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Akute Bronchitis
Fallzahlen steigen im Winter

Akute Bronchitis: Hartnäckiger Husten – ausgelöst durch Viren

Bronchitis zählt zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Im Winter, die Zeit der Erkältung, häufen sich die Fälle und doppelt so viele Menschen klagen über hartnäckigen Husten. Alles über das Krankheitsbild und mögliche Behandlungsmethoden.

Laut der Deutschen Lungenstiftung kommen auf 100.000 Einwohner wöchentlich 80 Patienten mit einer akuten Bronchitis. Im Winter verdoppelt sich die Zahl – kein Wunder, denn die akute Bronchitis geht meist mit einer Erkältung einher. Sie ist also eine typische Winterkrankheit, die durch Viren ausgelöst wird und in vielen Fälle am besten mit etwas Geduld wieder geheilt werden kann.

Akute Bronchitis: Viren, Winterzeit und andere Ursachen für die Krankheit

Wer kennt es nicht: Der Sitznachbar in der Bahn, die Arbeitskollegin oder die Freunde in der Schule – einer von ihnen hustet immer, und dass nicht nur im Winter. Husten gilt als typisches Anzeichen einer Erkältung oder eben als klassisches Symptom einer akuten Bronchitis, die jedoch oftmals zusammen mit oder nach einer Erkältung auftritt.

Denn: Auslöser der akuten Bronchitis sind in den meisten Fällen Erkältungsviren. Das heißt aber auch, dass die akute Bronchitis ansteckend ist. Sie wird, ähnlich wie auch das Coronavirus per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Infizierte verteilen die Erreger durch Husten, Niesen oder indem sie Oberflächen wie Türgriffe anfassen. Kommt ein Gesunder damit in Berührung oder atmet die Viren ein, kann er sich leicht infizieren.

Die Inkubationszeit, also die Phase zwischen Infektion und dem ersten Auftreten der Symptome, kann je nach Virus unterschiedlich sein und zwischen ein bis sechs Tage dauern. Auch wenn die akute Bronchitis zu 90 Prozent durch Erkältungsviren (Grippe-, Herpes-, Rhino- oder Parainfluenzaviren) ausgelöst wird, kann sie in seltenen Fällen auch von Bakterien, Pilzen oder chemischen Reizen verursacht werden.

Akute Bronchitis: Lästiger Husten und andere Symptome

Werden die Viren oder Bakterien eingeatmet und gelangen so in die Bronchien, können sie sich dort festsetzen und vermehren. Der Körper aktiviert Abwehrmechanismen und versucht die Erreger zu bekämpfen. Die Folge sind entzündete Schleimhäute der Bronchien und eine vermehrte Bildung von Flüssigkeit und Schleim. Damit können die Viren und abgestorbenen Zellen leichter gelöst und abgehustet werden.

Sogenannter produktiver Husten, also Husten mit Auswurf, gilt daher als typisches Symptom der akuten Bronchitis ­ allerdings erst im späteren Verlauf. Zu Beginn äußert sich die Entzündung der Atemwege meist in Form eines trockenen Reizhustens. Da die akute Bronchitis oftmals im Rahmen einer Erkältung auftritt, können folgende Symptome ebenfalls typische Anzeichen sein:

   
Fieber Kopf- und Gliederschmerzen
Halsschmerzen Starker, trockener Husten
Schnupfen und Abgeschlagenheit Auswurf, also Schleim in weiß bis grün-gelblicher Farbe

Der Husten tritt bei Patienten mit akuter Bronchitis oft vermehrt in der Nacht oder am frühen Morgen auf und hindert Betroffene an einem erholsamen Schlaf. In vielen Fällen können auch Schmerzen hinter dem Brustbein ein Symptom der akuten Bronchitis sein.

Verlauf: Akute Bronchitis beginnt mit trockenem Hustenreiz

Da die akute Bronchitis oft eine Begleiterkrankung einer Erkältung ist, äußert sie sich zu Beginn meist mit trockenem Hustenreiz und Schnupfen. Breiten sich die Viren weiter im Körper aus, können die anderen typischen Erkältungssymptome sowie Fieber hinzukommen. Während diese in der Regel nach einigen Tagen wieder abklingen, verändert sich der trockene Husten hin zu einem produktiven Husten mit zähflüssigem Schleim.

Für viele Patienten ist das äußerst unangenehm, doch Ärzte empfehlen, den Husten auf keinen Fall zu unterdrücken. Der weißlich gefärbte Schleim muss raus aus dem Körper und mit ihm die Krankheitserreger. Nach etwa zwei Wochen ist die akute Bronchitis meist wieder überstanden. Dauert der hartnäckige Husten länger an und ist nach sechs Wochen noch immer nicht abgeklungen, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam.

In seltenen Fällen ist die Schleimhaut durch die Viren derart vorgeschädigt, dass Bakterien leichtes Spiel haben, sich in den Bronchien zu vermehren. Folgt auf eine Virusinfektion eine Infektion mit Bakterien, sprechen Ärzte laut der Techniker Krankenkasse von einer Super- oder Sekundärinfektion. Typische Anzeichen hier für sind, wenn sich die Farbe des Auswurfs von weiß zu gelb-grün ändert und rasselnde Atemgeräusche auftreten. Eine Superinfektion kommt bei rund fünf bis 10 Prozent der Betroffenen vor. Es sollte auch hier ein Arzt aufgesucht werden, um möglicherweise die Entstehung einer Lungenentzündung auszuschließen.

Behandlung von akuter Bronchitis dank natürlichen Hausmitteln

Tritt die akute Bronchitis im Rahmen einer Erkältung auf, verschwindet sie normalerweise von selbst und hat keine Folgen. Auch muss sie nicht zwingend behandelt werden und Medikamente sind nicht unbedingt nötig. Bettruhe und Geduld sind in vielen Fällen die beste Medizin.

Thymian Tee gegen Husten

Einige empfinden heißen Tee mit Thymian, Salbei oder Ingwer sowie Brühe als wohltuend. Trinken Patienten mit akuter Bronchitis viel, kann sich dadurch der Schleim verflüssigen und das Abhusten ist weniger unangenehm. Auch das Inhalieren mit Kamille oder einer Kochsalzlösung kann die Symptome lindern. Ein Honig-Zwiebel-Saft kann zudem den Hustenreiz beruhigen, was insbesondere nachts für einen erholsamen Schlaf von Vorteil sein kann. Allerdings ist auch hier wichtig, den Husten nicht gänzlich mit Honig oder Hustenblockern aus der Apotheke zu unterdrücken.

Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass es bislang keine ausreichende medizinische Untersuchung gibt, die belegt, dass Medikamente wie Hustenstiller, -saft oder -löser wirklich etwas bei der Behandlung von akuter Bronchitis bringen. Tritt Fieber als Begleitsymptom auf, können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol gegen die Gliederschmerzen helfen.

Diagnose von akuter Bronchitis: Fragen und Abhören beim Arzt

Viele Ärzte verschreiben allerdings Antibiotika. Das ist meist unnötig und wirkungslos. Denn handelt es sich um eine unkomplizierte Bronchitis, also ausgelöst durch Viren, kann die Einnahme von Antibiotika nichts ausrichten. Dies ist nur bei einer bakteriell bedingten Bronchitis notwendig.

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Um herauszufinden, ob es sich bei dem Patienten um eine Bakterien- oder um eine Virusinfektion handelt, wird oft eine Blutuntersuchung oder ein Abstrich im Rachen gemacht. Auch Fragen zum Krankheitsverlauf und die Beschreibung der Symptome können dem behandelnden Arzt Aufschluss für die richtige Diagnose bieten.

Die körperliche Untersuchung erfolgt mit Abklopfen und Abhorchen des Brustkorbs mittels eines Stethoskops. Zusätzlich werden auch die Lymphknoten am Hals abgetastet sowie die Ohren, Nasen-, Mund- und Rachenraum untersucht. Einige Ärzte messen auch Fieber und den Blutdruck.

Akute Bronchitis: Tipps, wie man der Entzündung der Atemwege vorbeugen kann

Laut der Information des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit gehen pro Jahr etwa fünf von 100 Menschen wegen einer akuten Bronchitis zum Arzt. Doch gerade im Herbst und Winter, wenn die Zeit der Erkältungen anbricht, gibt es einige Dinge, die helfen können, sich vor einer Infektion zu schützen und einer akuten Bronchitis vorzubeugen.

Generell ist ein gestärktes Immunsystem weniger anfällig für Infektionskrankheiten. Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Aktivität steigern unter anderem die Abwehrfunktion des Körpers auf natürliche Weise. Ob diese Maßnahmen jedoch speziell auch vor einer Entzündung der Atemwege schützen, ist wissenschaftlich noch nicht belegt.

Während der Erkältungszeit kann man durch eine gute Hygiene ebenfalls einer Ansteckung vorbeugen. Regelmäßiges Händewaschen, in die Armbeuge niesen, sich nicht ins Gesicht fassen sind ratsame Tipps ­ die, die meisten aufgrund der Corona-Pandemie inzwischen besser denn je verinnerlicht haben dürften, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

Quelle: red, Bild: Depositphotos: motortion, AndrewLozovyi, Nikolay_Donetsk, Autor: Lisa Bender