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Blühfläche
Tipps zum Bienenschutz

Bienensterben ade: Das können Sie tun, um Bienen zu schützen

Dass Bienen sterben ist bei vielen – nicht zuletzt durch den Film More than Honey – angekommen. Doch sie sind weit mehr als natürliche Honiglieferanten: rund ein Drittel unserer Lebensmittel ist auf die Bestäubung der Insekten angewiesen. Einige Tipps, damit jeder Bienen helfen kann!

Bienen

© bienenschutz.org/ Greenpeace

So wichtig sind Bienen!

Bienen, aber auch Hummeln, Käfer, Schmetterlinge und Fliegen sind der Schlüssel für die weltweite Nahrungsmittelproduktion. Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 Prozent von Bienen bestäubt. Hätten Sie das gedacht?

Allein in Europa hängen so mehr als 4.000 Gemüsesorten von den Insekten ab. Aber in den letzten Jahren sterben die fleißigen Helfer mehr und mehr. Doch nicht nur die europäischen Länder leiden unter einer ungewöhnlich hohen Sterberate ihrer Honigbienen, weltweit berichten Imkerinnen und Imker seit den späten 1990er-Jahren von einem plötzlichen und unerklärlichen Rückgang ihrer Bienenpopulationen.

Bienen_Obst

Ein Drittel unserer Nahrung, darunter viele Obst- und Gemüsesorten hängen von der Bestäubung der Insekten ab © bienenschutz.org/ Greenpeace

Warum immer mehr Bienen sterben müssen

Das Bienensterben ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen: Schwindende Lebensräume mit unzureichendem Futterangebot, Klimawandel, Parasiten, Krankheiten und die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz von chemisch-synthetischen Giften. Zahlreiche Pestizide – zum Beispiel insektizide Nervengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide – sind wahre Bienenkiller. Sie schädigen das zentrale Nervensystem der Tiere. Welche anderen Gründe für das Bienenstebern sorgen, lesen Sie in diesem Beitrag. Spoiler: Neben Pestiziden ist auch die Massentierhaltung nicht ganz unschuldig daran.

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Ist die Bestäubung per Hand eine Alternative?

Doch wenn es keine Bienen mehr gäbe, wer sollte dann all die Pflanzen bestäuben? Ein Beispiel aus China zeigt, dass Bestäubung per Hand extrem arbeitsintensiv, langsam und kostspielig ist. Gerade sehr vitaminreiche Nahrungsmittel wie Äpfel, Himbeeren, Tomaten und Mandeln würden sehr selten und teuer werden – Obst als Luxusgut. Der Wert der Bienenbestäubung beträgt weltweit ungefähr 265 Milliarden Euro. Bienenschutz zahlt sich also auch aus ökonomischer Sicht aus.

Bienenschutz

Der Wert der Bestäubungsarbeit beträgt weltweit rund 265 Mrd. € im Jahr © bienensterben.org

Bienenschutz ganz einfach: 4 Tipps zum Nachmachen

Aber was kann ein einzelner Mensch gegen das Bienensterben tun? Das zum Beispiel:

1. Bio-Lebensmittel einkaufen

Denn die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf chemisch-synthetische Gifte und schont dadurch die Artenvielfalt!

2. Blumenwiese statt englischer Rasen!

Zudem sollten im Garten und auf dem Balkon auf Chemie verzichtet werden! Möglichst viele einheimische Blumen, Stauden, Hecken, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, spenden den Bienen vor allem im Frühjahr und Spätsommer reichlich Pollen und Nektar.

4. Die Bienen-App des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nutzen

Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärte dazu bei der Einführung der App: „Wir brauchen mehr bienenfreundliche Pflanzen in unseren Gärten und auf den Balkonen. Wir alle können etwas tun für den Schutz der Bienen.“ Es ist das Ziel der Initiative die Bevölkerung über Bienen zu informieren, ihnen Ängste zu nehmen und mehr Pflanzen auf Balkone, Terrassen oder Gärten zu bringen, die bienenfreundlich sind. 

„Mit dieser App kann der Pflanzenfreund nun noch leichter erkennen, welche Pflanzen gute Nahrung für Bienen sind. Ich finde es besonders gelungen, was man mit dieser App alles über Bienen lernen kann“ so Schmidt damals. In der App ist ein Lexikon mit mehr als 100 Pflanzen und Pflegetipps enthalten. Außerdem informiert sie über Bienen, Hummeln und andere Tiere, die Pflanzen bestäuben. Zusätzlich bietet die App ein Quiz als auch die Fotofunktion „Bee my friend“, mit deren Hilfe man Bienen-Grüße versenden kann. Die Bienen-App des BMEL ist ab sofort kostenfrei für Apple iOS und Android verfügbar.

3. Bauen Sie eine Wildbienenburg

Wer den Bienen einen wirklich langfristigen Schutz bieten möchte, der kann zum Bau einer Bienenkiste hier nachsehen - mit der Bauanleitung können Sie diese einfach selber bauen.

Weitere Infos zu dem Thema Bienenschutz erhalten Sie hier.

Ein kleiner Erfolg in Hessen: Mehr Nahrung für Insekten und Bienen

Im Jahr 2020 von besonderem Erfolg gekrönt ist die Kampagne "Bienenfreundliches Hessen". Mit Fördermitteln ist es gelungen insgesamt 5000 Hektar Blühflächen anzulegen, die Bienen und Insekten nun mehr Nahrung bieten und damit dem Artensterben entgegenwirken. 

Mit Freude verkündete Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Priska Hinz zum Weltbienentag am 20. Mai 2020 den wachsenden Erfolg der Kampagne "Bienenfreundliches Hessen". Im Vergleich zum Vorjahr konnten mit Fördermitteln 500 Hektar mehr Blühflächen für Insekten und Bienen gewonnen werden. Es handelt sich dabei um ein- und mehrjährige Flächen.

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1.695 Landwirtinnen und Landwirte beteiligten sich 2020 an diesem Programm. Insgesamt stehen nun 5.000 Hektar mehr Nahrung für die fleißigen Lebewesen zu Verfügung - dies entspricht rund 7.000 Fußballfeldern. 3.400 Hektar Blühflächen werden im Rahmen des Agrarumweltmaßnahmenprogramms HALM mit insgesamt 2,25 Millionen Euro gefördert. Weitere werden vom Hessischen Bauernverband (HBV) und dem Landesverband Hessischer Imker (LHI) gemeinsam im Rahmen der Kampagne "Bienenfreundliches Hessen" angelegt. Mit der Kampagne "Bienenfreundliches Hessen" macht das Umweltministerium seit März 2017 erfolgreich auf die Bedürfnisse von Wild-, Honigbienen und anderen Insekten aufmerksam und setzt Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt um.  "Mehr Blütenvielfalt auf dem Land zu schaffen, ist lebensnotwendig. Honigbienen, Wildbienen, aber auch andere Insekten sind darauf angewiesen", erklärte Priska Hinz. Insbesondere Wildbienen sind in Gefahr, viele der 424 Wildbienenarten sind bereits vom Aussterben bedroht. "Insekten sind unersetzlich für unser Ökosystem, unsere Lebensmittelversorgung und unsere Lebensqualität.", so die Ministerin.

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Quelle: bienenschutz.org Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bild: Depositphotos/piolka, Text: Tine Esser und Christina Jung