1. Home
  2.  › Haus & Garten
  3.  › Garten
Bleiben Sie fit und ernähren Sie sich aus dem Bio-Garten
Der eigene Bio-Garten

Gesunde Lebensmittel aus dem eigenen Bio-Garten

In Deutschland ist er Trend, der eigene Garten. Rund eine Million Hektar Fläche werden von 6,5 Millionen Hobbygärtnern bearbeitet. Damit der Gartenbau biologischen Kriterien genügt, muss einiges beachtet werden. Mit organischem Dünger und Fruchtwechsel kommt man dem Biogärtnern einen Schritt näher.

Fit und Gesund durch gesunde Ernährung aus dem Bio-Garten.

Ernähren Sie sich gesund mit Gemüse aus dem heimischen Bio-Garten. (c) Fotolia
 

Wenn man einen Biogarten anlegt, gestaltet man seinen Garten im Einklang mit der Natur. Dabei wird nicht nur der Umwelt geholfen, sondern man kann sich auch sicher sein, dass die Nahrungsmittel frei von Schadstoffen im Suppentopf oder auf dem Teller landen.

Es geht im Biogarten aber nicht nur um die Pflanzen selbst, sondern auch darum, ihre Wachstumsbedingungen optimal zu gestalten. Im Biogarten werden die Pflanzen gefordert, Stoffe mit den Lebewesen aus dem Boden auszutauschen. Dadurch bilden sie kräftige Wurzeln, die auch an der Oberfläche für eine kräftige Pflanze sorgen.

Im Gegensatz zu einem konventionellen Garten geht es im Biogarten nicht darum, wie die Pflanze am schnellsten wächst. Hier schiesst die Pflanze zwar schnell in die Höhe, ist aber auch anfälliger gegen Schädlinge oder Krankheiten. Deshalb ist im herkömmlichen Garten chemischer Pflanzenschutz oft ein Muss.

Einen Biogarten anzulegen ist keine Sache, die von heute auf morgen passiert. Denn die Böden in den Schweizer Wohngebieten sind oft mit verschiedenen Schadstoffen, vor allem mit Schwermetallen wie Blei, Zink, Kadmium oder Kupfer belastet. Hinzu kommt auch die Überdüngung vieler Gärten. Laut Bioterra, der grössten Schweizer Organisation für biologischen Gartenbau, sind vier von fünf Gärten überdüngt.

Wer einen Biogarten will, sollte die Finger von chemischen Mitteln und Düngern lassen. Nach Bioterra führen diese bei den Pflanzen nämlich zu Trägheit und verminderter Wurzelbildung. Die Alternative sind organische Dünger. Aber auch hier gilt: «Weniger ist mehr.» Kompost, der im Frühling ausgebracht wird, wirkt beispielsweise düngend auf den Boden. Das Ausgangsmaterial für den Kompost sollte aber natürlich auch schadstoffarm sein. Fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter reichen im Normalfall aus. Er sollte ein paar Zentimeter oberflächlich eingearbeitet werden, jedoch nicht zu tief, da sonst Wurzeln beschädigt werden können.

Anzeige

Umstellung auf biologischen Garten-Bau

Der erste Schritt für einen gesunden Garten ist die Bodenuntersuchung. Denn man muss wissen, womit die Erde angereichert werden muss, welche Stoffe im Überfluss vorhanden sind oder ob der Boden zu fest oder zu locker ist. In der Schweiz gibt es verschiedene Labors, die eine Bodenanalyse durchführen. Wer den Entschluss fast, seinen Garten ab dem nächsten Frühling biologisch umzustellen, kann den Boden mit einer Gründüngung bereits im Herbst vorbereiten. Im Vordergrund stehen dabei die Bodenlockerung, Erosionsschutz und die Verbesserung der biologischen Aktivität.

Laut Demeter eignen sich für die Herbst-Gründüngung bis Ende August Buchweizen, Klee, Ackerbohnen oder Erbsen. Bis Mitte September dann Senf, Inkarnatklee oder Ölrettich und bis Anfang Oktober Wickroggen. Die Gründüngung könne aber auch noch im Frühling, etwa eineinhalb Monate vor der Bepflanzung, stattfinden. Im Frühling stehe dabei die Nährstoffversorgung im Vordergrund. Denn durch das spätere Einhacken der Biomasse werde der Boden besonders effizient mit Nährstoffen angereichert und gelockert. Während der Pflanzzeit sollte von einer Tiefenlockerung abgesehen werden, eine oberflächliche Bearbeitung reicht dann völlig aus.


Im biologischen Gemüsegarten muss auf den Fruchtwechsel geachtet werden. Der wechselnde Anbau von Pflanzen auf einer Fläche verhindert, dass die Pflanzen dem Boden nur einseitig Nährstoffe entziehen. Die Pflanzen werden in die drei Gruppen Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer unterschieden, je nachdem wie viel Nährstoffe sie verbrauchen. Im ersten Jahr werden also die Starkzehrer, im zweiten die Mittelzehrer und im dritten die Schwachzehrer angelegt. Zu der ersten Gruppe gehören unter anderem Kohlarten, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Lauch oder Kürbisse. Mittelzehrer sind Spinat, Zwiebeln, Erdbeeren, Auberginen, Karotten oder Salat. Am wenigsten Nährstoffe verbrauchen Bohnen, Erbsen, Radieschen oder Kräuter. Auch die Mischkultur wird im Biogarten gross geschrieben. Denn der Boden verliert seine Fruchtbarkeit, wenn man immer nur die gleichen Pflanzen anbaut. Mischkultur wird betrieben, wenn verschiedene Pflanzen gleichzeitig angebaut werden. Jedoch verträgt sich nicht jede Pflanze mit der anderen, einige stören sich sogar bei Ertrag oder Wachstum, wenn sie nebeneinander gedeihen. So sollen Tomaten nicht mit Gurken, Bohnen nicht mi Erbsen oder Kohlrabi nicht mit Kohlarten angebaut werden. Erdbeere und Zwiebel oder Pfefferminze und Kartoffeln vertragen sich hingegen gut.

Anzeige

Mit Nützlingen gegen Schädlinge

Für jeden Schädling hat die Natur auch den passenden Gegenspieler. Durch verschiedene Einflüsse können die Schädlinge aber trotzdem die Überhand gewinnen. Vorbeugende Massnahmen können mit den richtigen Mischkulturen getroffen werden. Denn durch die Vermischung von Wurzelausscheidungen wird es laut der Andermatt Biogarten GmbH für den Schädling schwierig, seine Wirtspflanze zu finden. Blattläuse zum Beispiel können auch mit dem einheimischen Zweipunkt-Marienkäfer vertrieben werden. Pro Blattlauskolonie werden mindestens zwei Marienkäferlarven oder ein bis zwei erwachsene Marienkäfer freigelassen.

Quelle: nachhaltigkeit.org



Tipps für den Bio-Garten


  • Nur organischen Dünger verwenden, denn alle chemischen Präparate belasten die Umwelt
  • Im Gemüsegarten auf Fruchtwechsel und Mischkulturen achten
  • Zum Bewässern eignet sich auch Regenwasser
  • Schädlingsbekämpfung kann mit Nützlingen entgegengetreten werden
  • Schneckenzäune aufstellen, anstatt chemische Körner zu streuen
  • Asche gehört wegen der Schwermetalle nicht in den Garten

Weitere Tipps und Infos zum Bio-Garten finden Sie hier:

  • Unter www.biogarten.ch finden Sie Tipps und Tricks rund um den biologischen Gartenbau. Es können auch Nützlinge per Post bestellt werden.
  • Hier finden Sie die Kontaktdaten für die Gartenberatung von Bioterra: www.bioterra.ch.
  • Unter www.kompost.ch finden sie Informationen rund um die Grünverwertung.
  • Das ökö-forum Umweltberatung Luzern bietet unter www.oeko-forum.ch ein pdf zu Mischkultur und Fruchtfolgen an. Darin findet sich auch eine Liste, welche Pflanzen zusammen angepflanzt werden können.
  • Unter www.bilder.agrarwissen.ch finden Sie Labors für Bodenanalysen.