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Urbane Gärten auf dem Dach eines Einkfaufszentrums in Tel Aviv
Urban Farming

Urban Farming: Gigantische Bio-Farm auf dem Dach

Das Dach des Dizengoff Einkaufszentrums in Tel Aviv behütet mit seiner beeindruckenden Bio-Farm inklusive Baumschule, Bienenhäusern sowie Lebensräumen für Vögel und Flughunde eine echte Perle des Urban Farming. Mensch und Natur im Einklang, Urban Farming at its best!

Glaubt man den Prognosen der Vereinten Nationen, dann lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, bis 2050 werden es rund 66 Prozent sein. Damit steigt auch die Herausforderung, diese vielen Menschen auf einem Fleck mit genügend Nahrung zu versorgen. Urban Gardening und Urban Farming bieten hier einen Ansatz, der aktuell vor allem die schönen Vorzüge der ländlichen Nähe zur Natur auch für Stadtmenschen genießbar macht. Doch in Zukunft könnte Urban Farming tatsächlich lebenswichtig werden. Dieser Gedanke motivierte auch das Projekt „Green in the city“ – und so entstand eine gigantische Bio-Farm auf dem ältesten Einkaufszentrum von Israel.

Gärtnern in der Stadt

Urban Farming: Dächer eignen sich hervorragend für das Gärtnern in städtischen Ge­bieten. 

Urban Farming: Was und wieso?

Urban Farming meint das Gärtnern oder den landwirtschaftlichen Anbau in städtischen Gebieten. Dabei werden meist freistehende Flächen zu kleinen Gärten oder Farmen umgebaut oder ungenutzte Räume neu erschlos­sen. Unter anderem eignen sich natürlich vor allem Dächer hervorragend für Urban Farming Projekte, da hier wie auf dem freien Feld oder im Garten das meiste Licht auf die Pflanzen herabstrahlt und dadurch auch die Wachs­tumsbedingungen am besten sind. Aber auch Balkons oder vertikale Begrünung lösen das Problem des Platzmangels in der Stadt hervorragend. Urban Gardening und Urban Farming sichern die Ernährungs­versorgung in städtischen Gegenden und begünstigen die Kreislaufwirtschaft mit Wasser und organische Abfällen. Sie ermöglichen auch Stadtmenschen durch den eigenen Anbau von Kräutern und Pflanzen wieder den wichtigen Bezug zur Natur und sind außerdem wirtschaftlich rentabel.

Urbane Gärten auf dem Dach eines Einkfaufszentrums in Tel Aviv

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Urban Farming meets Hydrokultur

Urban Farming ausgerechnet auf einem Shopping Center, das als Symbol des modernen Materialismus gilt? „Green in the city“ lautet der Name des israelischen Projekts – und er ist auch Programm. Mitten auf dem Dach des ältesten israelischen Einkaufszentrums Dizengoff versteckt sich die rund 750 Quadratmeter große Bio-Farm, auf der allein 10.000 Salatköpfe im Monat angebaut werden. 17 verschiedene Gemüse und Kräutersorten wachsen auf der Bio-Farm und es gibt sogar einen Bananenbaum. Dabei nutzt das Urban Farming Projekt sowohl organische Methoden, vor allem aber auch verschiedene vertikale und horizontale Hydrokulturen, mit denen das Essen fast doppelt so schnell wächst wie in Erde. Das Gemüse wird ohne Pestizide angepflanzt, gilt aber deshalb nicht offiziell als Bio, weil die landwirtschaftlichen Bestimmungen in Israel vorgeben, dass organisches Essen in Erde gepflanzt sein muss. Das Urban Farming Projekt beherbergt außerdem mehrere Bienenstöcke, eine Fledermaushöhle im Untergeschoss sowie jede Menge Nistplätze für Vögel.

Urbane Gärten auf dem Dach eines Einkfaufszentrums in Tel Aviv

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Frisches Gemüse vom Dach!

Der Ertrag von Green in the City wird an Restaurants und Privathaushalte verkauft und kann online bestellt und mit dem Fahrrad geliefert werden. Ein Teil wird auch vor Ort im Einkaufszentrum verkauft – frisches Gemüse vom Dach! Urban Farming Projekte ermöglichen den Anbau von regionalem Obst und Gemüse in bester Qualität und setzen Trends in Sachen ökonomischer Nachhaltigkeit. Auch in Deutschland hat sich der Trend in der ein oder anderen Ecke bereits durchgesetzt und verwandelt immer mehr Stadtmenschen in kleine Gärtner und Farmer. Ist eine andere Welt pflanzbar?

Urbane Gärten auf dem Dach eines Einkfaufszentrums in Tel Aviv

Ein Teil der Ernte wird vor Ort im Einkaufszentrum verkauft - frisches Gemüse vom Dach!

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Quellen: Green in the City, Bilder: Green in the City/Livin Green Company, Text: ib