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Ein ökologischer Garten: Gesunde Pflanzen und große Artenvielfalt.

Artenvielfalt im Garten: Gesund und ökologisch sinnvoll

Die biologische Vielfalt geht auch in unseren Gärten mehr und mehr zurück. Tiere finden kaum noch Nahrung und auch der Artenreichtum der Pflanzen und Blumen nimmt mehr und mehr ab. Doch für Hobbygärtner gibt es viele Möglichkeiten, dies mit oft einfachen Mitteln zu ändern.

Früher pflegte jeder Gemüse- und Obstbauer seine eigenen speziellen Sorten, die meist perfekt auf die jeweilige Region abgestimmt waren. Dieses Wissen und die Samenvermehrung ging jedoch immer mehr verloren, Saatgut wurde meist nur noch im Laden gekauft, viele Sorten sind nach und nach verschwunden und das Angebot war landesweit gleich. Biodiversität sieht anders aus. Hier kann der moderne Hobbygärtner einen Beitrag leisten. Denn viele Händler haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten heute wieder Saatgut, Setzlinge oder Pflanzen fast vergessener Arten an. Wer sein Gemüsebeet möglichst variantenreich bepflanzt, hat zudem mehr Abwechslung auf dem Teller, isst gesund und kann durch eine gut gewählte Fruchtfolge seine Beete optimal nutzen.

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Böden laugen schnell aus

Als Vor- oder Nachkultur eignen sich Sorten mit kurzer Kulturzeit. Diese werden im Frühjahr und Herbst eingesetzt, wenn länger wachsende Gemüsesorten noch nicht oder nicht mehr wachsen. Spinat ist beispielsweise eine gute Vorkultur für Karotten, während Buschbohnen auf abgeernteten Beeten mit Frühkartoffeln gesät werden können. Feldsalat wiederum passt als Nachkultur von frühen Kohlarten oder Zwiebeln, da er ziemlich kälteunempfindlich ist. Eine optimale Fruchtfolge ergeben Arten aus verschiedenen Familien mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf und unterschiedlich langer Kulturzeit. Noch wichtiger als eine durchdachte Fruchtfolge ist ein jährlicher Fruchtwechsel. So sollte die Anbaufläche möglichst jedes Jahr gewechselt werden. Dies verhindert, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird. Dies gilt besonders für Starkzehrer wie Karotten, Kartoffeln und Rote Beete. Auch Erdbeeren sollten alle drei bis vier Jahre den Standort wechseln.

Zu den so genannten Starkzehrern gehören auch Kartoffeln und alle Kohlarten. Aubergine, Gurken und Lauch haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Mit wenig zufrieden sind Erbsen, Radieschen und die meisten Kräuter. Durch den jährlichen Wechsel kann sich die Erde erholen und zudem werden Krankheiten und Schädlingen vorgebeugt. Auch Pflanzen derselben Familie - zum Beispiel Sellerie, Karotte und Petersilie - sollten möglichst nicht zusammen und nacheinander auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dies gilt vor allem für Kohl- und Nachtschattengewächse.

Mischkulturen sind Trumpf

Monokulturen sind auch im Gemüsegarten nicht sinnvoll. Bei Mischkulturen unterschiedlich stark zehrender Gemüsesorten stehen die Pflanzen weniger in Konkurrenz und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. Einige Arten schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Der Duft der Karotten vertreibt zum Beispiel die Zwiebelfliege und umgekehrt mag die Karottenfliege den Zwiebelgeruch nicht. Entscheidend ist auch, möglichst biologische Samen und Setzlinge zu verwenden und auf künstliche Dünger oder gar giftige Schädlingsbekämpfer zu verzichten. Gute Partner sind auch Karotten und Dill, Tomaten und Petersilie, Rote Beete und Frühlingszwiebel oder Fenchel und Endivie.


Bio-Garten: Gesundes Gemüse essen und Artenvielfalt der Tiere.

Gesundes Gemüse essen und schöne Blumen: Der Hobby-Gärtner sorgt auch für Artenvielfalt. (c) Fotolia

Artenvielfalt fördern

Auch abseits der Beete gibt es in einem Garten einiges, was für die Artenvielfalt getan werden kann. Statt eintöniger Rasenflächen können beispielsweise Wildblumen ausgesät werden. Da hat nicht nur das Auge etwas davon, sie sind auch Lebensraum für Raupen, Käfer und viele weitere Insekten. Einheimische Sträucher und Hecken sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Gartenzaun und bieten mit ihren Pollen und Früchten eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Wildtiere. Zudem finden Igel im Laub- und Reisighaufen einen Unterschlupf zum Überwintern. Auch die Trockenmauer für Hanggrundstücke oder der kleine Steinhaufen werden schnell das zu Hause von kleinen Tieren wie Eidechsen, Spinnen und Käfern. Schmetterlinge und Bienen freuen sich besonders über blühende Kräuter und Wildblumen, Flieder und duftende Stauden.

Wer dann noch Nisthilfen für Wildbienen, Marienkäfer und nützliche Florfliegen anbringt, kann auf kleinem Raum – sogar auf einem Balkon – ein richtiges Naturparadies schaffen. Heute gibt es vorgefertigte Nist- und Überwinterungsvorrichtungen, Insektenhotels genannt, die die fliegenden Nützlinge gerne annehmen. Wer dann noch in einer kleinen Gartenecke die lästigen Brennesseln stehen lässt, der wird schon bald den Zweck erkennen. Denn das ist die Hauptnahrung der Schmetterlingsraupen.

Text: Kanyama Butz und Jürgen Rösemeier-Buhmann
 

Tipps für eine biologische Vielfalt im eigenen Garten


  • Abgestorbene Bäume oder Äste bieten einen natürlichen Nistplatz nicht nur für Wildbienen. Wer kann, sollte solche deshalb stehen lassen.
  • Nisthilfen für Insekten wie Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Nützlinge können fertig im Baumarkt oder Gartencenter gekauft werden. Zum selber Bauen eignen sich unbehandelte und entrindete Harthölzer, in die einfach unterschiedlich große Löcher gebohrt werden. Die größten Erhalten etwas Stroh, dann siedeln hier bald vielleicht Ungeziefer fressende Ohrenklammer. Oder man steckt Abschnitte von Bambusrohren in Backsteine oder gebündelte Dosen und stellt diese waagerecht auf.
  • Durch naturnahes, biologisches Gärtnern werden auch Nützlinge angelockt, die Gemüse und Obst vor Läusen und anderen ungebetenen Gästen schützen. So kann oft gut auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden.
  • Und wer das ganze Jahr hindurch mit speziellem Wildvogelfutter füttert, der hat auch bald viele zwitschernde Freunde in seinem Garten. Zudem wird hierdurch viel für den Artenerhalt getan. Es ist eine Tatsache, dass, aufgrund aufgeräumt wirkender Gärten, immer weniger Nahrung für die gefiederten Nützlinge vorhanden ist. Spatzen bzw. Sperlinge sind sogar schon vom Aussterben bedroht.


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