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Sexfasten
Enthaltsam dank Sex Fasten

Enthaltsam dank Sex Fasten - Der neue Trend zum glücklich sein

40 Tage kein Sex klingt unvorstellbar. Dennoch steht der Verzicht auf Sex bei Männern wie auch bei Frauen auf der Fastenliste. Bis Aschermittwoch kein Orgasmus, muss keine Flaute im Bett oder den Verlust der Libido bedeuten. Sexfasten kann glücklich machen.

Die sexuelle Revolution ist vorüber, beim Thema "Sex" gibt es kaum noch Tabus. Medial sind Sexmarathons, Pornos und Superorgasmen allgegenwärtig. Dennoch steigt die Zahl derer, die freiwillig auf Sex verzichten. Kann Sexfasten glücklich machen? Ja. Der bewusste Verzicht auf Sex birgt auch einige ungeahnte Vorteile.

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Kein Sex als Alternative zu schlechtem Sex

Wer keinen Sex hat oder sportliche Höchstleistungen im Bett vorweisen kann, gilt gesellschaftlich schnell als Außenseiter, sexuell gestört oder im schlimmsten Fall als "Ladenhüter". Dabei gibt es genügend Gründe, warum eine sexuelle Auszeit weder unglücklich macht, noch eine Abwertung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zur Folge hat. Unabhängig davon, dass man sich einfach mal keine Gedanken machen muss über Verhütung, eventuelle Geschlechtskrankheiten, unrasierte Beine und wenig erotische Unterwäsche, gibt es eine Menge Alternativen zum klassischen Geschlechtsverkehr oder orgasmusfixierten Sex. Eine zeitweise Enthaltsamkeit bewirkt häufig eine bewusstere Wahrnehmung seiner Selbst, seiner Wünsche und Bedürfnisse. Sex ist in der Regel Ablenkung vom Alltag und entspannt. Die Zahlen verraten aber leider etwas anderes. Weniger als 50% aller Frauen haben beim Sex einen Orgasmus und empfinden den Geschlechtsakt als "missratene Veranstaltung". Grund dafür ist unter anderem Leistungsdruck, auch im Bett.

Kein Sex als Alternative zu schlechtem Sex

Der Verführung zu Widerstehen ist auch eine Wohltat für das Selbstbewusstsein

Sex Fasten ist Selbstbestimmung

Eine sexuelle Auszeit verändert oft die Wahrnehmung. Gerade in Partnerschaften kann Sinnlichkeit wieder bewusster gelebt werden. Wann haben sie ihrem Partner das letzte Mal tief in die Augen geschaut und mit Blicken verführt? Der Verführung zu Widerstehen ist laut Ulrich Clement, Paartherapeut in Heidelberg, auch eine Wohltat für das Selbstbewusstsein. Man begibt sich demnach nicht in eine Opferrolle sondern ist "Herr seines Wollens". Enthaltsamkeit und der Erfolg über die eventuellen Verlockungen zu "siegen" kann triumphvirale Gefühle hervorrufen. Gleichzeitig wird das Hinauszögern und die Vorfreude oft als Genuss empfunden.

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Nähe und Ruhe durch sexuelle Enthaltsamkeit

Berührungen oder Massagen werden beim Sexfasten ganz anders wahrgenommen

Nähe und Ruhe durch sexuelle Enthaltsamkeit

Verlässt man für die Fastenzeit die Pfade des "normal" folgenden Sex und Orgasmus beim Austausch von Zärtlichkeiten, schaffen Strei­chel­einheiten um ihrer selbst Willen, plötzlich innere Ruhe. Mit der fehlenden Zielorientierung werden sanfte Berührungen oder Massagen ganz anders wahrgenommen. Der Druck fällt ab, der Körper entspannt, mental finden wir in die eigene Mitte. Die beiden alternativen Sexual­berater Ralf Lieder und Anke Felice Pospiech kommen nach Vergleich mehrerer Studien zu dem Schluss, dass orgasmusfixierter Sex bei Paaren sogar zu Entfremdung führt. Entsprechend unserer genetischen Program­mie­rung, deren Hauptziele die Fortpflanzung und gesunder Nachwuchs sind, ist die emotionale Entfremdung nach einem Gipfelorgasmus quasi gewollt. Erbgut soll gestreut werden und im Sinne der genetischen Vielfalt wird nach erfolgreichem Geschlechtsverkehr sofort wieder nach einem neuen Partner Ausschau gehalten. Demnach sind alternative Sexpraktiken ohne Höhepunkte oder Auszeiten wie Sexfasten für eine dauerhaft stabile Beziehung ein wesentlich höherer Garant wie ständige Superorgasmen. 

Sex-Fasten führt also weder zu tiefen Depressionen, noch mutiert man zu einer verdörrten Pflaume mit gestörter Libido. Bestenfalls wird das Repertoire der Sexpraktiken erweitert in Richtung Soul Sex oder im Akt der Selbstfindung neue Interessen zur Stressbewältigung gefunden. Glücklich kann man auf jeden Fall mit, aber auch ohne Sex werden.

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    Quellen: Bilder: Depositphotos/DirmaGavrish, stockasso, SergKovbasyuk, Text: Tine Esser