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In Ihrem Trinkwasser vorhandenes Blei kann die Gesunheit schädigen.

Gesundes Leitungs-Wasser: Vorsicht bei Bleirohren

Wasserleitungen aus Blei können der Gesundheit schaden. Hier finden Sie Tipps und Infos dazu wie Sie feststellen, ob Ihre Leitungsrohre das gefährliche Schwermetall enthalten, und was Sie bei dem Gebrauch von belastetem Wasser beachten sollten.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war Blei aufgrund seiner technisch hervorragenden Eigenschaften ein gebräuchliches Material für Trinkwasserleitungen in Gebäuden. Auch die Leitungen zum Anschluss der Gebäude an die Verteilungsleitung unter der Straße (sogenannte «Hausanschlussleitung») wurden damals häufig aus Blei gefertigt.

Noch heute sind deshalb in vielen Altbauten Bleileitungen zu finden. Nur in Teilen Süddeutschlands (heutiges Bayern und Baden-Württemberg) kommen Bleileitungen schon seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr zum Einsatz.

Blei schadet der Gesundheit

Blei ist ein Nerven- und Blutgift, das sich zudem im Körper anreichert. Schwangere Frauen, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet und vor der Aufnahme von Blei mit dem Trinkwasser besonders zu schützen. Kinder nehmen im Vergleich zu Erwachsenen auch wesentlich mehr Blei aus Nahrung und Trinkwasser auf. Selbst Bleigehalte des Trinkwassers zwischen 0,010 und 0,025 Milligramm pro Liter (mg/l) beeinträchtigen vor und während der ersten Lebensjahre die Intelligenzentwicklung.

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Entfernen Sie Wasserleitungen aus Blei

Sprechen Sie Ihren Vermieter oder Verwalter an, um zu klären, ob es noch Wasserleitungen aus Blei in Ihrem Haus gibt. Falls ja, sollten diese schnellstmöglich ausgetauscht werden.

Wie viel Blei ist schädlich?

Angesichts des ständig erweiterten Wissens zur Giftigkeit von Blei gerade für die Jüngsten unter uns setzte der Gesetzgeber den Grenzwert für Blei im Trinkwasser in den letzten Jahrzehnten mehrmals herab.Ende der 1990er Jahre betrug er 0,040 mg/l, zurzeit noch 0,025 mg/l. Ab 1. Dezember 2013 sind dann laut Trinkwasserverordnung 0,010 mg/l verbindlich einzuhalten.

Der Gesetzgeber räumt also den Gebäudeeigentümern und Wasserversorgern eine Übergangszeit bis 30. November 2013 ein. Bis dahin können und sollten Sie eventuell noch vorhandene Bleirohre gegen Rohre aus besser geeignetem Material austauschen. Der ab 1. Dezember 2013 geltende Grenzwert ist nämlich in Trinkwasser, das durch Bleirohre geflossen ist, nicht einzuhalten. Im Stagnationswasser wird er sogar oft um ein Vielfaches überschritten. Daher gibt es zum vollständigen Austausch der Bleileitungen keine Alternative. Auch kleine Teilabschnitte aus Blei wären nicht duldbar, denn im Kontakt mit anderen metallenen Werkstoffen können sie durch galvanische Korrosion unverhältnismäßig viel Blei ins Trinkwasser abgeben.Sogar moderne Bauteile können Blei aus der Installation an das Trinkwasser abgeben. Verzinkte Stahlrohre, Rohrverbinder, selbst Armaturen aus Kupferlegierungen sind mögliche Bleiquellen. Die entsprechenden Werkstoffe müssen aber so «bleiarm» sein, dass ihre Bleiabgabe an das Trinkwasser nie zu Werten von mehr als 0,010 mg/l führt.


Wie erkennen Sie, ob Ihre Installation bleifrei ist? Bleirohre sind – sofern nicht überstrichen – äußerlich leicht an ihrer graublauen Farbe zuerkennen. Da Blei sehr weich ist, kann es ohne Anstrengung sogar mit dem Fingernagel geritzt werden und erzeugt beim Klopfen einen dumpfen Ton. Bleileitungen wurden im Keller meist nicht geradlinig, sondern in großen Bögen «über Putz» verlegt.

Schwieriger wird die Sache mit «unter Putz» verlegten Rohren. Als Mieter können Sie Informationen über den Zustand der Trinkwasser-Installation vom Hauseigentümer erhalten. Dieser ist nach der Trinkwasserverordnung für die einwandfreie Qualität des Trinkwassers verantwortlich, und wenn er bis Ende 2013 nicht alle Bleirohre gegen geeignete Materialien austauscht, wird das Trinkwasser den dann rechtsgültigen Anforderungen nicht genügen. Als Eigentümer sollten Sie diese Umbauten von einer beim Wasserversorgungsunternehmen eingetragenen Installationsfirma ausführen lassen. Weitere Informationen und Details zu dem Thema finden Sie auch in dem Ratgeber Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn.

Bei nicht zu klärenden baulichen Verhältnissen bleibt immer noch eine fachgerechte Untersuchung Ihres Trinkwassers. Das zuständige Gesundheitsamt oder auch Ihr Wasserversorgungsunternehmen können Ihnen Stellen benennen, die eine solche Untersuchung durchführen.

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Vorsichtsmassnahmen bei Wasser aus Bleileitungen

Für schwangere Frauen, Säuglinge und Kinder bis zum 6. Lebensjahr ist Wasser aus Bleirohren als Trinkwasser immer ungeeignet. Verwenden Sie stattdessen in solchen Fällen für die Zubereitung von Säuglingsnahrung und für Getränke abgepacktes Wasser mit dem Aufdruck «geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung». Die Anwendung von Filtern zur Bleientfernung ist nicht sinnvoll.

Für den Gebrauch von Trinkwasser zur Körperpflege gibt es hinsichtlich seines Bleigehaltes keine Einschränkungen.

Quelle: Umweltbundesamt (Uba)