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Etikettenschwindel bei boomendem Ökostrom?

 

Ökostrom statt Atomstrom: Wird mit grünem Image geschwindelt?

Ökostrom nur Etikettenschwindel? Verbraucherschützer äußern Kritik und fordern auf, genau nachzufragen.

Die ökologische Wirkung des Wechsels zu einem vermeintlichen Ökostrom-Anbieter ist nach Ansicht von Verbraucherschützern oft sehr gering. Denn: Verbraucherschützer haben die Mehrzahl der Ökostrom-Angebote in Deutschland stark kritisiert. «Vieles von dem, was sich auf dem Markt der Ökostrom-Angebote tummelt, gleicht einer Mogelpackung», sagte Andrée Böhling, Energieexperte der Umweltorganisation Greenpeace den Stuttgarter Nachrichten. Oft werde Strom aus Kohlemeilern oder Atomreaktoren von den Energieanbietern schlicht umdeklariert. Fossile Energie, erzeugt in Kohlekraftwerken wird so schnell zum Ökostrom.

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Basis des organisierten Etikettenschwindels sind marktübliche Recs-Zertifikate. Bildhaft ausgedrückt, werden diese Recs-Zertifikate einfach jedem Strompaket angeheftet. Grüne Energie kann so als Ökostrom erkannt werden, Strom aus Kohle und Co. als fossil erzeugter Strom.

Verbraucherschutz warnt: Ökosiegel seien nur bedingt aussagekräftig

Probleme ergeben sich, weil die Zertifikate getrennt von denen ihnen zugrunde liegenden Strommengen gehandelt werden können. Energieversorger können daher in Gegenden mit viel Ökostrom – Beispiel: Mittels Wasserkraft in Norwegen oder Österreich erzeugt - Ökozertifikate erwerben. Diese können dann auch an den Strom aus deutschen Kohlemeilern angeheftet werden. Somit wird fossil erzeugter Strom schnell zu Ökostrom. Eine gängige Methode. «Die ökologische Wirkung vieler Ökotarife geht gegen Null», erklärte Christian Michaelis, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg den Stuttgarter Nachrichten. 90 Prozent der Ökostrom-Angebote, so die Schätzungen des Experten, verdiene dank der Recs-Zertifikate diese grüne Bezeichnung nicht.

Fachleute raten: Als Verbraucher beim Ökostrom-Anbieter genau nachfragen

Die Fachleute der verschiedenen Organisationen fordern den Ökostrom-Kunden dazu auf, beim Energieversorger genau nachzufragen. Ökorankings in Vergleichsportalen oder die diversen Ökosiegel seien aufgrund der Recs-Zertifikate nur bedingt aussagekräftig und verraten wenig über die Echtheit der grünen Strom-Angebote der Energieversorger. Überhaupt heißt die Devise Strom sparen wo es nur geht. Was es bringt, eventuell einen alten Kühlschrank zu tauschen und wie Sie die Kosteneinsparung berechnen können, lesen Sie hier.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten, Text: JRB