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Grüne Mode: Britische Bekleidungsindustrie wird nachhaltig
Kampagne für grüne Mode

Führende Bekleidungshersteller in GB für Umweltfreundlichkeit

Sie verkaufen insgesamt ein Drittel der konsumierten Bekleidung im Land und haben jetzt einschneidende Maßnahmen beschlossen, die nachhaltig der Umwelt zugutekommen sollen. Insgesamt 22 britische Unternehmen haben soeben eine Resolution unterschrieben, die massiv den Wasserverbrauch, den CO2-Ausstoss und die Abfallproduktion reduzieren soll.

Erste Adressen in Britanniens Fußgängerzonen, aber auch gemeinnützige Organisationen und Recyclingunternehmen haben beschlossen, Schritt für Schritt und bis 2020 massiv an der Umweltfreundlichkeit ihrer Branche zu arbeiten. Unter der Leitung von WRAP, eine Nichtregierungsorganisation, die sich landesweit für die Müllreduktion einsetzt, wurde nun ein Kommuniqué namens SCAP unterzeichnet, Sustainable Clothing Action Plan, welches einschneidende Maßnahmen in den nächsten sieben Jahren umsetzt und weitere Ziele definiert. Es wird erwartet, das in den nächsten Wochen noch weitere britische Unternehmen der Bekleidungsindustrie SCAP unterzeichnen werden.

Die Bekleidungsindustrie der Insel ist für fünf Prozent des gesamten CO2-Ausstosses des Landes verantwortlich und produziert zwischen sechs und acht Prozent des landesweit entstehenden Abwassers. Zudem entsteht hier etwa eine Million Tonnen Abfall. Dadurch ist die britische Bekleidungsindustrie nach der Lebensmittelbranche, den Privathaushalten und dem Verkehr auf Großbritanniens Straßen für den größten Einfluss auf die Umwelt verantwortlich.

„SCAP ist eine Möglichkeit für alle Beteiligten aus der Bekleidungsindustrie, zusammenzuarbeiten und ihren Umwelteinfluss massiv zu reduzieren, individuelle wie nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen, um im großen Stile etwas zu verbessern“, sagt die Verantwortliche von WRAP, Liz Goodwin. Am Anfang der Maßnahmen steht eine Kalkulationssoftware, mit deren Hilfe die Unternehmen zunächst einmal ihren ‚Fußabdruck‘ berechnen können. Welche Ressource wird wie viel pro Kleidungsstück verbraucht sei der erste Schritt, um Einsparungen zu berechnen und entsprechende Reduktionsmaßnahmen z ergreifen. 

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Doch nicht nur die Unternehmen selbst wollen massive Maßnahmen ergreifen um eine ganze Industrie umweltfreundlicher zu machen. So soll ebenfalls eine breit angelegte Kampagne die Konsumenten aufklären und für ein bewussteres Konsumverhalten sorgen. Und dies ist auch nötig. Denn laut WRAP landen alleine 350.000 Tonnen Bekleidung Jahr für Jahr auf den Mülldeponien und jeder Haushalt besitze Bekleidung im Wert von durchschnittlich 4.000 Pfund (4.700 Euro). Insgesamt hing 2012 einer großen Studie zufolge Bekleidung im Wert von 30 Milliarden Pfund (35 Milliarden Euro) in britischen Kleiderschränken, Bekleidung, die noch nie getragen wurde, dennoch einen massiven Fußabdruck bei ihrer Produktion hinterlassen hat. Dies soll SCAP und die großangelegte Initiative ändern, um gleich eine ganze Industrie grüner zu machen. Unterzeichner sind unter anderem der Modekonzern Next, Tesco, Sainsbury`s oder Marks & Spencer. Weitere sollen folgen. Ein großer Schritt Richtung grüner Modeindustrie – ein Vorbild, das Schule machen sollte.

Quelle: www.wrap.org.uk, Text: Jürgen Rösemeier