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Das umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat wird für weitere 18 Monate zugelassen
Glyphosat bleibt erlaubt

Glyphosat ist weiterhin erlaubt

Nun steht es fest: Das umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat wird für weitere 18 Monate zugelassen. Rechtzeitig zur Diskussion um die Zulassung hat die WHO scheinbar ihre Meinung geändert und eine neue Studie veröffentlicht, die Glyphosat als unbedenklich einstuft.

Bereits im letzten Monat sollte entschieden werden, ob Glyphosat weiterhin eingesetzt werden darf oder nicht. Die Europäische Kommission plädierte für eine Verlängerung um weitere 15 Jahre, die jedoch an den Protesten einiger Mitgliedstaaten scheiterte.

Passend zur Glyphosatabstimmung veröffentlichte ein Fachgremium, an dem auch die Weltgesundheitsorganisation beteiligt war, eine neue Studie, in der Glyphosat als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ und „wahrscheinlich nicht genverändernd“ bezeichnet wird. Dennoch kam keine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten zusammen, um die Verlängerung durchzubringen. Jedoch fehlte auch für die Ablehnung des Kommissionsvorschlages die Mehrheit, so dass die EU-Kommission letztendlich alleine entscheiden konnte.

Die Kommission entschied, dass Glyphosat zunächst für weitere 18 Monate eingesetzt werden darf. Bis dahin soll durch die europäische Chemikalienagentur geklärt werden, ob eine tatsächliche Krebsgefahr von Glyphosat ausgeht.

Während Umweltschützer der EU vorwerfen, im Interesse der Agrarindustrie zu handeln, fordern die Hersteller des Unkrautvernichters die Ausweitung der Zulassung auf 15 Jahre.

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Diskussion um Glyphosat

Im März 2015 entfachte die Diskussion über Glyphosat erneut, als die Internationale Behörde für Krebsforschung (IARC), die zur WHO gehört, das Gift als „wahrscheinlich krebserregend“ einstufte. Erst im Mai 2016 kam die WHO zusammen mit dem deutschen Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu dem Ergebnis, dass Glyphosat doch nicht krebserregend sei. Grund für die unterschiedlichen Studienergebnisse der WHO bestehen in der Art der Fragestellung: Während die IARC 2015 der Frage nachging, ob Glyphosat grundsätzlich krebserregend sei, wollte die WHO 2016 wissen, wie wahrscheinlich es ist, tatsächlich durch Glyphosat an Krebs zu erkranken.

Glyphosat ist (und bleibt) Pflanzengift Nr.1

Glyphosat ist das weltweit am meisten verwendete Unkrautvernichtungsmittel und wird auf etwa 40 Prozent der Ackerflächen mindestens dreimal pro Saison (vor der Aussaat, vor der Ernte und nach der Ernte) eingesetzt. Glyphosathaltige Unkrautvernichter sind Breitbandherbizide, die für fast alle Pflanzenarten giftig sind. Hersteller ist der Saatgut- und Gentechnik-Konzern Monsanto, der 1971 „Monsanto Glyphosat“ als Herbizid patentieren ließ. Heute macht der Konzern allein mit seinem Produkt „Roundup“ einen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden US-Dollar.

Seit dem Ablauf des Patentschutzes mischen weitere zahlreiche Unternehmen mit. Die Hälfte des Angebots stammt heute aus China.

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Quellen:  tagesschau.de  Bild: depositphotos/thailandonly, Text: Meike Riebe