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Christstollen backen: Rezept und Geschichte
Christstollen selber backen

Einmaliger Genuss: Christstollen, der Weihnachtskuchen mit Geschichte

Weihnachtsstollen, Christstollen oder Schittchen – das 1330 in Naumburg erstmals urkundlich erwähnte, weihnachtliche Gebäck ist ein wahrer Gaumenschmaus in der Adventszeit. Zwar gibt es leichter herzustellende Leckereien für die Vorweihnachtszeit, aber alleine die dufterfüllte Küche nach dem Backen eines Christstollens ist den Aufwand wert. So gelingt die ursprüngliche Fastenmahlzeit des Mittelalters.

Wasser, Hefe und Mehl waren die einfachen Zutaten der ursprünglichen Fastenmahlzeit der Mönche. Doch mit der Zeit wurde dieser leckere Kuchen mehr und mehr verfeinert. Heute ist die Basis ein schwerer Hefeteig, der meist mit geriebenen Mandeln, Rosinen, Gewürzen, Zitronat und Orangeat verfeinert wird. Wohl am bekanntesten ist der Dresdner Christstollen, dessen Bezeichnung sogar als Marke eingetragen ist. Auch gibt es viele Varianten, die beim Mohnstollen anfangen und beim Rotwein- oder Champagnerstollen noch lange nicht enden. Dieses Rezept für einen Christstollen ist ein Traditionelles, so wie ihn Großmutter noch gebacken hat, richtig opulent und zum Beispiel ausschließlich mit Butter. Der Name Christstollen rührt übrigens daher, dass seine Form an das eingewickelte Christkind erinnern soll.

Die Zutaten für den perfekten Christstollen

Es sind schon einige Zutaten für den Stollen nötig, doch gerade die Vielfalt der Ingredienzien macht den unvergleichlichen Geschmack. Die Zutaten für zwei Stollen:

Hefevorteig:

1 Kg Mehl, 100 g Hefe, 50 g Zucker, 1 Tasse lauwarme Vollmilch

Zutaten für den Hefeteig:

500 g Butter (Süßrahm, weich/Zimmertemperatur), 100 g Zucker, 1 TL Salz, abgeriebene Schale von zwei Limetten, Mark 1 Vanilleschote, ½ TL Muskatblüte, 1 TL Kardamon, ½ TL Zimt, ggf. eine Tasse lauwarme Milch

Zutaten für den Stollenteig:

130 g gehackte Mandeln, 70 g geriebene Mandeln,500 g Rosinen und Korinthen (1 Tag in etwas Rum eingeweicht), je 100 g Zitronat und Orangeat (jeweils 1 Tag in Grand Manier eingeweicht), 1/8 l Rum (der klassische zum Backen mit 73 %). 1/16 Grand Manier. Nach dem Backen: 150 g zerlassene Süßrahmbutter und 80 g Puderzucker.

Christstollen backen: Rezept und Geschichte

Kneten, kneten und immer wieder kneten heißt die Devise beim Backen eines Christstollens. Und: Ruhen lassen an einem warmen Ort. (c) Thinkstockphotos

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Mut zur Backkunst: So gelingt der perfekte Stollen

Es sind einige Schritte nötig, bis der Christstollen zum wunderbaren Genuss wird:

Das Mehl für den Vorteig in eine Backschüssel sieben und in eine kleine Vertiefung am Rande die fein zerbröckelte Hefe geben. 50 g Zucker hinzugeben, die lauwarme Milch und mit etwas Mehl zu einem dicken Vorteig verrühren. Mit etwas Mehl bestäuben und an einem warmen Ort und mit einem Tuch zugedeckt 30 Minuten gehen lassen.

Nachdem der Vorteig des Christstollens gegangen ist, die Zutaten für den Hefeteig hinzugeben und kräftig durchkneten., Ggf. etwas lauwarme Milch hinzugeben, sollte der Teig zu fest sein. Anschließend den Christstollen-Teig zu einer Kugel formen und erneut 1 Stunde gehen lassen. Dann erneut kneten und eine weitere Stunde gehen lassen.

Den gegangenen Hefeteig erneut kurz durchkneten, auf ein Backbrett geben und mit den restlichen Zutaten für den Christstollen zu einem Teig vermengen und so lange in einer Backschüssel kneten bis sich der Teig gut von der Schüssel löst. Bei Bedarf etwas Mehl hinzugeben. Anschließend erneut eine Teigkugel formen und in einer abgedeckten Schüssel eine Stunde gehen lassen.

Nun nochmals kurz kneten, den Teig in zwei Teile schneiden und hieraus zwei Stollen formen, die nun ein letztes Mal 30 Minuten gehen sollten.

Hiernach die beiden Stollen auf ein gebuttertes Backblech geben und bei 160 Grad im vorgeheizten Backofen 50 – 60 Minuten goldbraun backen lassen. Tipp: Die Christstollen sind dann fertig, wenn sie den Holzstäbchentest bestehen und kein Teig beim Einstechen etwa anhaftet.

Den noch heißten Stollen mit der zerlassenen Butter bestreichen und den Puderzucker darüber geben.

Bis zum nächsten Tag auf dem Backblech ruhen lassen, luftdicht einpacken und am besten an einem 10 – 15 Grad kühlen Ort mindestens eine Woche ruhen lassen. Fertig ist der wunderbare Christstollen, der, selbstgemacht, ohne jegliche chemischen Zusätze daherkommt und lange hält!

Rezept entdeckt in „Familienschätze“ von Conny Marx.

Text: Jürgen Rösemeier