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Zusammenhalt am Arbeitsplatz
Solidarität unter Frauen

Zusammenhalt und Frauenpower am Arbeitsplatz

Statt sich gegenseitig zu fördern und zu unterstützen, sind Frauen meist die härteste und fieseste Konkurrenz. Dabei ist längst klar, dass man für das Erklimmen der Karriereleiter erst einmal ein Netzwerk braucht, um die Missstände für Frauen ein für alle mal aus der Berufswelt zu schaffen. 

Solidarität unter Kolleginnen: Wie wichtig Zusammenhalt am Arbeitsplatz ist

Auch heute haben es Frauen arbeitsbedingt meist noch schwerer als ihre männlichen Kollegen. Sie verbringen täglich deutlich mehr Zeit als Männer mit unbezahlter Arbeit, wie Haushalt, Kümmern um Angehörige und Vereins- und Wohltätigkeitsarbeit. Das Arbeitsleben ist dabei häufig nicht auf diese Vereinbarkeit von Alltag und Beruf ausgelegt. Hinzu kommt der Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmer*Innen. All das sorgt dafür, dass Frauen überdurchschnittlich von Altersarmut bedroht sind. Auch Mobbing und Sexismus im Büro sind für viele Frauen nach wie vor trauriger Alltag.

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Nicht erst seit #MeToo ist bekannt, dass Männer ihre Macht nicht selten ausnutzen – jede vierte Frau wurde am Arbeitsplatz schon sexuell belästigt. Hinzu kommen Streitigkeiten unter Kolleginnen. Zickenkrieg, Stutenbissigkeit, Lästerschwestern, Tratschtanten - für Konkurrenzkämpfe unter Frauen im Büro gibt es eine Menge unschöne Beschreibungen. Viele Frauen blockieren mit ihrem Verhalten dabei nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Diese negativen Vibes führen vor allem zu einem: Stress. Und das hat negative Effekte auf die Qualität der Arbeit, aber auch auf das eigene Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Also, Schluss mit dem ständigen Ausbooten der Konkurrenz! Und zwar nicht nur für Ihre Mitstreiterinnen, sondern auch, weil Sie selbst davon profitieren:

1. Überdenken Sie Ihre Sichtweise auf Konkurrenz

Konkurrenz ist vor allem Eines: die Bestätigung Ihrer Leistung! Erkennen Sie dies an und nehmen Sie berufliche Rivalitäten nicht persönlich. Ein Kräftemessen mit einer Kollegin ist zudem eine gute Gelegenheit, um sich zu sortieren und seine eigenen Stärken und Schwächen zu analysieren. Auch hier gilt: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung! Wie oft haben Sie sich im letzten Meeting zu Wort gemeldet? Haben Sie in letzter Zeit  absichtlich die Schwäche einer Kollegin hervorgehoben um selbst besser zu erscheinen? Wie oft unterbrechen Sie Ihre Kollegen – und wie oft Ihre Kolleginnen?

Nehmen Sie Rücksicht auf Andere

Bei Konlfikten am Arbeitsplatz hilft es manchmal die Perspektive zu wechseln.

2. Seien Sie offen und ehrlich

Sprechen Sie Probleme mit Ihren Kolleginnen offen und ehrlich an. Sie haben Ideen, wie eine Mitarbeiterin effizienter arbeiten und so ihre Zusammenarbeit verbessern kann? Immer raus damit! Bleiben Sie respektvoll aber direkt. Eine professionelle Kollegin wird Ihren Rat zu schätzen wissen. Scheuen Sie keine Konflikte. Ein Meinungsaustausch muss nicht immer zu Konsens führen. Halten Sie auch eine Meinungsverschiedenheit aus, ohne diese persönlich zu nehmen oder nachtragend zu sein.

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Schließen Sie keine „Leidensgemeinschaften“ in welchen es vorrangig darum geht, Verständnis von den Kolleginnen zu erhaschen – etwa für die hohe Arbeitsbelastung oder den Ärger mit dem Ehemann. Seien Sie vielmehr im Gespräch mit ihren Kolleginnen aufrichtig interessiert und erwarten Sie nicht zu viel Verbindlichkeit von dieser Bürofreundschaft.

3. Erkennen Sie die Leistung Ihrer Kolleginnen an

Frauen fällt es oft schwer, anderen Frauen ihre Wertschätzung auszudrücken. Ihre Kollegin hat eine Situation mit dem Chef besonders gut gemeistert oder gerade eben wieder einen super Deal an Land gezogen? Machen Sie ihr Komplimente und drücken Sie aus, was Sie beeindruckt. Achten Sie zudem auf Ihre Sprache. Es mag profan klingen, aber Sprache hat einen großen Einfluss darauf, wie Sie und Ihre Mitstreiterinnen wahrgenommen werden. Den „Mädels von der Buchhaltung“ traut niemand große Ambitionen zu. Beschreiben Sie Ihre weiblichen Arbeitskolleginnen so, wie Sie auch über Männer sprechen würden. Ob „gebildet“, „motiviert“, „begabt“ oder „intelligent“ - zeigen Sie mit Ihrer Ausdrucksweise Respekt und es wird auch positiv auf Sie zurückfallen!

4. Fördern Sie sich gegenseitig

Frauen sollten sich gegenseitig inspirieren, herausfordern und vor allem fördern. Für den beruflichen Aufstieg braucht es nämlich vor allem eines: gute Kontakte. Denken Sie daher an Ihre Geschäftsfreundinnen, wenn Sie mal wieder einen Auftrag zu vergeben haben oder lassen Sie gezielt eine weibliche Mitarbeiterin den nächsten Vortrag halten. Jubeln Sie beim beruflichen Aufstieg der Kollegin anstatt hinter vorgehaltener Hand über sie herzuziehen. Und falls Sie selbst in der Chefetage sitzen: fördern Sie ihre talentierten Mitstreiterinnen und setzen Sie sich für die Belange weiblicher Angestellten ein. Unterstützen Sie Ihre Kolleginnen dabei, Ihre Doppel- und Dreifachbelastung unter einen Hut zu bekommen anstatt darüber zu lästern, dass ihr Kind schon wieder krank ist. Ob Voll- oder Teilzeit, ob Mutter aus Leidenschaft oder Karrierefrau – Ihr eigener Lebensentwurf sollte niemals als Maßstab für die Lebensentscheidungen Ihrer Kolleginnen gelten. Das ist gelebte Gleichberechtigung – und der erste Schritt für ein karriereförderndes Netzwerk unter Frauen.

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5. Verbünden Sie sich mit Kolleginnen

Wenn Sie als Frau aufsteigen wollen, sind Sie auch heute noch meist auf die Gunst männlicher Chefs angewiesen. Viele Frauen meinen deshalb, sich vermeintlich männliche Charakteristika wie Aggressivität oder Rücksichtslosigkeit aneignen zu müssen. Spielen Sie nicht mit bei diesem Spielchen und lachen Sie beispielsweise nicht, wenn der Chef sexistische Witze über eine Kollegin macht. Bleiben Sie loyal gegenüber Ihren weiblichen Kolleginnen und kämpfen Sie gemeinsam mit Ihren Mitstreiterinnen gegen Ungerechtigkeiten  im Berufsalltag. Frauennetzwerke in Unternehmen können dabei helfen, Probleme wie Sexismus oder Mobbing direkt anzusprechen. Zudem stärken solche Zusammenschlüsse den Zusammenhalt zwischen Ihnen und Ihren Kolleginnen und erleichtert zudem den Umgang mit Ihrer Konkurrenz.

Klar, wir müssen nicht die beste Freundin einer jeden Kollegin werden, nur weil sie eine Frau ist. Klar ist aber auch, dass Empowerment am Arbeitsplatz nur gelingen kann, wenn der Zusammenhalt unter uns Frauen wächst. Erst wenn wir uns gegenseitig mit einer Selbstverständlichkeit fördern und befördern wie es unsere männlichen Kollegen tun, schaffen wir es, auch ein frauenfreundliches Arbeitsklima zu schaffen. Denn eines ist sicher: Wir Frauen können richtig gute Karrieren hinlegen. Auch miteinander.

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Text: Dieser Artikel stammt aus der Redaktion des GoodJobs Magazins. GoodJobs ist das digitale Zuhause für nachhaltige und soziale Jobs und möchte so viele Menschen wie möglich für eine Karriere mit Sinn begeistern. Hier finden Jobsuchende ihren GoodJob der glücklich macht, weil er zu einem passt und die Welt ein Stück besser macht.

Quellen:, Bilder: Depositphotos/ Text: red

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