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Noch prägen die alten Buchenwälder das Erscheinungsbild von Europa.
Welterbe in Deutschland

Alte Buchenwälder erzählen ihre Geschichten

Von der Bedeutung der Buche im Lebensalltag der Menschen zeugen in Deutschland noch heute zahlreiche Orts- und Familiennamen. Möglicherweise gehen sogar Worte der deutschen Sprache wie Buch oder Buchstabe auf den uralten Laubbaum zurück. Das liegt daran, dass sich die Buche nach dem Ende der Eiszeit parallel zur Sesshaftwerdung des Menschen in Mitteleuropa ausgebreitet hat.

Die Buche ist eine auf Europa beschränkte Baumart

Ohne dessen Einfluss wäre sie noch immer die dominierende Baumart in vielen Regionen und alte Buchenwälder würden den Kontinent heute noch stärker prägen als sie es ohnehin in einzigartiger Weise tun. Die wertvollen Naturräume gilt es zu schützen; nicht zuletzt, weil die Buche nur in Europa vorkommt. Außerdem sind naturbelassene Buchenwälder wichtige Ökosysteme, die einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten einen idealen Lebensraum bieten: Schätzungen gehen von bis zu 10.000 verschiedenen Tierarten aus!

Voraussetzung dafür ist, dass vom Menschen möglichst wenig oder am besten gar nicht in die Wälder eingegriffen wird, dass diese also nicht kulturell verändert oder forstlich genutzt werden. Es ist wichtig, den natürlichen Lebenszyklus eines Buchenwalds nicht zu stören, denn gerade Tot- oder Altholzstrukturen sind unglaublich wichtig für die biologische Vielfalt. Leider sind naturnahe Buchenwälder mit mehr als 200 Jahre alten Bäumen im Tiefland sehr selten geworden – Reste von ihnen gibt es weltweit nur noch in Deutschland.

Alte Buchenwälder sind Welterbe in Deutschland

Um wenigstens diese letzten verbliebenen Tiefland- und Mittelgebirgs-„Urwälder“ zu schützen, wurden fünf ausgewählte Waldgebiete Deutschlands im Jahr 2011 von der Unesco zum Welterbe erklärt: die Nationalparks Jasmund, Hainich und Kellerwald-Edersee, der Müritz-Nationalpark und Grumsin im UNESCO- Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Seither ergänzen sie das grenzüberschreitende Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“, das die Hochgebirgs-Buchenwälder in der Slowakischen Republik und der Ukraine unter Schutz stellt. Durch die Welterbestätte „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ gerät das einzigartige Phänomen der Buchenwälder nicht in Vergessenheit.

Fünf Waldgebiete in Deutschland bilden das Welterbe.

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Aufgrund ihrer großen Artenvielfalt sind diese ein wichtiges Thema während der von 2011 bis 2020 andauernden UN-Dekade Biologische Vielfalt, in der dem weltweiten Schwinden der Biodiversität entgegengewirkt werden soll. Um möglichst viele Menschen auf dieses Problem aufmerksam zu machen und für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu begeistern, sind Projekte wie die „Weltnaturerbe Buchenwälder-App“ besonders wichtig, die kürzlich zum „Ausgezeichneten UN-Dekade-Projekt“ ernannt wurde. Die kostenlose App stellt die Buchenwälder in Deutschland ausführlich vor und lädt ein, diese auf ausgewählten Welterbe-Routen zu erkunden, ein hilfreicher Service, denn in den Welterbegebieten wird dem Umweltschutz zuliebe bewusst auf eine Beschilderung verzichtet. Weitere Informationen finden Sie hier: Weltnaturerbe Buchenwald

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Quellen: Weltnaturerbe Buchenwälder; HMUKLV, Bild: Rüdiger Biehl, Text: Ronja Kieffer