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Der Leitfaden nachhaltiges Bauen hat eine ganzheitliche Sichtweise.

Leitfaden nachhaltiges Bauen: Für eine bessere Zukunft

Mit dem nachhaltigen Bauen wird angestrebt, den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes zu beachten, um umwelt- und sozialverträglich sowie ökonomisch zu bauen. Das beginnt bei der Rohstoffgewinnung bis zum Rückbau einer Altimmobilie. Im Leitfaden für nachhaltiges Bauen hat die Bundesregierung bereits 1998 damit begonnen, die Ziele festzulegen. Ein Einblick.

Der deutsche Begriff der «Nachhaltigkeit» geht auf die Forstwirtschaft zurück und wurde erstmals Ende des 18. Jahrhunderts schriftlich dokumentiert. Noch heute heißt es: «Wer einen Wald hegt, muss darauf achten, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst. Nachhaltigkeit bedeutet also, vom Ertrag zu leben, ohne die Substanz anzutasten.» Ziel ist es demzufolge, ein Gleichgewicht zwischen der Nutzung und Regeneration der vorhandenen Ressourcen zu erreichen; daran orientiert sich der Leitfaden nachhaltiges Bauen der Bundesrepublik Deutschland. Der Leitfaden für nachhaltiges Bauen dient mit seinen Grundsätzen als Orientierungshilfe für das moderne Bauen.

Leitfaden nachhaltiges Bauen: Die drei verschiedenen Dimensionen

Um das bauen nachhaltiger zu gestalten wurde ein Leitbild der Nachhaltigkeit formuliert, bei dem durch eine nachhaltige Entwicklung die Bedürfnisse der jetzigen Generation erfüllt werden sollen, ohne dabei die Möglichkeit späterer Generationen einzuschränken, ihre Bedürfnisse ebenfalls befriedigen zu können.

Aus diesem Handlungsprinzip ergeben sich vielfältige Anforderungen, die in folgende drei Kategorien als grundsätzliche Basis eines Leitfaden für nachhaltiges Bauen fungieren gegliedert sind:

  • Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit
  • Die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit
  • Die soziale und kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit

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Leitfaden nachhaltiges Bauen: Die Lebenszyklusbetrachtung

Gebäude, gleich, ob Wohn-, Gewerbe oder öffentliches Gebäude, werden in der Regel über sehr lange Zeiträume genutzt. Daher kann erst die Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus «von der Wiege bis zur Bahre», oder in Bezug auf das Gebäude gesehen, vom Rohstoff bis zur Abfallverwertung nach dem Abriss, Aufschluss über die tatsächliche Qualität eines Gebäudes geben.

Gemäß dem Leitfaden für nachhaltiges Bauen müssen alle Lebensphasen eines Bauwerks in Bezug auf deren Nachhaltigkeit untersucht werden. Letztlich ist die praktische Zielsetzung hierfür, eine hohe Gebäudequalität mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu haben.

Hinsichtlich der Baustoff- bzw. Bauproduktebene gliedert sich die Betrachtung eines Gebäudes gemäß dem Leitfaden für nachhaltiges Bauen in folgende Phasen:

  • Rohstoffgewinnung
  • Produktherstellung,
  • Errichtung,
  • Nutzung,
  • Instandhaltung,
  • Modernisierung,
  • Rückbau und
  • Recycling.

Zusätzlich zu berücksichtigen ist die Lebens- bzw. Nutzungsdauer eines Gebäudes.

Regenerative und ökologische Baustoffe verwenden ist nachhaltig.

Nachhaltig Bauen heißt unter anderem regenerative Energien und Baustoffe zu verwenden.

Die drei Dimensionen des Nachhaltigen Bauens

Der Leitfaden des nachhaltigen Bauens bezieht sich immer auf drei verschiedene Dimensionen diese sind:

  • Die ökonomische Dimension
  • Die ökologische Betrachtung
  • Die sozio-kulturelle Dimension

Bei der ökonomischen Dimension des nachhaltigen Bauens werden alle Kosten, von der Anschaffung oder Errichtung bis zu den Baufolgekosten betrachtet.

Bei der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit des Bauens wird eine Ressourcenschonung durch einen optimierten Einsatz von Baumaterialien und Bauprodukten wie eine nachhaltige Wärmedämmung  und eine Minimierung der Verbräuche von Wasser, Heizenergie, Strom sowie Abwasser angestrebt. Dieses diene gemäß Leitfaden nachhaltiges Bauen gleichzeitig der Minimierung von Umweltbelastungen aller Art.

Die sozio-kulturelle Dimension berücksichtigt neben den Fragen der Ästhetik und Gestaltung, insbesondere die Aspekte des Gesundheitsschutzes und der Behaglichkeit. Winterlicher wie sommerlicher Wärmeschutz tragen ebenso zur Behaglichkeit bei, wie beispielsweise der Schallschutz.

Leitfaden nachhaltiges Bauen konkret: Verbot Wärmeverbundsystem

Das beste Beispiel für die Umsetzung eines konsequenten Leitfaden für nachhaltiges Bauen gibt der Frankfurter Stararchitekt und Errichter des Frankfurter Openturms, Prof. Christoph Mäckler. Er spricht sich für das Verbot giftiger Wärmeverbundsysteme aus, jene handelsübliche Wärmedämmung, die eigentlich jeder Neubau und sanierte Altbau auf seiner Fassade hat. Der Grund: Diese Stoffe wie Styropor und Co. enthalten als Hauptbestandteil Erdöl und werden mit viel grauer Energie in der Produktion hergestellt. Mehr noch, bei einem Rückbau sind diese Materialien nur noch Sondermüll.

Wer mehr zum nachhaltigen Bauen wissen will, ist in unseren weiteren Artikeln zu ökologischen Dämmstoffen, zu Holzhäusern oder Holzheizungen und zu verschiedenen Hauskonzepten bestens Informiert.«Rubrik Bauen & Sanieren: Von der Dämmung bis zum fertigen Neubau oder der ökologischen Gebäudesanierung»

Text: Jürgen Rösemeier, Quellen: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung / www.nachhaltigesbauen.de
Und: Ökologisch-Bauen / www.oekologisch-bauen.info