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Tiere nehmen Mikroplastik mit ihrer Nahrung auf.
Kampf gegen Mikroplastik

Mikroplastik: Je kleiner, desto gefährlicher

Es ist zwar unsichtbar, aber dafür umso gefährlicher: Die Rede ist von Mikroplastik. Vor allem in Kosmetikartikel finden sich jede Menge der winzigen Kunststoffpartikel, die unsere Meere verschmutzen. ecowoman verrät, welche Produkte Mikroplastik enthalten.

Plastik ist in vielen verschiedenen Formen in unserem Alltag vorhanden – und alle sind schlecht für die Umwelt. Wenn Plastik kleiner als fünf Millimeter ist, wird er als Mikroplastik bezeichnet. Und das ist besonders schädlich für die Weltmeere und deren Ökosysteme. Denn ist es erst einmal ins Meer gelangt, bleibt es dort jahrzehntelang und verbreitet sich mit den Strömungen.

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Je kleiner das Plastik, desto gefährlicher für Meerestiere

Kleiner heißt im Fall von Kunststoff übrigens nicht unbedingt besser, denn je winziger die Teilchen sind, desto mehr Tiere nehmen sie mit ihrer Nahrung auf. So wurde Mikroplastik sogar schon in Plankton am Meeresgrund und in anderen Kleinstlebewesen an der Wasseroberfläche gefunden, die als Nahrungsquelle für Fische dienen. Die landen schließlich auf unserem Teller und der Kunststoff damit auch in unserem Körper.

Aber wie kommt das Mikroplastik überhaupt ins Abwasser? Diese Frage ist schnell beantwortet, wenn man sich bewusst macht, dass die winzigen Kunststoffpartikel in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten eingesetzt werden. Besonders sogenannte Peelings, die die Haut reinigen oder glätten sollen, enthalten häufig Mikroplastik. Aber auch in Shampoo, Mascara und Deo dient der Kunststoff oft als Bindemittel oder ähnliches.

Mikroplastik winzige Kunststoffpartikel die unsere Meere verschmutzen

Mikroplastik ist ein Magnet für Schadstoffe

Beim Duschen oder Baden gelangt das Plastik dann ins Abwasser. Weil es so klein ist, kann es von Kläranlagen meist nicht vollständig aus dem Wasser herausgefiltert werden, sodass es schließlich in den Gewässern landet. Besonders schädlich ist das Mikroplastik auch deswegen, weil es wie ein Magnet für Schadstoffe wirkt, sodass Tiere – und schließlich auch wir Menschen – diese in großen Mengen aufnehmen.

Da es keine Kennzeichnungspflicht gibt, ist es für uns Verbraucher im Geschäft bisher so gut wie unmöglich, herauszufinden, in welchen Produkten Mikroplastik in welchen Mengen vorhanden ist. Der BUND hat deshalb einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, in dem alle Kosmetikprodukte aufgeführt sind, die Mikroplastik enthalten und setzt sich außerdem für ein grundsätzliches Verbot von Mikroplastik und anderen Formen von Kunststoff in Kosmetikartikeln ein.

Die gute Nachricht: viele Hersteller haben bereits reagiert und verzichten entweder schon auf Mikroplastik oder haben einen solchen Schritt angekündigt. Zahnpasta ist in Deutschland seit Ende Oktober zum Beispiel komplett plastikfrei, weitere Erfolge finden Sie hier. Der Trend geht also eindeutig hin zu plastikfreier Kosmetik. Also gehen Sie mit und werfen Sie vor dem nächsten Einkauf einen Blick auf den BUND-Einkaufsratgeber. Dann brauchen wir vielleicht schon bald keine Liste mehr…

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Quelle: BUND, Bild: Bild 1: BUND; Bild 2: Stephan Glinka/BUND, Text:  Ronja Kieffer