mikroorganismen gibt es auch Krankheitserreger, die über menschliche und tierische fäkale Ausscheidungen das Wasser zur Trinkwassergewinnung verunreinigen können. Zu ihnen gehören zum Beispiel Salmonellen, Shigellen, Pseudomonaden und bestimmte Viren.

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Gefahr durch Krankheitserreger

Bereits 1892 entdeckte Robert Koch nach der verheerenden Choleraepidemie in Hamburg, dass die Krankheitserreger (hier: Choleravibrionen) über fäkal kontaminierte Abwässer ins Elbwasser gelangt waren, welches auch unmittelbar zur Trinkwassergewinnung genutzt wurde. Er beobachtete aber auch, dass von einem Wasser, das langsam über Sand gefiltert wurde, keine Gesundheitsgefahr mehr ausging. Die Krankheitserreger wurden durch die Filtration entfernt und die Anzahl der verbleibenden, meist harmlosen Mikroorganismen betrug weniger als 100 pro Milliliter Wasserprobe. Koch lieferte damit erstmals eine wissenschaftliche Grundlage zur Aufbereitung oder Reinigung verschmutzter Wässer und zur mikrobiologischen Überwachung der Trinkwasserqualität.


Damit das Wasser auch in Zukunft rein und gesund bleibt, bedarf es eingehender Forschung.

Reines, gesundes Trinkwasser ist Dank der Forschung heute eine Selbstverständlichkeit.

Mit immer weiter verbesserten mikrobiologischen Nachweisverfahren hat die Wissenschaft bis heute eine Vielzahl von Krankheitserregern entdeckt. Meist sind dies Durchfallerreger, die im Wasser überleben können. In der Regel sind sie dort aber nur durch aufwändige Laborverfahren zu finden. Deshalb suchte die Wissenschaft schon sehr früh nach Mikroorganismen, die einfacher zu finden sind und dennoch immer gemeinsam mit den Krankheitserregern im Darm und damit auch den Fäkalien von Mensch und Tier vorkommen. Dadurch verraten sie auch die Möglichkeit der Anwesenheit von Krankheitserregern in einem Wasser auf einfache Weise.

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Typische «Verräter» sind die bekannten Darmbakterien Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken. Man nennt sie deshalb auch «Anzeige- oder Indikatororganismen». Wenn sie in einem Wasser in ausreichender Anzahl vorkommen, könnte, wer dieses Wasser trinkt, auch Durchfall bekommen. Nur ein Trinkwasser, das keinen einzigen solchen «Verräter» pro 100 Milliliter enthält, ist in mikrobiologischer Hinsicht gesundheitlich einwandfrei. Diese und weitere Anforderungen sind im gültigen Infektionsschutzgesetz und der Trinkwasserverordnung festgelegt. Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen, die für die Trinkwassergewinnung genutzt werden (Trinkwasserschutzgebiete), und eine leistungsfähige Aufbereitung im Wasserwerk gewährleisten ihre Einhaltung. In Deutschland ist es daher sehr unwahrscheinlich, dass Krankheitserreger in gesundheitsgefährdender Konzentration über unsere zentralen Wasserversorgungssysteme zu den Menschen gelangen.

Für Forschungsarbeiten, zur Untersuchung von Störfällen in der Wasserversorgung oder zur Klärung und Unterbindung der Ursache von Erkrankungen, deren Auftreten einen Zusammenhang mit Trinkwasser vermuten lässt, ist es allerdings notwendig, verdächtige Wasserproben in Speziallabors direkt auch auf diese Krankheitserreger zu untersuchen. Bei Fragen zur mikrobiologischen Qualität Ihres Trinkwassers geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wasserversorgungsunternehmen und Ihr zuständiges Gesundheitsamt Auskunft.

Quelle: Umweltbundesamt (Uba)