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Schaden Kaugummi kauen unserer Gesundheit?
Gift in Lebensmitteln

Kaugummis: Heute schon auf Kunststoff gekaut?

Kaugummis bestehen zu einem Großteil aus Kunststoffen, also letztlich aus Erdöl-Produkten. Auf der Verpackung stehen zwar zahlreiche Komponenten, über die genaue Zusammensetzung müssen uns die Hersteller aber nicht einmal informieren. Schaden die Kaugummis unserer Gesundheit?

Kauen Sie gerade einen Kaugummi? Ja?  Dann kauen Sie in diesem Moment auf dreckigem Erdöl, verfeinert mit ein paar künstlichen Zusatzstoffen, herum. Was genau das für Zusatzstoffe sind fragen Sie sich? Das kann zwar vermutet, nicht aber zur Gänze geklärt werden. Die Hersteller großer Marken wie Wrigley’s & Co berufen sich bei der Frage nach der genauen Zusammensetzung ihrer Kaugummis auf das Produktgeheimnis und machen nicht alle Zutaten öffentlich. Das ist zwar rechtens, verlangt dem geneigten Kaugummi-Kauer aber ein hohes Maß an Vertrauen ab. Muss man sich beim Kauf der nächsten Packung Sorgen machen? Und welche Alternativen gibt es?

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Ähnliche Substanzen wie in Klebstoffen

Wenn man sich eine Kaugummi-Verpackung genauer ansieht, dann stößt man dort auf eine Zutatenliste. Hier finden sich die künstlichen Zusatzstoffe, zu deren Aufzählung der Hersteller rechtlich verpflichtet ist. Die Kaumasse selbst gilt allerdings als Lebensmittelzutat und erlaubt es den Konzernen die Transparenz in diesem Zusammenhang zu verweigern. Man weiß, dass bei ihrer Herstellung heutzutage meistens synthetische Rohstoffe eingesetzt werden: Für den ‚Gummi‘-Bestandteil nutzt man künstliche Polymere, z.B. Polyvinylether (Polyvinylacetat) und Polyisobutene (Butylkautschuk) – mit ähnlichen Substanzen stellt man Klebstoff, Dichtungsmasse und Gummihandschuhe her. Das heißt im Klartext: Wir kauen erdölbasierten Kunststoff. Das ist nicht nur das Gegenteil von nachhaltig, die Geheimnistuerei lässt auch Fragen nach dem Gesundheitsrisiko der künstlichen Inhaltsstoffe laut werden.

Erdöl in Kaugummis?

Erdöl: Grundlage von Kaugummis

Sind Kaugummis giftig?

Man sagt den Kaugummis, insbesondere den zuckerfreien, ein reinigende Wirkung auf unsere Zähne nach. Viele greifen daher zum Kaugummi nach dem Essen, wenn gerade kein Spülbecken zur Hand ist. Dass die „Zahnreiniger“ dabei aber selbst aber alles andere als rein sind, belegen mehrere Studien. Zunächst wären hier die Phthalate zu nennen, die Weichmacher. Sie stehen im Verdacht gesundheitsschädlich zu sein. Eine österreichische Studie wies nach, dass bei Kaugummi-Kauern eine höhere Konzentration von Abbauprodukten der Phthalate zu finden ist als bei jenen, die keine Kaugummis kauen. Allerdings ist die Konzentration auch bei der regelmäßigen Nutzung von Make-Up, Haarfärbemitteln oder PET-Flaschen erhöht. Dann wären da noch die Antioxidantien: Das synthetisch hergestellte Butylhydroxyanisol (BHA) ist in Baby- und Kleinkindnahrung verboten, denn es soll hormonelle Eigenschaften haben und möglicherweise allergische Reaktionen auslösen. Kritisch müssen darüber hinaus die verwendeten Süßstoffe gesehen werden: In sehr vielen Kaugummis findet man das künstliche Süßungsmittel Aspartam (E951) – übrigens gerne auch in den Sorten, die angeblich zuckerfrei sind. Ob Aspartam ein Krebsrisiko fördert, gilt als umstritten, der Inhaltsstoff wird aber auch häufig in Verbindung mit Epilepsie, Asthma, Schlaflosigkeit und Diabetes gebracht. Besonders Allergiker sollten einen genauen Blick auf die Inhalts- und Zusatzstoffe werfen.

Aber warum sich diesem Risiko hingeben, wo es doch inzwischen Bio-Alternativen gibt?

Bio-Kaugummis als Alternative?

Wer auf‘s Kaugummikauen nicht verzichten will, sich dem gesundheitlichen Risiko aber nicht aussetzen möchte, der sollte auf bio setzen. Bio-Kaugummis ohne Erdöl gibt es zwar bisher noch relativ wenige, aber es gibt sie. Der erste ökologisch vertretbare Bio-Kaugummi stammt von der Marke „Chicza“: Er ist vegan, fair, zertifiziert und biologisch abbaubar. Für die Herstellung wird der Rohstoff Chicle verwendet, der aus dem Saft der Chicozapte Bäume gewonnen wird. Sie wachsen im unberührten Regenwald des südöstlichen Mexiko und stellen damit ein weiteres Argument für den Erhalt des Regenwaldes dar. In Chicle sind keine synthetischen Substanzen, dafür allerdings reichlich Zucker enthalten. Zudem hat er es bislang schwer, dem herkömmlichen Kaugummi geschmacklich die Stirn zu bieten – aber probieren Sie am besten selbst! Ein schlagendes Argument für den Bio-Kaugummi bleibt, dass er im Gegensatz zu Kunststoff-Kaugummis zu hundert Prozent biologisch abbaubar ist. Natur pur statt giftige Erdöl-Pampe.

Wenn man sich genauer mit den schwer zu buchstabierenden Inhaltsstoffen von Kaugummis auseinander setzt, wird schnell klar, dass die Hersteller allen Grund haben, den Verbraucher im Unklaren über die genaue Zusammensetzung zu lassen. Leider stehen natürliche Alternativen bislang nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung, um die künstliche Massenware zu ersetzen. Dennoch lohnt sich schon ein aktiver Blick in die Zutatenliste und wer auf nachhaltigen Kauspaß setzt, der probiert sich mal am Bio-Kaugummi!

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Quelle: Bild: depositphotos/doble.dphoto,KirsanovVal Text: Isabel Binzer