1. Home
  2.  › Familie
  3.  › Eltern

Wohnen im Alter: Selbstbestimmung und flexible Betreuungsangebote

Überfüllte und überteuerte Pflegeheime, überfordertes Pflegepersonal in Seniorenresidenzen, lange Wartezeiten auf einen Platz im Altersheim: Nicht erst seit der demografische Wandel die Anzahl der alten Menschen in die Höhe schnellen und die medizinischen Fortschritte die Menschen weit über das Rentenalter hinaus fit sein lässt, suchen immer mehr „Best-Ager“ ab 50 Jahren eine preisgünstige und humane Alternative zum Wohnen im Altersheim: In Deutschland werden immer mehr Alters-Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhaus-Projekte gegründet.

Drei Generationen unter einem Dach. Heutzutage eine Win-Win-Situation für Jung und Alt ©iStockphoto

Drei Generationen unter einem Dach. Heutzutage eine Win-Win-Situation für Jung und Alt ©iStockphoto




 

Im Jahr 2050 wird nach Angaben des Sta­tis­tischen Bundes­amtes jeder Dritte 60 Jahre oder älter sein. Da steigt auch das Risiko, von Hilfe und Pflege abhängig zu werden. Heute unterstützen in erster Linie Ange­hörige den Großteil der Pflege­bedürftigen. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein: Es gibt zu wenig Nachkommen, weil die Geburten­zahlen sinken. Auf Dauer kann der Staat die Lücke nicht füllen. Man sollte daher recht­zeitig über neue Wohn- und Lebens­formen im Alter nachdenken, die ein selbst bestimmtes Leben zulassen und auch dann noch tragen, wenn Hilfe und Pflege nötig werden sollten.

Anzeige

Mit zunehmendem Alter spielt auch die Pflege eine zunehmende Rolle. Zuneigung und Vertrauen sind wichtige Faktoren ©iStockphoto

Mit zunehmendem Alter spielt auch die Pflege eine zunehmende Rolle. Zuneigung und Vertrauen sind wichtige Faktoren ©iStockphoto




 

Gemeinschaftliche Wohnprojekte

Das Angebot reicht vom groß angelegten Gemeinschaftsprojekt wie „Schloss Blumenthal“ über ein Mehrgenerationenhaus bis hin zur Plus-Wohngemeinschaft. In selbst organisierten, gemeinschaftlichen Wohnprojekten leben je nach Konzept nur ältere oder auch jüngere Menschen zusammen in einer Miet- oder Eigentumswohnung, einem Haus oder in einer Wohnanlage. In einer Wohngemeinschaft hat jeder Bewohner nur sein eigenes Zimmer. Bad, Küche und Gemeinschaftsraum nutzen alle. In der Hausgemeinschaft bewohnt jede Partei eine eigene, abgeschlossene Wohnung. Nur die Gemeinschaftsräume sind allen gleichermaßen zugänglich. Das Ideal des gemeinschaftlichen Wohnens ist die gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung im Alltag sowie im Krankheitsfall - wenn nötig mit Hilfe von ambulanten Diensten. Langfristig könnte sich aus einem solchen Modell eine selbst organisierte betreute Wohngemeinschaft entwickeln.

Wenn der Opa mit dem Kind einen Ausflug macht, bleibt auch mehr Zeit für Entspannung in Zweisamkeit ©Maria Teijeiro (Digital Vision)

Wenn der Opa mit dem Kind einen Ausflug macht, bleibt auch mehr Zeit für Entspannung in Zweisamkeit ©Maria Teijeiro (Digital Vision)





Text: Oliver Bartsch
Bilder: iStockphoto, Digital Vision
(Quelle: test.de, pluswgs.de)

Betreute Wohngemeinschaften und betreute Wohnanlage

In einer Betreuten Wohngemeinschaft oder Wohnanlage leben hilfe- oder pflegebedürftige ältere Menschen in einer barrierefreien Wohnung, einem Haus oder einer Wohnanlage zusammen. Jeder hat einen eigenen Wohn- und Schlafbereich. Das Alltagsleben spielt sich im Gemeinschaftswohnzimmer und in der Küche ab. Jeden Tag kommen Betreuer ins Haus, die die Gruppe beim Kochen, in der Haushaltsführung und bei Gemeinschaftsaktivitäten unterstützen. Ambulante Pflegedienste kommen nach Bedarf hinzu. Die Bewohner erleben einen möglichst normalen, selbstbestimmten Alltag und werden verlässlich betreut.

Betreute Hausgemeinschaften

Als Alternative zum herkömmlichen Pflegeheim hat „Das Kuratorium Deutsche Altershilfe“ (KDA) die Betreute Hausgemeinschaft entwickelt. In der Regel leben hier sechs bis zwölf Bewohner in einer Wohneinheit, die sich auf einem Grundstück oder in einem größeren Gebäude einer Heimanlage befindet. Die Bewohner werden in der familienähnlichen Gemeinschaft von Mitarbeitern des Heimes betreut und haben ein eigenes Zimmer. Für die KDA-Hausgemeinschaft gilt im Gegensatz zur Betreuten Wohngemeinschaft meist das Heimrecht. Das Konzept sieht ein von Hauswirtschaftskräften unterstützten normalen Wohnalltag vor.