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Kartoffeln in Haenden
Saatgut-Tresor auf Spitzbergen

Saatgut-Tresor in der Antarktis

Die Gefahren durch den Klimawandel sind vielfältig. Schon heute gefährden nasskalte Winter und heiße, trockene Sommer die Ernten wichtiger Lebensmittel wie der Kartoffel. Was passiert, wenn Sorten aussterben? Oder wenn Katastrophen die Landwirtschaft zerstören?

Düstere Zukunftsszenarien sind keine Seltenheit, wenn von den Gefahren durch den Klimawandel die Rede ist, und leider entsprechen diese nicht selten der Realität. Das Ansteigen der Temperaturen stellt für den Fortbestand einiger wichtiger Kulturpflanzen tatsächlich eine Bedrohung dar.

Schnitzel ohne Beilage

Ohne die beliebte Beilage würde auf dem Teller etwas fehlen.

Hitze und geringe Vielfalt gefährden die Kartoffel

Zum Beispiel für die Kartoffel, jenes Nahrungsmittel, das gerade in Deutschland in rauen Mengen verspeist wird: Jeder Deutsche isst im Durchschnitt 55 Kilogramm Kartoffeln im Jahr. Weltweit ist die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammende Erdfrucht das drittwichtigste Nahrungsmittel. Kaum auszumalen, was geschieht, wenn diese vielfältige Lieblingsbeilage einmal nicht mehr existiert. Zwar gibt es ganz akut keinen Grund zur Sorge, mit Blick auf den Klimawandel ist ein Aussterben der Kartoffel aber durchaus denkbar, und zwar aus mehreren Gründen.

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Zum einen verringert die Pflanze bei Temperaturen über 28 Grad ihr Wachstum stark, außerdem breiten sich Kraut- und Kartoffelfäule bei Hitze schneller aus. Und ein weiterer Punkt ist entscheidend. Von den weltweit mehr als 300 anerkannten Kartoffelsorten werden in Deutschland nur 15 bis 20 kultiviert, es herrscht also nur wenig Vielfalt. Im Ernstfall kann das ein schnelles Ende für die beliebte Beilage zur Folge haben.

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Hunderttausende Pflanzensamen werden im ewigen Eis geschützt

Um die Biodiversität erhalten zu können und für den Notfall vorzubeugen, werden mitten in der Antarktis die Samen Hunderttausender Kulturpflanzen im ewigen Eis aufbewahrt, darunter mehr als 3.500 Kartoffelsorten. Dieses Saatgut-Backup würde es den Menschen im Ernstfall ermöglichen, würde, die Landwirtschaft wieder aufzubauen. Eine möglichst große Vielfalt ist dabei enorm wichtig, denn welche Pflanzensorten in der Lage sind, sich an möglicherweise völlig andere oder auch sehr extreme Bedingungen anzupassen, das weiß heute noch niemand.

So funktioniert das System zum Erhalt der Kartoffel:

Der Saatgut-Tresor befindet sich im Inneren eines Berges auf der norwegischen Arktis-Insel Spitzbergen und beherbergt aktuell mehr als 860.000 Proben von unterschiedlichsten Kulturpflanzen, die in drei Lagerhallen bei minus 18 Grad frisch gehalten werden. Und zwar auf lange Sicht: Rund eintausend Jahre können die Samen gut geschützt im ewigen Eis überdauern. Verantwortlich für diese „Arche Noah“ der Lebensmittel sind der im Jahr 2004 gegründete Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt Crop Trust und das Land Norwegen, die den Seed Vault (Saatgut-Tresor) auf Spitzbergen gemeinsam finanzieren und betreiben. Weitere Informationen unter www.croptrust.org.

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Quellen: Crop Trust, Bilder: Crop Trust, Depositphotos/maxsol7, Text: Ronja Kieffer