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Energie und Strom sparen beim Kochen und Backen: Mit ein paar Tipps, ist kinderleicht.

Energie sparen beim Kochen und Backen

Backofen und Herd stehen zwar viele Stunden am Tag still, wenn sie aber mal in Betrieb sind, fängt der Stromzähler ganz schön an zu drehen. Dabei kann man leicht ein paar Euros sparen und somit zum Umweltschutz beitragen.

Kochen und backen benötigen im Bundesdurchschnitt annähernd zwölf Prozent des gesamten Stromverbrauchs in einem Haushalt. Die Höhe des Energieverbrauchs und der damit verbundenen Treibhausgas-Emissionen hängt von der Nutzungsdauer, den Kochgewohnheiten, dem Herdtyp und dem eingesetzten Energieträger (Gas, Strom) ab. Gas ist generell für Backofen und Herd günstiger, aber auch die Energieeffizienz zählt. Mit ein paar Nutzungstipps kann zudem der Verbrauch von Herd und Backofen drastisch gesenkt werden.

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Backen: Energieeffizienz optimieren

Zunächst ist es wichtig, einen energieeffizienten Backofen sein Eigen zu nennen. Denn alte Backöfen, verbrauchen unnötig viel Strom. Bereits der Unterschied zwischen Energieeffizienz A und Energieeffizienz B ist eklatant. Bei durchschnittlich dreimaliger Nutzung in der Woche benötigt ein mit Energieeffizienz A ausgezeichneter Backofen 110 Kilowattstunden Strom im Jahr, kWh/Jahr, ein mit Energieeffizienz B gekennzeichneter Backofen bereits 30 kWh mehr. Jeder kann sich denken, dass der Stromverbrauch bei in die Jahre gekommenen Geräten noch wesentlich höher ausfällt. Rechnet man mit derzeit 23 Cent/kWh Strom, ist dies zwar im Jahresvergleich nicht besonders viel und auf 14 Jahre gerechnet macht dies «lediglich» hundert Euro aus, doch: Die Summe macht es und bei Addition aller Haushaltsgeräte – Waschmaschine, Trockner, Fernsehgeräte, und so weiter -, alten Glühbirnen und vielen Kleingeräten auf Stand-by ist der Unterschied im Stromverbrauch zwischen alt und neu eklatant. Zudem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Strompreise kontinuierlich steigen.


Stromsparpotenzial eines modernen Backofens oder Herdes sollte ausgenutzt werden.

Stromsparpotenzial eines Backofens sollte ausgenutzt werden.

Ob neu oder alt, in jedem Backofen steckt Energiespar-Potenzial. Gerade das Vorheizen ist bei einem neuen Backofen überflüssig. Ausnahme: Sie backen einen Blätterteig oder einen Biskuit. Bei allen anderen Backvorgängen stellen Sie die empfohlene Backtemperatur 10 bis 20 Grad höher ein und addieren Sie zur empfohlenen Backzeit rund ein Viertel hinzu. So können Sie ohne Probleme 20 Prozent Strom sparen. Außerdem können Sie kurz vor Backenende den Ofen schon mal ausmachen – die Restwärme ist völlig ausreichend für den perfekten Abschluss des Back- oder Garvorgangs.

Wenn möglich, backen Sie mit Umluft anstatt mit Ober- und Unterhitze. Das hat zwei große Vorteile: Zum einen kann man mit Umluft gleich mehrere Sachen auf verschiedenen Schienen einmal backen, zum anderen braucht der Backofen mit Umluft 20 bis 30 Grad weniger Strom und kann dadurch fast ein Drittel der eingesetzten Energie sparen.

Möchte man nur schnell mal ein Brötchen aufbacken, dann sollte das besser mit Toaster oder Kleingrill geschehen. Schließlich sollte beim Backen die Tür immer zu bleiben. Auch das reduziert den Stromverbrauch.

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Energieeffizienter Herd ist Goldes wert

So oder so ähnlich könnte das Motto - frei nach der beliebten 80er Jahre Fernsehserie «Eigner Herd ist Goldes wert» - beim Kochen und Backen heißen, denn: Je energiesparender ein Herd ist, desto besser für die Umwelt, das Klima und den eigenen Geldbeutel. Denn dies spart eine große Menge an Strom oder Gas. Herde die mit günstigerem Gas betrieben werden sind zwar wesentlich effizienter als Elektroherde – was auch für Backöfen gilt -, da der Schritt der Energieumwandlung in Strom entfällt. Doch wer keinen Gasanschluss im Haus hat und keine Gasflaschen für den Anschluss an den Herd transportieren möchte, wählt eher energieeffiziente Elektroherde.

Hier gibt es unterschiedliche Modelle. Am effizientesten sind jene Herde mit Induktionskochfelder. Sie benötigen weniger Strom, als beispielsweise Cerankochfelder mit Infraroterwärmung. 20 bis 30 Prozent kann hier die Stromersparnis betragen. Doch der Mehrpreis zu anderen Systemen und die Anschaffung von speziellen Töpfen und Pfannen gleichen dies preislich nicht aus. Die oftmals noch verwendeten Herde mit gusseisernen Kochplatten schneiden bei der Energiebilanz am schlechtesten ab. Und generell gilt: Kleinere Portionen von Gemüse oder vorgekochte Mahlzeiten lassen sich auch gut in der Mikrowelle aufwärmen. Der Herd, und erst recht der Backofen, benötigen hierzu viel zu viel Energie.

Tipps für energieeffizientes Kochen und Backen:

  • Kochen Sie immer mit Deckel. Ohne Deckel zu kochen benötigt drei Mal mehr Energie. Ideal sind Glasdeckel. Dann entfällt das energieraubende Deckel anheben.
  • Benutzen Sie immer zur Menge der Produkte und zur Herdplatte die passende Topfgröße. Ein unnötig großer Topf benötigt mehr Energie.
  • Das rechtzeitige Abschalten von Herd und Backofen vor Garende nutzt die Restwärme zum Garen aus.
  • Kartoffel, Gemüse oder Eier müssen nicht im mit Wasser vollaufgefüllten Topf garen, Ein paar wenige Zentimeter, ein Deckel während des Kochvorgangs reichen aus. Um Anbrennen zu vermeiden, regelmäßig kontrollieren! Das spart bis zu 60 Prozent bei großen, 30 – 40 Prozent bei kleinen Portionen an Strom oder Gas. Nebeneffekt: Mehr Geschmack und wertvolle Inhaltstoffe bleiben erhalten.
  • Schnellkochtöpfe sparen Energie und verkürzen die Zeit, die man am Herd verbringt.
  • Auftauen von Gefriergut: Kühlschrank statt Mikrowelle oder Herd. Denn der Effekt ist gleich doppelt: Erst kühlt das Gefrorene den Kühlschrank und das langsame Auftauen kostet keine Energie. Außerdem entstehen so weniger Keime.
  • Kleine Mengen Wasser sind schneller und Energie effizienter im Wasserkocher zubereitet.
  • Wärmegedämmte Kochtöpfe verringern Abstrahlverluste.

Quelle: Ecotopten.de, Wetter.com, Verbraucherzentrale NRW, Öko-Institut e. V., Text: Jürgen Rösemeier