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Leergekaufter Supermarkt
Krisenernährung

Wie Corona die Nahrungsmittelversorgung verändert hat

Was macht die Corona-Krise mit der Nahrungsmittelversorgung? Dieser Frage hat sich James Wong von Follow the Food gewidmet. In einem Beitrag auf BBC World News gab es nun interessante Einblicke in seine spezielle Untersuchung.

James Wong lebt in England, wo bereits zu Beginn der Pandemie die Regale der Lebensmittelgeschäfte leergekauft wurden. Auch in Deutschland ließ sich der Ansturm auf Lebensmittel wie Nudeln, Mehl und Konserven beobachten. Leere Supermarktregale sind seit 2020 für fast jeden ein bekanntes Bild, das man sich vorher nur schwer vorstellen konnte.

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Doch das Supermarktregal ist nur die Endstation von Lebensmitteln, die einen langen Weg hinter sich haben. Was passierte bislang an den verschiedenen Stationen der Lebensmittelproduktion und -auslieferung? Wie wirkt sich eine globale Krise auf die Lebensmittelversorgung aus? Das sind wichtige Fragen, denen Follow the Food nachgegangen ist.

Leere Supermarktregale

Verschwendung und Lebensmittelmangel

Wong zeigt in seinem Feature auf, dass Landwirte in Afrika Schwierigkeiten bekamen, Samen zu beschaffen. Dass in den USA Tiere gekeult anstatt geschlachtet wurden und Milch im Abfluss landete. Und dass (laut Welternährungsprogramm) 73 Millionen Menschen in 36 Ländern während der Pandemie mit Lebensmittelmangel zu kämpfen hatten und immer noch haben. Während Länder wie England und Deutschland im Frühjahr eher Schwierigkeiten mit Hamsterkäufen und Logistikproblemen hatten, mussten Entwicklungsländer darum kämpfen, Ernten einzubringen und auf den Markt zu bringen. Dort kam es zu verheerenden Engpässen in der Produktion und Versorgung.

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Fehlende Saison- und Wanderarbeiter weltweit

Saisonarbeiter

Was sich allerdings auch in Europa bemerkbar machte, war der Mangel an Saisonarbeitern aufgrund von Sperren und Beschränkungen des grenzüberschreitenden Verkehrs. Saisonarbeiter aus dem Ausland übernehmen Jahr für Jahr vielerorts das Pflücken, Sortieren und Verpacken von frischem Obst und Gemüse. 2020 suchten Landwirte verzweifelt nach lokalen Arbeitskräften, um die krisenbedingte Lücke zu schließen. Andernorts, zum Beispiel in Indien, hatten Wanderarbeiter keine Erlaubnis, zur Arbeit anzureisen, sodass die Ernten kaum zu schaffen waren. Die Einschränkungen in der Lebensmittelbeschaffung waren weltweit spürbar.

Chancen und Lösungen für die Zukunft

Pflück-Roboter

Wong geht auch auf kreative Lösungen wie den Einsatz automatisierter „Pflück-Roboter“ ein – ob für Kiwis, Erdbeeren oder Salat. Solche wurden beispielsweise in Neuseeland und in den USA entwickelt. Allerdings sind neue technische Lösungen immer auch mit großen finanziellen Investitionen der Landwirte verbunden, was oft ein Hindernis darstellt. Als weitere Lösungen sieht James Wong regionalen Anbau und die Vermeidung bzw. Minimierung von Lebensmittelabfällen. Er plädiert für einen nachhaltigen und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln, insbesondere wenn andernorts Menschen verhungern.

Hier geht's zum Video: »Follow The Food Chain«

Quelle: BBC World News, Bilder: BBC Global News, Text: red