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Mückenplage: So schlimm wird der Sommer
Schutz vor Mücken

Mückenplage: So schlimm wird der Spätsommer

Sobald die Dämmerung einsetzt, gibt es kein Entkommen mehr. Wer jetzt die Fenster öffnet oder im Freien sitzt, kommt um einen Mückenstich kaum drumherum. Dank des feucht-warmen Sommerwetters scheint die Mückenpopulation in diesem Jahr explodiert zu sein. Warum Mückenstiche immer größer werden und was man dagegen tun kann, erfährst du hier.

Auch in diesem Sommer ist wieder reichlich Regen gefallen, so viel, dass es vielerorts sogar zu Überschwemmungen kam. Der aktuelle Wettermix aus Hitze und Gewittern gefällt vor allem den Mücken. Im feuchten Klima haben Mückenlarven die besten Bedingungen sich zu entwickeln. Egal ob stehende Gewässer, Badesee, Flussufer, Regentonne oder Pfützen – jeder noch so kleine Wasserrest dient den Plagegeistern als Brutstätte.

Und dieses Jahr ist es wieder besonders schlimm. Sobald die Dämmerung beginnt, kann man sich an manchen Orten nicht mehr draußen aufhalten ohne gestochen zu werden. Bei schwül-warmem und windstillem Wetter sind die Nervensägen besonders aktiv. Sie stören jede gesellige Gartenparty und rauben uns nachts den Schlaf.

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Warum stechen Mücken?

Mücken benötigen das Protein aus unserem Blut für die Bildung ihrer Eier. Daher stechen nur die weiblichen Mücken. Um unser Blut zu verdünnen, die Gefäße zu erweitern und die Blutgerinnung zu hemmen, injizieren sie ihren Speichel in unsere Haut. Als Abwehrreaktion gegen diesen fremden Stoff, reagiert unser Immunsystem mit juckenden Quaddeln.

Bei manchen Menschen können diese sogar Orangen-groß werden und tagelang jucken. Woran liegt das?

Die Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke

Auf die Stiche von nicht einheimischen Mücken, wie der asiatischen Tigermücke, reagiert unser Immunsystem oft heftiger, teilweise sogar mit allergischen Reaktionen. Diese können auch mit der Zeit und bei vielen Stichen heftiger ausfallen. Das liegt daran, weil der Speichel dieser Mückenarten, die z.B. über Flugzeuge eingeschleppt werden, für unser Immunsystem noch unbekannt ist.

Zudem glaubt man, dass Insekten Pflanzenschutzmittel über ihren Speichel an den Menschen weitergeben – und damit allergische Reaktionen auslösen können. Wissenschaftliche Belege zu dieser Vermutung gibt es jedoch bislang noch nicht.

Warum werden manche Menschen häufiger gestochen als andere?

Das hat mit unserem Geruch und der Wärme unserer Haut zu tun. Auf unserer Haut haben wir ein Gemisch aus Milchsäure, Fettsäuren und Ammoniak – jedoch immer in unterschiedlicher Zusammensetzung, so dass jeder Mensch seinen ganz eigenen Duft hat. Mücken haben dafür ein feines Näschen und bevorzugen manche Duftzusammensetzungen mehr als andere.  Auch Duschen hilft nur temporär, weil es den körpereigenen Geruch lediglich kurzzeitig kaschiert. Wenn, dann sollte die Dusche am besten kalt sein, da Mücken außerdem besonders von warmer Haut angezogen werden.

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Der Mückenplage vorbeugen

Wenn du einen eigenen Garten hast, kannst du versuchen die Mückenpopulation dort gering zu halten, indem du keine Wasserreste offenstehen lässt. Regentonnen sollten abgedeckt und Gießkannen entleert sein, so dass sich die Plagegeister in deinem Garten zumindest nicht vermehren können. Sind die Mücken jedoch bereits geschlüpft, hilft nur noch schützen!

Mückenschutz

  • Damit Mücken erst gar nicht in das Haus eindringen, sind Insektenschutzgitter eine gute Lösung. Schon einfache Netze für wenige Euro, die per Klettband am Fensterrahmen befestigt werden, halten Insekten fern.
  • Wenn du dich allerdings draußen aufhälst und nicht hinter einem Moskitonetz verstecken kannst, solltest du folgende Schutzmaßnahmen beachten:
  • Im Garten können bestimmte Pflanzen dabei helfen die Mücken fernzuhalten. Dazu zählen: Tomatenpflanzen, Duftpelargonien und Katzenminze. Auch der Duft von Zitronen und Lavendel soll Mücken vertreiben.
  • Meide feuchte Umgebungen, wie Seen, Sümpfe und Teiche.
  • Schweiß zieht Mücken an. Daher solltest du nach schweißtreibenden Aktivitäten besser kaltduschen, bevor es zur Grillparty geht.
  • Meide salziges Essen. Salz setzt auf der Hautoberfläche Milchsäure frei, welche Mücken magisch anzieht.
  • Meide blumige und fruchtige Parfums.
  • Meide dunkle Kleidung.
  • Lange Kleidung ist kein zuverlässiger Mückenschutz, da Mücken in der Lage sind, diese zu durchstechen. Und selbst vor dicken Stoffen, wie Leinen oder Jeans machen sie keinen Halt!
  • Ätherische Öle haben eine abschreckende Wirkung auf Mücken. Dazu gehören: Citronella, Zimt, Zitronengras, Pfefferminze, Lavendel, Zeder, Nelke, Rosmarin, Duftgeranie und vor allem Neembaumöl. Die Stechmücken-abwehrende Wirkung des Neemöls wurde in wissenschaftlichen Studien sogar bewiesen.

Mückenabwehrspray

Mückenschutz-Rezept:

Mückenabwehrsprays aus der Drogerie enthalten oft chemische Inhaltsstoffe, die giftig für Haut und Atemwege sind. Aus ätherischen Ölen und einem Basisöl kannst du dir jedoch ganz einfach dein eigenes Anti-Mückenspray herstellen. Nehme dazu 50 ml Basisöl (z.B. Kokosöl) und gebe 5 Tropfen vom ätherischen Öl deiner Wahl hinzu. Reibe dich mit dieser Mischung mehrmals täglich ein.

Diese Abwehrmittel gegen Mücken sind wirkungslos

  • Ultraschallgeräte sowie UV-Lampen sind laut Stiftung Warentest ohne Wirkung.
  • Das gleiche gilt für Abwehr-Armbänder.
  • Stiftung Warentest rät auch von Biozid­Verdampfern für die Steckdose ab. Die strombetriebenen Geräte verdampfen Insektizide – das wirkt zwar, kann aber auch für Menschen und Haustiere gesundheitsgefährdend sein.

Natürliche Hilfe bei Mückenstichen

Wer sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Mückenstich eingefangen hat, dem können Kräuterpflaster, selbstgemachte Tinkturen und Wärme gegen die juckende Schwellung helfen.

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Tinktur

Für die Tinktur benötigst du 6 bis 10 Spitzwegerich-Blätter, die mit Alkohol überdeckt und in einer braunen Glasflasche verschlossen, 4-8 Wochen lang auf dem Fensterbrett ziehen müssen. Danach kann die Tinktur mit einer Pipette direkt auf den Stich gegeben werden. Nach kurzer Zeit gehen Jucken und Schwellung deutlich zurück.

Salbei als Kräuterpflaster

Kräuterpflaster

Die Blätter des Salbeis, Basilikums, Lavendels, Zitronenmelisse, sowie die Blüten der Ringelblume können juckende Insektenstiche ebenfalls lindern. Dazu drückst du einfach die frischen Blätter der Pflanzen auf die Einstichstelle und bindest diese beispielsweise mit einem Tuch fest. Nach ein paar Stunden sollte das „Pflaster“ erneuert werden. Die Kräuter helfen auch bei unangenehmen Kontakten mit Brennnesseln und Ameisen.

Wärme

Mit einem Föhn kannst du die Stiche vorsichtig erhitzen. Da durch die Wärme die juckreizauslösenden Stoffe im injizierten Gift des Mückenstichs zerstört werden, lindert das Föhnen den Juckreiz. Aber Vorsicht – verbrenne dich nicht!

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Quellen: Bilder: Depositphotos/parinyabinsuk, elenstudio, Bignai, darvale, Text: Meike Riebe