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Altersvorsorge für Selbstständige
Altersvorsorge für Selbstständige

9 Tipps, wie Sie Altersarmut vermeiden

Sie sind selbstständig, haben also unter anderem die Freiheiten Ihren Auftraggeber selbst zu wählen? Gleichzeitig tragen Sie das unternehmerische Risiko und stehen früher oder später vor der Frage: Wie sieht es im Alter aus, sollte ich mich womöglich absichern und welche Vorsorge ist die beste für mich? Wir geben Ihnen den Überblick.

Für viele ist es die Selbständigkeit die Verwirklichung eines lang gehegten Wunsches: Sie starten in die Selbstständigkeit, sind fortan ihr eigener Chef. Wer unternehmerisch denkt, hat gute Chancen, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Mit der Selbständigkeit verbunden: die Absicherung aller Lebenslagen. Was tun, wenn Krankheit, Arbeitslosigkeit oder ein Pflegefall in der Familie droht.

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Und welche Maßnahmen sind zu treffen, wenn irgendwann das Unausweichliche bevor steht: das Alter? Sprechen wir ganz offen darüber: Irgendwann kommt die Zeit, da Sie alters- oder gesundheitsbedingt nicht mehr erwerbstätig sein können oder wollen.

Selbstständige in Deutschland müssen sich um ihre Altersvorsorge selbst kümmern. Einige Personen, wie Handwerker oder Hebammen, sind pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. Für die anderen kann sich eine freiwillige Mitgliedschaft lohnen.
 

Angst vor geringer Rente als Selbständiger oder gar vor Altersarmut?

Sprechen wir ganz offen darüber: Das Thema Altersarmut in Deutschland ist real.

Eine vor kurzem im Auftrag der Quirin Privatbank erstellte Studie des Forschungsinstituts YouGov förderte diese Erkenntnis zutage: Rund 62 Prozent der befragten Selbstständigen und Freiberufler haben Angst vor Altersarmut.

Nach Jahrzehnten harter Arbeit kann es dann plötzlich heißen, jeden Euro zweimal umzudrehen. Sie werden uns recht geben: Das ist eine bedrückende Perspektive für die Rente als Selbstständiger.

Angst vor geringer Rente als Selbständiger

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Was Sie für die Rente als Selbstständiger jetzt tun können

Als Unternehmer und Freiberufler müssen Sie rechtzeitig und umfassend vorsorgen, damit es nicht eines Tages heißt „Altersarmut: Was tun?“. Doch das ist in Zeiten von Null- und Negativzinsen leichter gesagt als getan.

Kapitalanlageformen für die Rente als Selbstständiger

  • Kapitallebensversicherungen können kaum noch den Garantiezins erwirtschaften. Von Überschussbeteiligungen ganz zu schweigen.

  • Niedrige Zinsen – magere Rente für Selbstständige: Eine Private Rentenversicherung garantiert zwar eine lebenslange Rentenzahlung. Doch die Verzinsung liegt in vielen Fällen unter der Inflationsrate. Ihre Rente als Selbstständiger wird mithin äußerst mager ausfallen.

Und machen wir uns nichts vor: Inzwischen gehen fast alle Kapitalmarkt-Experten davon aus, dass die Phase der Null- und Negativzinsen noch sehr lange andauern wird. Der renommierte Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff sagte unlängst: „Ich glaube, dass jede große Notenbank innerhalb der kommenden zehn Jahre Negativzinsen einführen wird“.

Unser Tipp: Risikovorsorge und Vermögensaufbau trennen

Was also tun? Wir von Finanzstrategie Sommese empfehlen: Trennen Sie die Risikovorsorge von der Kapitalanlage.

1. Risikovorsorge: Zu den größten Risiken im Leben eines Selbstständigen gehört die Berufsunfähigkeit.

Was passiert, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen kein Geld mehr verdienen können? Was wird dann aus Ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen, was aus Ihrer Familie?

  • Bevor Sie also in Aktien, Gold oder Immobilien investieren, sichern Sie dieses existenzbedrohende Risiko durch eine leistungsstarke Berufsunfähigkeits-(BU) Versicherung ab.

  • Mit einer zusätzlichen Risikolebensversicherung sorgen Sie für Ihre Familie für den Fall Ihres Todes vor. Mit den Leistungen aus dieser Police können zum Beispiel Kredite und die Restschuld eines Immobiliendarlehens zurückgezahlt werden.

  • Und schließlich: Als Selbstständiger sind Sie nicht automatisch gesetzlich unfallversichert. Sie sollten sich mit einer privaten Unfallversicherung auch gegen dieses Risiko wappnen.

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2. Kapitalanlage: Für die Rente als Selbstständiger auf Sachwerte setzen!

Wenn die genannten Risiken abgesichert sind, denken Sie über Ihre Kapitalanlage für die Rente nach. Wie gesagt: Zinsprodukte bringen keine nennenswerten Renditen mehr; im Gegenteil, mitunter müssen Sie sogar noch Negativzinsen („Verwahrentgelt“) zahlen.

Und wo es keine Zinsen gibt, gibt es auch keine Zinseszinsen. Ein gezielter Vermögensaufbau für die Rente ist durch Zinsen jetzt und vermutlich auch in den kommenden Jahren nicht mehr möglich.

Die Alternative lautet: Investieren Sie in Sachwerte. Und zwar in die „Klassiker“: Aktien(fonds), Gold und Immobilien. Nur damit lassen sich längerfristig noch Renditen für die Rente erzielen.

Der Kauf von Einzelaktien macht bei einer kleineren oder mittleren Summe wenig Sinn, da eine ausreichende „Streuung“ auf viele verschiedene Titel aus unterschiedlichen Branchen dadurch schwer möglich ist. Doch nur mit einer solchen „Streuung“ reduzieren Sie Ihre Risiken.

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Zusammensetzung der Rente für Selbstständige aus Kapitalanlagen:

  • Kaufen Sie einen bewährten Aktienfonds oder ETFs (Exchanged Traded Funds), diese bilden einen kompletten Index ab (etwa den MSCI World).

  • Gold ist der Stabilitätsanker in Ihrem Depot. Als natürlicher Rohstoff ist das Angebot an diesem Edelmetall nicht beliebig ausdehnbar. Auch in schweren Krisen wird Gold niemals wertlos sein – im Gegenteil: Gold ist die „Krisenwährung“ schlechthin!

  • Vorsorgen mit Immobilien: Und trotz der deutlichen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren bleiben Immobilien in guter bis sehr guter Lage in Mittel- und Oberzentren, nicht zuletzt angesichts der günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und der hohen Nachfrage nach Wohnraum, als Anlageform attraktiv. Die selbstgenutzte Immobilie ermöglicht im Alter mietfreies Wohnen. Oder aber, Sie verkaufen die Immobilie. Wertsteigerungen sind nach Ablauf von zehn Jahren sogar steuerfrei.

  • Noch selten genutzte Alternative: Immobilienrente für Selbstständige – der bisherige Eigentümer verkauft das Objekt und lässt sich ein Nießbrauchrecht eintragen. Somit bekommt er zum einen Geld aus dem Verkauf (natürlich nicht den vollen Wert der Immobilie) und kann zum anderen lebenslang mietfrei wohnen.

glücklich im Alter

Wie sieht Ihre Rente als Selbstständiger dann aus? Haben Sie ausreichend vorgesorgt?

Quellen: Bilder: Depositphotos/diego_cervo, alexraths, halfpoint; Portrait Nadine Kostka: Nadine Dalheimer, Text: Nadine Kostka

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