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Nachhaltige Ernährung: Essen ohne Gentechnik!

Vor allem Geflügelproduzenten missachten den Verbraucherwunsch nach genfreien Lebensmitteln. Der neue Greenpeace-Ratgeber «Essen ohne Gentechnik» informiert über deutsche Unternehmen, die ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen produzieren. Nachhaltigleben.de informiert über die Aktion der unabhängigen Umweltschutzorganisation.

Immer mehr Molkereien und Eierproduzenten haben den Trend zu gentechnisch freien Ernährung erkannt und setzen auf Futter ohne Gentechnik. Die Geflügelbranche gerät hierbei jedoch, nach Greenpeace-Recherchen, ins Hintertreffen. Die Organisation nennt Unternehmen wie Sprehe, Vosko und die Süddeutsche Truthahn AG, die weiterhin Gen-Sonja verfüttern. «Umfragen belegen, dass die meisten Verbraucher keine Lebensmittel wollen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt werden», erklärt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Stephanie Töwe weiter: «Doch vielen Geflügelproduzenten scheint dieser Wunsch egal zu sein. Dabei sollte gerade die Geflügelbranche aus ihren Fehlern lernen. Schlechte Tierhaltung, hoher Medikamenteneinsatz und Dioxin im Futter, so die Expertin, sorgten immer wieder für Empörung. Auf Gentechnik im Tierfutter zu verzichten sei ein kleiner aber wichtiger Schritt für eine nachhaltige Produktion.» Greenpeace macht darauf aufmerksam, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen die biologische Vielfalt gefährdet und zu vermehrtem Pestizideinsatz führt. Da Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisches Futter erhalten, nicht gekennzeichnet werden müssen, sind Verbraucher auf Informationen wie die von Greenpeace angewiesen.

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Bekannte Marken verwenden Gentechnik

Die Umweltschutzorganisation nennt Unternehmen, die auf Gentechnik verzichten, wie beispielsweise die zweitgrößte Käsemarke Grünländer, die seit September das «Ohne Gentechnik-Siegel» tragen. Kritisch gesehen werden dagegen Molkereien, die keine Gentechnikfreiheit garantieren. Dazu gehören unter anderem Bärenmarke und Weihenstephan, die dem Verbraucher in der Werbung Natürlichkeit und Verträglichkeit vermitteln, jedoch die Milch von Kühen beziehen, die mit importierten und genmanipulierten Pflanzen gefüttert werden. Als Firmen-Flops in puncto gentechnikfreie Marken nennt Greenpeace auch so bekannte Unternehmen wie Müller, Schwälbchen und Du Darfst. Greenpeace weist in seinem Ratgeber auf die Risiken der Gentechnik hin. So können laut Greenpeace bei der Genmanipulation unerwartete Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden und die Pflanzen das ökologische Gleichgewicht stören. Eiweiße in genmanipulierten Lebensmitteln können Allergien auslösen und Giftstoffe können entstehen, deren Auswirkungen noch nicht erforscht sind. Gesunde Lebensmittel können allein durch nachhaltige Landwirtschaft erreicht werden, die unsere Ressourcen erhält, statt sie zu zerstören, erklären die Experten der Umweltschützer. Werden die Genpflanzen einmal in die Umwelt ausgesetzt, breiten sie sich durch Pollenflug und Insekten unkontrollierbar aus. Für Landwirte und Verbraucher gibt es dann keine Wahlfreiheit mehr, da das veränderte Erbgut in herkömmliche Pflanzen gelangt.

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Das Siegel «Ohne Gentechnik» informiert den Konsumenten über die Produktion. Foto: www.genetic-id.de.

Kennzeichnungspflicht seit 2004

Seit 2004 müssen zwar alle gentechnisch veränderten Produkte in der Zutatenliste gekennzeichnet werden und zwar sobald die Ausgangspflanze gentechnisch manipuliert wurde. Produkte von Tiere, wie beispielsweise Käse, Milch, Fleisch und Eier, die mit Genpflanzen gefüttert wurden, unterliegen jedoch nicht der Kennzeichnungspflicht. Hersteller von tierischen Produkten, die bei der Fütterung auf Gen-Pflanzen verzichten, können seit Mai 2008 in Deutschland mit der Kennzeichnung «Ohne Gentechnik» versehen werden.

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) informiert auf seiner Internetseite www.ohnegentechnik.org darüber, was eine Kennzeichnung von Lebensmittel «Ohne-Gentechnik» bedeutet:

  • Ein Verbot des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen oder Teilen davon.
  • Ein Verbot des Einsatzes von Vitaminen, Aromen, Enzymen und anderen Lebensmittelzusatzstoffen, die mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen herstellt wurden.
  • Eine Fütterung ohne Gentechnik. Dabei müssen strenge Fristen eingehalten werden.

Der Verband weist in diesem Zusammenhang daraufhin und bestätigt die Aussage von Greenpeace, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nachweisliche negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Gesundheitliche Risiken für Menschen können nicht ausgeschlossen werden.

Mehr Infos:

GreenpeaceRatgeber_200x300

Unter www.greenpeace.de/genalarm finden Verbraucher eine Liste mit Produkten, bei denen Gengefahr besteht. Bestellt oder angesehen werden kann der neue Greenpeace-Ratgeber kostenlos auf der Internetseite www.greenpeace.de.