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Zwei Wege zu Terra Preta

Zwei Wege zu Terra Preta

Terra Preta – was ist damit eigentlich gemeint? Viele kennen sie und ihre Vorteile nicht. Denn die Terra Preta, portugiesisch für schwarze Erde, ist eine Wundererde. Denn sie fördert fruchtbaren Boden, gesunde Pflanzen und Lebensmittel, sowie eine hohe und sichere Ernte. Und nebenbei hilft sie durch ihren hohen Hummusgehalt auch den Klimawandel entscheidend zu mildern. Ideal fürs Frühlingsbeet. Zwei Wege, wie Sie Terra Preta selbst herstellen können.

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Mit Terra Preta wird der Ertrag besonders hoch und ist vor allem gesund © Thinkstock/ iStockphoto


 

Die Zutaten, alles was das Herz begehrt

Für die Herstellung von Terra Preta lassen sich prinzipiell sämtliche im Haushalt und Garten anfallenden organischen Reste verwenden: Gemüsereste, Bananenschalen, Grünschnitt, Laub, kleingeschnittene Zweige, Holzhäcksel, Stroh; Mist von Tieren, Fleischreste und Knochen.

Die Herstellung – Stapelkompost oder Stapelkisten?

Da es bei der Schwarzerdeproduktion für die unterschiedlichen Wohnsituationen auch unterschiedliche Herstellungsmethoden gibt, müssen Sie zuerst folgendes beachten:
Personen, die nur einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung haben, sollten zu Stapelkisten greifen, weil diese nur wenig Platz in Anspruch nehmen.
Menschen, die einen Garten direkt vor ihrer Haustür haben, können einen vergleichsweise wartungsarmen Stapelkompost anlegen und ihre frischen Küchenabfälle dort direkt fermentieren.

Die Stapelkisten – für den Balkon oder die Terrasse

Wenn man wenig Platz zum Gärtnern hat, bietet es sich an, Stapelkisten zu nutzen. Am besten besorgt man sich gebrauchte lebensmittelechte Gitterboxen, auch unter dem Namen Bäckerkisten bekannt, ungefähr 60 x 40 x 40 cm groß sind und ein nach unten offenes Bodengitter besitzen.Pro Terra-Preta-Stapel benötigt man zwei Boxen; in der oberen wachsen die Pflanzen im gereiften Pflanzenkohlesubstrat, in der unteren wird neues Terra-Preta-Substrat hergestellt oder organisch nachgedüngt.

Die untere Box wird zunächst mit zehn Zentimeter hoher Gartenerde gefüllt und dann ungefähr 20 Liter  Pflanzenkohle darauf verteilt. Bis zum oberen Boxenrand kann nun mit feuchter Pflanzenerde aufgefüllt werden. Pro Box rechnet man mit 50 % Pflanzenkohle und 50 % Gartenerde.

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Die obere Box – das Hochbeet – wird auf die untere gesetzt und mit einem Gemisch aus einer Hälfte Gartenerde und einer Hälfte gereiftem Kompost aufgefüllt. Die Kisten sollten regelmäßig bewässert werden, da die Erde in den Behältern schneller austrocknet als im Garten.
Ist die obere Box abgeerntet, werden die Kisten ausgetauscht: Die bisherige Gemüsekiste kommt nach unten, die bisherige Erdkiste nach oben. Damit rotieren die Boxen jährlich und die Erde wird von Jahr zu Jahr fruchtbarer.

Mit einem Stapelkompost im Garten geht die Fermentierung des Materials wie von selbst - nur stampeln ist ab und zu nötig © Thinkstock/ iStockphoto




 

Der Stapelkompost – für den Garten

»Halt ihn feucht und tritt ihn feste, das ist für den Mist das Beste!«, so sagten schon früher Bauern über ihren Misthaufen. Gut zerkleinerte Küchenabfälle und Kochreste, die täglich oder wöchentlich auf solch einem Kompost landen, sollten mit Gartenabfällen vermengt und im Verhältnis 10:1 mit feuchtem Pflanzenkohlepulver bestreut werden. Anschließend sollte man die organischen Reststoffe mehrere Minuten lang feststampfen. Denn nur in luftabgeschlossenem Material kommt die Milchsäurevergärung in Gang.

Der Stapelkompost sollte stets feucht sein, aber auch nicht überwässern. Bei länger anhaltender Trockenheit könnte er schnell austrocknen und die Mikrobiologie dadurch absterben, bei Überwässerung droht Fäulnis.  

Die Fermentierung des Materials in einem so behandelten Stapelkompost benötigt ungefähr einen Monat, die weitere Vererdung dauert je nach Jahreszeit und Wärme etwa drei bis sechs Monate, wobei man nichts weiter tun muss als abwarten.

Der Anbau

Beim Bepflanzen der Terra Preta-Böden sollten Sie darauf achten, dass die angepflanzten Kulturen sich mögen, d.h. sich durch Wurzelausscheidungen gegenseitig unterstützen. Beispielsweise Möhren und Zwiebeln lieben sich, aber auch Tomaten und Petersilie, Sellerie und Lauch. Indes hegen Tomaten und Erbsen, Petersilie und Salat, sowie Kohl und Zwiebeln eine Antipathie gegeneinander.

Mehr zum Buch: Terra Preta

Quelle: Scheub/ Pieplow/ Schmidt: Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald
Text: Christina Jung  Fotos:Thinkstock