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Leckere Rezepte aus übriggebliebenen Lebensmitteln
Gute Resteküche

„Leftover“ - leckere Rezepte aus übriggebliebenen Lebensmitteln

Ob Eier, eine halbe Zucchini oder 3 Tomaten - beim Kochen und Backen bleiben täglich Reste übrig, die wir nicht verwerten. Doch anstatt die übriggebliebenen Lebensmittel liegen zu lassen oder einfach wegzuschmeißen, lassen sich daraus noch schmackhafte Rezepte zaubern. Wie das geht, verraten wir euch.

Jeder kennt es: man kauft mehr ein als man verbraucht, greift doch lieber zur Schokolade als zum gekauften Apfel oder hat schlichtweg zu viel gekocht. Als Folge fristen die übriggebliebenen Lebensmittel, die auch als Leftover bezeichnet werden, ein Schattendasein in unserem Kühlschrank oder sie landen gleich ganz im Müll. 

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Studien belegen, dass jeder Deutsche im Schnitt ca. 85 kg Lebensmittel pro Jahr wegwirft – ein Phänomen unserer Wegwerfgesellschaft, die uns dazu erzieht billig einzukaufen und intakte Lebensmittel aufgrund optischer Makel auszurangieren. Wir kaufen zu viel, schmeißen zu viel weg und drücken mit unserem Konsumverhalten die Preise auf ein Minimum. Das schlägt sich auch in den Produktionsbedingungen wieder. Massentierhaltung, Monokulturen und unfaire Arbeitsbedingungen sind die Folge. 

96% wollen weniger Lebensmittel-Müll

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Rund 96 % der Menschen wollen ihr Konsumverhalten ändern und zukünftig weniger wegschmeißen. Mit Hilfe einer gut durchdachten Einkaufsliste und der fachgerechten Lagerung von Lebensmitteln, lässt sich viel Müll vermeiden.

Hier geht es zu unserem Kühlschrank-Knigge

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Leftover - in deinem Kühlschrank steckt mehr als du denkst

Es kann jedoch vorkommen, dass trotz gewissenhaftem Einkauf Lebensmittel übrig bleiben. Häufig fehlen einem dann die Ideen was man aus dem Übriggebliebenen noch machen kann. Dieses Problem hat auch der Koch und Autor Vincent Fricke erkannt. 

In seinem Buch „Leftover. In deinem Kühlschrank steckt mehr als du denkst“, erschienen im Umschau Verlag, zeigt Fricke anhand von einfachen Rezepten wie man das Bestmögliche aus dem herausholt, was gerade zur Hand ist. Dabei kommt es Fricke vor allem auf den nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln an.

Wie man mutig vorhandene Lebensmittel kombinieren und Neues ausprobieren kann, zeigen wir euch anhand unserer drei Lieblingsrezepte aus dem Buch.

Chutneys

Chutney

Wer reifes Obst oder Gemüse übrig hat, kann daraus ganz einfach ein leckeres Chutney machen. Besonders Leftover, die schon etwas an Substanz verloren haben, sind die perfekte Grundlage für ein Chutney. Beliebte Kombinationen sind z.B.: Apfel, Birne, Mango, Rhabarber und Papaya. Oder Zwiebel, Gurke, Tomate, Kürbis und Karotte. Die Herangehensweise an Chutneys ist im Prinzip immer sehr ähnlich.

Was da sein sollte:

   
Rote Zwiebel Reifes Obst oder Gemüse
Pflanzenöl Chili (nach Geschmack)
Trockenobst (z.B. Sultaninen) Zitronensaft
Geröstete Pinienkerne Frische Minze
Salz und Zucker (nach Geschmack)

Zubereitung:

  1. Zwiebel schälen und in 1 cm große Würfel schneiden.
  2. Obst in grobe Würfel schneiden (falls notwendig vorher von Schale und etwaigem Kernen befreien).
  3. Zwiebel in etwas Öl bei geringer Hitze anschwitzen und glasig dünsten.
  4. Chili hacken und dazugeben.
  5. Obst und Trockenobst dazugeben und alles im eigenen Saft vor sich hin köcheln lassen.
  6. Geröstete Pinienkerne dazugeben.
  7. Mit Zitronensaft, etwas Kumin, Salz und Zucker abschmecken.
  8. Minze fein hacken und unterheben.

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Post-Sushi-Milchreis

Post-Sushi-Milchreis

Ein bekanntes Problem: Man hat mit Freunden zu Hause Sushi gemacht und ein Haufen Reis bleibt übrig. Wenn der bis dato in der Tonne landete, dann kommt hier die deutlich bessere Verwertungsidee: Der Post-Sushi-Milchreis.

Was da sein sollte:

   
Sushi-Reisreste Milch
1 Prise Zucker (bevorzugt brauner Rohrohrzucker) Beilage nach Wahl (z.B. Zimt, Kirschen, Marmelade)

Zubereitung:

  1. Reisreste in einen Topf geben.
  2. Milch zugießen, bis der Reis gerade bedeckt ist. Den Zucker dazugeben.
  3. Unter ständigem Rühren aufkochen lassen, dann bei geringer Hitze köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Dabei konstant weiterrühren.
  4. Mit der Beilage servieren.

Upgrade: Wer mag kann den Milchreis anschließend noch mit einer Mucovado-Zimt-Mischung bestreuen und mit dem Bunsenbrenner gratinieren.

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Leftover Crumble

Leftover Crumble

Crumble ist wahrscheinlich das klassische Leftover-Desert der Briten und Amerikaner. Alles was du dafür brauchst, sind ein paar Obst-Leftover, Butter, Mehl und Zucker (und im Bestfall eine Vanilleschote). Super simpel, super lecker. Dazu schmeckt z.B. Vanillesauce.

Tolle Kombinationen sind z.B.: Apfel und Rhabarber oder Birne, Zimt, brauner Rum (einfach einen Schuss zum Obst geben) und Kirsche. Sowie Erdbeere, Rhabarber und Waldmeister oder Pfirsich und Brombeere.

Was da sein sollte:

   
100 g Butter 100 g Zucker (und etwas mehr für das Obst)
Obst-Leftover Vanilleschote
150 g Mehl (für Variationen kann man die Hälfte des Mehls auch durch gemahlene Haselnüsse oder Haferflocken ersetzen)

Zubereitung: 

  1. Ofen auf 160 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  2. Mehl, kalte Butter und Zucker in eine Schüssel geben und mit den Fingerspitzen zu Streuseln verkneten. Gegebenenfalls noch etwas Butter oder Mehl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  3. Wenn Zeit ist: Streusel 15-20 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit sie fest werden und ihre Form behalten. 
  4. Obst entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zusammen mit etwas Zucker und dem Mark einer Vanilleschote in einer Auflaufform verteilen. Streusel auf dem Obst verteilen.
  5. Den Crumble 30 Minuten auf der mittleren Schiene im Ofen backen.
  6. Vor dem Servieren etwas abkühlen lassen.

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Quellen: Vincent Fricke: Leftover. In deinem Kühlschrank steckt mehr als du denkst., Bilder: Depositphotos/IgorVetushko; ©Viviana D’Angelo, Text: Meike Riebe