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Klein, schnuckelig, vegan - Das Café Hibiskus überzeugte uns durch besten Service und leckere, vegane Backspezialitäten © Café
Cafe Hibiskus

Cafe Hibiskus: Torte ohne Tier

Erst Anfang Oktober dieses Jahres eröffnet, hat sich das Café Hibiskus bereits in die erste Liga der Kölner Adressen für vegane Genüsse geschossen. Ein Umstand, der neben einem kleinen aber feinen Angebot an Quiches, Suppen, Heißgetränken und ausgesuchten Biolimonaden vor allem den exquisiten Kuchen-, Torten- und Cupcake-Spezialitäten geschuldet ist. Betreiberin Anika beantwortete ecowoman.de einige Fragen und verriet uns eines ihrer Lieblingsrezepte.

Hallo Anika. Stell dich doch bitte kurz vor.

Hallo, ich bin Anika, 31 Jahre alt und ich betreibe seit dem 8. Oktober 2013 das Café Hibiskus hier in Köln.

Wie kamst du zum Thema Veganismus und aus welchen Gründen verzichtest du auf tierische Produkte?

Ich ernähre mich bereits seit meinem neunten Lebensjahr vegetarisch. Dem Schritt hin zum Veganismus ging aber ein längerer Prozess voran. Über das Thema Gelatine habe ich mir beispielsweise anfangs noch überhaupt keine Gedanken gemacht, das kam so mit der Zeit. Es gibt also keinen Tag oder Moment der Erleuchtung was veganes Leben angeht. Allerdings hatte ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis viele Leute, die bereits vegan lebten und natürlich haben wir uns über dieses Thema auch immer wieder ausgetauscht. Was meine Gründe angeht so ist das Thema so umfassend das ich mich ein bisschen schwer tue da einzelne Punkte herausgreifen. Es ist wohl eine Mischung aus ökologischer und politischer Haltung. Ich finde es wichtig, dass wir unser Konsumverhalten überdenken. Das hat bei mir eben dazu geführt, dass ich weitestgehend aus pflanzliche Produkte zurückgreife und versuche, auch in meinem restlichen Konsumverhalten fair gegenüber Umwelt und anderen Menschen zu sein.

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Der Blick quer durchs Café bis zur Straße © Café Hibiskus

Der Blick quer durchs Café bis zur Straße © Café Hibiskus

Du experimentierst viel mit Kuchenrezepten. Wie kommst du auf die Wahl der Ingredienzien und wie lange dauert es durchschnittlich bis dein Rezept steht?

Puh! Also, um ehrlich zu sein, greife ich natürlich oft auf Rezepte zurück, die ich im Internet oder in Büchern finde. Das ist dann die Grundlage für mich, ein wenig zu experimentieren. Mit der Zeit entwickelt man einfach ein Auge dafür, ob Rezepte so funktionieren und was man verändern kann. Bis das endgültige Rezept steht, dauert es dann meist gar nicht lange.

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Veganismus als Lifestyletrend wird in der Szene ja durchaus kontrovers diskutiert. Wie ist deine Meinung dazu?

Ach ja, diese Trends. Ehrlich gesagt freue ich mich, wenn vegane Themen von der Moralkeule befreit werden und Interessierte so einen einfacheren Zugang bekommen. Vielleicht gibt es die einen oder anderen, die über einen Bericht in irgendeinem Magazin neugierig geworden ist, sich weiter informieren und möglicherweise dann sogar nicht nur einfach immer mal wieder auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen sondern weiter denken. Also beispielsweise fair gehandelte Schokolade kaufen, statt auf Zucchini aus Spanien lieber bei Mangold aus der Region zugreifen und auch sonst ihr Verhalten reflektieren und ihre Macht als Konsument nutzen, die sie bei den täglichen Kaufentscheidungen durchaus haben.

Dein aktuelles Lieblingsrezept?

Schwarzwälder Kirschtorte – und die geht so:

Zutaten für den Bisquit:

  • 460g Mehl
  • 200g Zucker
  • 1Pck. Vanillezucker
  • 2Pck Backpulver
  • 4 EL Kakao
  • 80ml Sonnenblumenöl
  • 480ml Mineralwasser

 Für die Füllung und Deko:

  • 600 ml aufschlagbare vegane Sahne
  • 2 Pck. Sahnesteif
  • 2 Gläser Kirschen
  • 40 g Stärke
  • Zartbitterschokolade
Ein Traum von Schwarzwälder Kirschtorten und komplett vegan © Café Hibiskus

Ein Traum von Schwarzwälder Kirschtorten und komplett vegan © Café Hibiskus

Für den Bisquit die trockenen Zutaten mischen, langsam Öl und Mineralwasser hinzufügen bis ein zähflüssiger Teig entsteht.

Eine Springform (26 cm Durchmesser) mit Alsan einpinseln und den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

Den Teig in die Form füllen und ca. 40-45 Minuten backen (mit einem Bambusstäbchen prüfen, ob er durchgebacken ist), anschließend gut abkühlen lassen, am besten über Nacht.

Die Kirschen gut abtropfen lassen und den Saft auffangen. Ca. 150 ml Saft mit der Speisestärke verrühren, den restlichen Saft in einem Topf aufkochen lassen und dann die Mischung einrühre, das Ganze kurz aufkochen lassen bis zu sehen ist, wie die Masse andickt. Die Kirschen unter die Flüssigkeit mischen und alles abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Sahne schlagen und das Sahnesteif hinzufügen. Bis die Sahne ganz aufgeschlagen ist, kann das gut und gerne mal 5 Minuten dauern, also nicht verzagen!

Jetzt wird gebastelt.

Den Bisquit in 2-3 Schichten aufschneiden. Um die unterste Schicht einen Tortenring legen, dann kommen die angedickten Kirschen darauf, dann eine Schicht Sahne (ca. 1/4 der Masse).

Darauf wird der 2. Bisquitboden gelegt, wieder Kirschen und Sahne darauf. Das ganze am besten noch einmal eine Nacht ruhen lassen, sonst kann die Torte etwas brüchig werden.

Zum Abschluss dann die restliche Sahne um die Torte verstreichen, ein wenig davon in einen Spritzbeutel füllen und kleine Wölkchen auf die Torte setzen. Da fertig gekaufte Raspelschokolade leider oft nicht so schön aussieht, nehme ich einfach Zartbitterschokolade und raspele etwas davon mit Hilfe eines Schälmessers ab.

Fertig!

Lass es Euch schmecken!

www.cafehibiskus.de

Das Interview führte Andreas Grüter für ecowoman.de