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Bio-Mode aus Baumwolle oder Schurwolle aus nachhaltiger Produktion.

Nachhaltige Kleidung: Modisch, gesund und fair produziert!

Was ist drin in unserer Kleidung? Werden die Rohstoffe nachhaltig erzeugt? Es gibt zwar Labels, die Sicherheit geben sollen, doch es gibt viel zu beachten, beim Kleider-Kauf. Gerade Baumwolle, unsere liebste zweite Haut, ist nicht immer nachhaltig. Was es zu beachten gilt, hat EcoTopTen untersucht.

Baumwolle ist einerseits unsere beliebteste Kleidungsgrundlage. Sie ist angenehm zu tragen, für jeden Modetrend der letzten Jahrzehnte einsetzbar und pflegeleicht. Andererseits ist der konventionelle Anbau alles andere als nachhaltig. Sie ist dann stark mit Pestiziden belastet sind. Zwar gehen die Zahlen zurück, aber noch vor 10 Jahren wurde im Baumwoll-Anbau noch mehr als 10 Prozent der weltweit eingesetzten Pestiziden verwendet Mit den verständlichen Folgen für Mensch und Umwelt. Auch ist der Wasserbedarf hoch. Doch Baumwolle wird häufig in regenarmen Gebieten angebaut. Eine künstliche Bewässerung ist daher nötig, die den Rohstoff Wasser in diesen Gebieten knapp machen kann.

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Kleidung aus Baumwolle: Kotrolliert und nachhaltig

Wird nicht maschinell geerntet, was aufgrund der unterschiedlichen Reifezeit der Baumwoll-Kapseln die Qualität beeinflusst und immer ein Kompromiss ist, dann werden zur manuellen Baumwoll-Ernte häufig Kinder eingesetzt. Der kontrolliert biologische Anbau von Baumwolle und Leinen - Kleidung und Stoffe sind mit dem Kürzel «kbA» versehen, wird vollständig auf die Verwendung von chemischen und synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Das schont die Gesundheit der Menschen, die auf den Plantagen arbeiten. Zudem gelangen keine Pestizide in die Umwelt.

Aber auch unsere anderen Kleidungsstücke aus Lieblings-Naturfasern wie Leinen, Seide, oder Wolle können stark Pestizid belastet sein. Zudem ist es auch hier problematisch, dass die Textilien immer häufiger in sogenannten Billig-Lohnländern produziert werden, vornehmlich im asiatischen Raum. Und dort sind in vielen Fällen ökologische und soziale Standards wie Mindestlöhne oder der Verzicht auf Kinderarbeit nicht garantiert. Zwar schicken viele Firmen Kontrolleure allein aus Imagegründen an die Produktionsstätten, aber das scheint oftmals keine Garantie, bei wiederkehrenden Medienberichten von Missständen.


Kleidung, gesund und Bio: Welche Labels sind zu empfehlen?)

Modische Kleidung kann auch Bio sein: Welche Labels zu empfehlen sind hat EcoTopTen überprüft.

Wird Seide als Bioseide produziert, dann werden die Seidenspinner mit Maulbeerblättern gefüttert, die von ebenfalls kontrollierten, biologisch arbeitenden Plantagen stammen. Auch hier kommen keine Pestizide oder gar Entlaubungschemikalien zum Einsatz. Die biologische Reinigung der Cocons ist aufwendiger und wird ohne giftiges Formaldehyd durchgeführt.

Auch Wolle bzw. Schurwolle gibt es längst in Bio-Qualität. Wieder müsste man fast sagen, denn noch vor Jahrzehnten gebe es keinerlei Pestizid-Einsätze. Die Tiere kamen auf die Weiden und wurden lediglich zum Scheren eingefangen. Die Verarbeitung der Schaf-Wolle geschah völlig chemiefrei. Das gewonnene Woll-Garn wurde naturbelassen oder mit Naturfarben gefärbt und zu Kleidung, Decken oder zu Stoffen verarbeitet. Bei der Produktion von Bio-Schurwolle wird auf die artgerechte Haltung und Fütterung geachtet sowie auf den Verzicht von Masthilfsmitteln. Die jeweiligen Tierarten sind an die Klima- und Lebensbedingungen ihres Lebensraums bestens angepasst. Bei mit dem Label «kbT» Schurwolle gekennzeichneten Kleidungsstücken und Stoffen wird beispielsweise konsequent auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet.

Aber es gibt Alternativen bei mehr und mehr Herstellern. Eine Übersicht von EcoTopTen nennt 30 Unternehmen, die entweder ganze Sortimente oder eine Spezialauswahl an Kleidung haben. Eine Liste aller von EcoTopTen geprüften Hersteller von Mode aus Bio-Rohstoffen und Detailinformationen finden Sie unter: EcoTopTen.

In unserem Artikel «Bio-Mode: Von trendy bis bequem» haben wir zusätzliche Anbieter im Internet empfohlen.


Quelle: www.ecotopten.de, Text: Jürgen Rösemeier

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