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Jute anstatt Plastik
Sagen Sie Nein zum Müll

So wird Abfallvermeidung ein Kinderspiel

In Deutschland liegen wir mit jährlich 617kg Müll pro Person im europaweiten Vergleich auf Platz vier der größten Umweltsünder. Anlässlich der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ vom 21. bis 29. November, geben wir Ihnen Tipps für die nachhaltige Müllvermeidung. Warum nicht schon diese Woche anfangen?

Weltweit wachsen die Müllberge. Vor allem Deutschland ist kein besonders gutes Vorbild in Europa, denn hier produziert eine Person durchschnittlich ganze 617kg Müll im Jahr und damit 136kg mehr als im EU-Durchschnitt. Die „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ steht ganz im Zeichen des bewussten und nachhaltigen Umgangs mit Produkten. Sonderangebote im Supermarkt, Einweg-Plastikflaschen, Plastikbecher für den Coffee to go und viele Elektrogeräte im Haushalt – überall greifen wir zu Müll, lassen Lebensmittel schlecht werden oder elektronische Geräte im Keller verstauben. Mit diesen Tipps wird die Müllvermeidung zum Kinderspiel. Sehen Sie es doch mal als Herausforderung an, möglichst wenig Müll zu produzieren. Die Umwelt und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken. Und ganz ehrlich: wer bringt schon gerne den Müll nach draußen?

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Tipp 1: Den Einkauf planen

Orangen im Netz zum Sonderangebot? Sechs Kiwis zum Preis von vier? Angebote wie diese verführen uns tagtäglich. Bei der großen Auswahl im Supermarkt und den vielen vermeintlichen Sparmöglichkeiten vergessen wir schnell, dass wir gar nicht so viel essen können, bevor die Lebensmittel schlecht werden. Das Ergebnis: durch schlechte Planung landen viel zu viele Lebensmittel in der Tonne, während anderswo Menschen hungern. Vorausschauendes Denken wäre nicht nur besser für die Umwelt und eine gerechte Verteilung der Ressourcen, sondern lohnt sich tatsächlich auch in Hinblick auf die Finanzen, denn jeder Bundesbürger wirft im Jahr durchschnittlich Lebensmittel im Wert von 235€ weg.

Frisch einkaufen auf dem Markt

Bewusster und nachhaltiger einkaufen.

Vorausschauend und kreativ

Gehen Sie lieber mehrmals die Woche einkaufen, auch wenn es vielleicht zeitaufwendiger ist. So behalten Sie den Überblick über das, was Sie in den Einkaufswagen legen. Ein Einkaufszettel – an den Sie sich möglichst auch halten – hilft Ihnen dabei, wirklich nur die Produkte einzukaufen, die Sie für die Mahlzeiten der nächsten 2-3 Tage benötigen. So gehen Sie außerdem zielstrebiger zu den Regalen und verweilen nicht länger als nötig im Laden. Lassen Sie sich nicht von größeren Packungen täuschen – diese sind selten wirklich günstiger und schon gar nicht dann, wenn Ihnen die Hälfte davon schlecht wird. Seien Sie kreativ in der Küche und denken Sie sich neue Rezepte mit Resten aus.

Tipp 2: Bevorzugen Sie Mehrweg-Verpackungen

Leitungswasser ist das Lebensmittel in Deutschland, das am strengsten kontrolliert wird. Wer Wasser aus dem Kran trinkt, spart in vielerlei Hinsicht: das lästige Tragen entfällt, der Geldbeutel wird geschont und Sie müssen auch keine Flaschen zur Mülltonne oder zurück in den Laden bringen. Wer gerne Säfte und Mineralwasser trinkt, sollte am besten zur Mehrwegflasche aus Glas greifen. Diese kann bis zu 50-mal wiederverwendet werden.

Tipp 3: Alternativen zu Plastikbechern und –tüten

76 Einwegtüten werden pro Jahr und Kopf in Deutschland verwendet. Tatsächlich im Einsatz ist eine Plastiktüte aber lediglich 25 Minuten – dann wandert sie entweder direkt in den Müll oder auf den Stapel mit den vielen anderen Tüten, die irgendwann einmal als Mülltüten dienen sollen. Wer hingegen Jutebeutel oder einen Einkaufskorb verwendet, verbessert seine Umweltbilanz deutlich. Auch beim beliebten Coffee to go besteht noch großes Verbesserungspotenzial: 320 000 Einwegbecher aus Pappe oder Plastik werden hierzulande verbraucht – stündlich. Durchschnittlich wandern sie schon nach 15 Minuten in die Tonne. Ein selbstmitgebrachter Thermobecher stellt hier eine umweltfreundliche Alternative zum Papp- oder Plastikbecher dar.

coffe to go

Die Coffe-to-go Kultur lässt die Müllberge wachsen.

Tipp 4: Sharing ist das neue Besitzen

Unsere ständige Nachfrage nach neuen Produkten verursacht viel Müll. Alte Gegenstände, die noch tadellos funktionieren, werden ersetzt und weggeworfen, nur weil etwa ein neues Modell auf den Markt gekommen ist. Wenn es denn das neue Modell sein soll, dann fragen Sie doch mal in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis, ob nicht jemand gerne das alte hätte. Vielleicht überlegt Ihr Arbeitskollege, sich ein einfaches Smartphone zuzulegen, und freut sich auch über ein zwei Jahre altes Modell. Vielleicht ist Ihre Freundin ein Näh-Profi und macht aus Ihren alten Jeans tolle Taschen. Wenn Ihnen niemand einfällt, schauen Sie doch mal, ob es auf Facebook eine Verschenke-Plattform für Ihre Stadt gibt. Sie würden sich wundern, was Leute suchen.  

Sie ziehen um und brauchen eine Bohrmaschine? Lohnt sich der Kauf wirklich, wenn Sie sie nur einmal zum Aufhängen der Bilder benutzen? Fragen Sie Ihre Nachbarn, ob Sie sich deren Werkzeuge ausleihen dürfen. So sparen Sie Geld und kommen gleichzeitig in Kontakt mit Ihren Nachbarn in Kontakt. Bei einem guten Nachbarschaftsverhältnis oder im Schrebergarten kommt vielleicht auch die gemeinsame Anschaffung teurer Geräte in Frage. Braucht tatsächlich jeder einen Rasenmäher, eine lange Leiter oder eine hochwertige Heckenschere? Im Straßenverkehr zum Beispiel hat sich das Teilen schon längst durchgesetzt: Carsharing wird immer stärker nachgefragt und erweist sich als günstigere Alternative, wenn man mit dem eigenen Auto weniger als 10.000 Kilometer im Jahr fährt.

ecowoman Extrainfo:

Egal, ob Sie sie gemeinsam oder alleine nutzen: setzen Sie auf hochwertige, langlebige und reparaturfähige Produkte. Dadurch schonen Sie die Umwelt und langfristig gesehen den Geldbeutel und sparen sich außerdem viel Ärger mit billigem Schrott.

Zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung finden viele nachhaltige Aktionen rund um das Thema Müll statt. Hier gibt es den Überblick. Auch zur Woche der Abfallvermeidung vom 06.05- bis 08.05. 2016 gibt es bereits Infos.

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Quelle: Nachhaltiger Warenkorb; Bilder: iStock/Central IT Alliance, boggy 22,  olegkalinaAutor: kle