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Roher Fisch auf Papier
Ist die Überfischung noch auf zu halten?

Ist die Überfischung noch auf zu halten

Unbelasteter Fisch kann einen wertvollen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung leisten. Doch die Fischbestände schwinden immer mehr. Überfischung ist ein großes Umweltproblem. Wie also lassen sich Fischkonsum und Umweltschutz miteinander vereinbaren?

Fisch ist in der Ernährung vor allem als Proteinquelle geeignet. Etwa 50 bis 60 Prozent des täglichen Proteinbedarfs können mit einer Portion Fisch gedeckt werden. Daneben enthält Fisch weitere Nähr- bzw. Vitalstoffe wie z. B. Jod, Selen, Omega-3-Fettsäuren und wichtige B-Vitamine. Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, verzichten auf Fisch – ein solcher Verzicht ist grundsätzlich kein Problem, da es alternative Proteinquellen gibt.

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Doch in einigen Regionen der Welt, gerade im Süden, ist Fisch ein fester Bestandteil der Ernährung und für viele eine wichtige Einkommensquelle. Das Dilemma: Nach Angaben der FAO sind weltweit bereits mehr als 30 Prozent der Fischbestände überfischt. Rund 179 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden jährlich gefangen und gezüchtet. Vor allem die Fischzucht wächst rasant an, heute stammt rund die Hälfte an Fisch weltweit aus Aquakulturen, während z. B. im Jahr 1950 noch etwa 96 Prozent des Fisches wild gefangen wurden. Das Problem der Überfischung jedoch bleibt bestehen.

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Nachhaltiger Fischfang statt Überfischung

Überfischung

Überfischung bedeutet, dass mehr Fische gefangen (und konsumiert) werden als das natürliche „Nachwachsen“ der Meerestiere eigentlich ermöglicht. Bei der nachhaltigen Fischerei hingegen wird nur so viel Fisch gefangen, wie auch nachwachsen kann. Zum nachhaltigen Fischfang zählen noch weitere Aspekte. Beispielsweise darf nur auf bestimmten unsensiblen Meeresböden mit Grundschleppnetzen gefischt werden, damit die Böden nicht geschädigt werden. Auch müssen MSC-zertifizierte Fischereien unnötigen Beifang auf ein Minimum reduzieren, zum Beispiel durch saisonale Gebietsschließungen oder den Einsatz optimierter Fanggeräte. Der Schutz des Ökosystems Meer muss so gut wie möglich gewährleistet sein. Doch auch beim nachhaltigen Fischfang erreichen die Mengen an Wildfisch irgendwann eine natürliche Grenze. So wundert es nicht, dass weltweit immer mehr Speisefisch aus Aquakulturen gewonnen wird. Sofern Fischzuchten nachhaltig arbeiten und der Umwelt nicht schaden, können sie auch tatsächlich zu einer Schonung der Wildfischbestände beitragen. 

Aquakultur

Weltweit wird immer mehr Speisefisch aus Aquakulturen gewonnen

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Was können Verbraucher*innen gegen die Überfischung tun?

Als Konsument*in können Sie Ihren Fischkonsum auf ein- bis zweimal die Woche beschränken. Dies ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sind Sie im Restaurant oder an der Fischtheke, fragen Sie nach, woher der Fisch stammt. Ansonsten können Sie sich an folgenden Siegeln orientieren: Achten Sie bei Fisch aus Wildfang auf MSC-, aus Aquakultur auf ASC- und generell auf Bio-Siegel.

Etwa 15 Prozent des Wildfangs sind derzeit MSC-zertifiziert und etwa 2,5 Prozent tragen das ASC-Label. Das MSC-Siegel steht für „Marine Stewardship Council“ und markiert nachhaltige Fischereien, die regelmäßig kontrolliert und von unabhängigen Experten geprüft werden. Das ASC-Siegel steht für Aquaculture Stewardship Council. Fisch mit diesem Label stammt aus umweltverträglicher sowie sozial verantwortungsvoller Zucht.

Quellen: MSC, ASC  Bilder: Depositphotos/olhaafanasieva, piccaya, vladislavgajic, Pixinoo. Text: red