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Den Nachlass regeln
Den Nachlass regeln

Den Nachlass regeln: Wenn Familienmitglieder von einem gehen und Arbeit bleibt

Jeder von uns weiß, dass er eines Tages sterben wird. Man weiß auch, dass man nichts dagegen tun kann und wenig bis gar keinen Einfluss auf den Zeitpunkt hat. Und dennoch sitzt der Schock oft tief, wenn es denn so weit ist. Vor allem dann, wenn jemand aus unserem nahen Umfeld von uns geht.

Den ersten Schock verarbeiten

Wenn ein Angehöriger stirbt, kann das die unterschiedlichsten Reaktionen in uns auslösen. Je nach Typ und in welcher Beziehung wir zu demjenigen standen, werden Gefühle wie unerträglicher emotionaler Schmerz, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Einsamkeit oder auch Existenzangst ausgelöst. Die Liste ließe sich unendlich fortführen.

Oft stehen wir unter Schock, können und wollen nicht wahrhaben, was da passiert ist. Dies ist besonders stark ausgeprägt, wenn der Tod unerwartet und plötzlich kam. Aber auch wenn jemand schon lange an einer unheilbaren Krankheit litt oder suizidal war, ist das Eintreten dieses Zustandes kaum zu erfassen.

Es ist völlig verständlich, dass wir in den ersten Stunden oder Tagen wie gelähmt sind. Manche ziehen sich zurück, andere stürzen sich unter Leute oder lenken sich ab. Doch wenn es das nahe Umfeld betrifft, müssen wir uns eher früher als später neben all der Trauerarbeit auch mit lästigen aber wichtigen Aufgaben auseinandersetzen.

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Beerdigung

Alles möglichst schnell in Angriff nehmen und den Nachlass regeln

Allen voran steht in der Regel die Organisation der Bestattung. Ob klassisch-religiös oder alternativ-individuell: Hier wird klar, dass die Person wirklich von uns gegangen ist. Völlig benebelt vom ersten Schock, muss plötzlich ganz viel und am besten schnell organisiert werden. Doch so unerträglich uns diese Aufgabe während ihrer Ausübung erscheint – sie trägt bereits einen wichtigen Teil zur Trauerarbeit bei. Nicht nur die direkte Auseinandersetzung hilft uns, die Situation zu verstehen. Die zwangsläufig zu erledigende Arbeit lenkt auch ein bisschen ab.

Gehört man zu den direkten Erben, so bricht schnell ein großer Berg bürokratischer Arbeit über einem zusammen. Der Erbschein muss beantragt - und bezahlt - werden, das Testament beim Amtsgericht eröffnet werden. Ist man selbst sogar Testamentsvollstrecker, kommen weitere Aufgaben wie die Benachrichtigung aller Erben und das rechtmäßige Verteilen des Nachlasses zu.

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Den Nachlass regeln

Haus oder Wohnung ausräumen

Oft geht mit dem Tod das Ausräumen eines Hauses oder einer Wohnung einher. Wer es emotional oder zeitlich gar nicht schafft und genug Geld hat, kann dafür natürlich ein Unternehmen beauftragen. Doch für die meisten von uns bedeutet dies einen massiven Einschnitt in unseren Alltag. Dennoch sollte man versuchen, es so schnell wie möglich zu erledigen. Denn ähnlich wie bei der Beerdigung ist auch das ein wichtiger Schritt bei der Trauerbewältigung.

Eine große Hilfe können hier Freunde, der Partner oder die eigenen Kinder sein. Durch ihn oder sie fühlt man sich weniger alleingelassen mit der Situation, hat etwas Ablenkung und eine Schulter zum Ausheulen, wenn beim Durchblättern des Fotoalbums plötzlich alles wieder hoch kommt.

Wenn das Gröbste geschafft ist, bietet sich für Kleinigkeiten ein Hauströdelmarkt an. Bei den Vorbereitungen visualisiert man, wie viel man schon geschafft hat und dass der Endspurt eingeläutet wird. Dies kann natürlich nochmal richtig schlimm im Herzen pieken - aber mit beistehenden Freunden und Bekannten tröstet doch die Vorstellung, dass Gegenstände des Verstorbenen ein neues schönes Zuhause finden und weiterhin in Ehren gehalten werden.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/vladi5909, photographee.eu, PBphotos, Text: Jasmine Barendt