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Typische atlantische Sandlandschaften werden mit dem Förderprogramm in NRW und Niedersachsen unter Schutz gestellt
NRW & Niedersachsen

EU will Verlust der Artenvielfalt mit LIFE-Projekt stoppen

Mit dem länderübergreifenden LIFE-Projekt fördert die EU jetzt verschiedene Programme, die den Verlust wertvoller Naturräume mit ihrer Artenvielfalt endgültig stoppen soll. Typische atlantische Sandlandschaften werden mit dem Förderprogramm in NRW und Niedersachsen unter Schutz gestellt. 

Über 15 Millionen Euro stehen den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in den nächsten zehn Jahren zur Verfügung, um in der Atlantischen Region Deutschlands ursprüngliche Sandlandschaften wieder herzustellen oder typische Tierarten in ihrem natürlichen Vorkommen zu stärken. Zentrale Punkte auf der Projektagenda sind zum Beispiel vorhandene Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer zu optimieren bzw. zu renaturieren und zugleich die Bestände dort lebender Fokusarten, wie zum Beispiel Knoblauchkröte, Laubfrosch und Kammmolch abzusichern.

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In Ibbenbüren gab NRW-Umweltminister Johannes Remmel den Startschuss für das LIFE-Projekt und betonte in seiner Auftaktrede, "Der Erhalt der Biodiversität ist eine zentrale Aufgabe menschlicher Daseinsvorsorge und neben dem globalen Klimawandel, die große umweltpolitische Herausforderung unserer Zeit." Dabei wurde auch die neuartige gebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit gelobt, die nicht nur auf den Schutz von einzelnen Arealen abzielt, sondern ganze Regionen grenzüberschreitend umfasst. Um sich ein genaues Bild über den Status der Natur in der EU zu machen, wurden in allen europäischen Ländern Daten über den Zustand von Tierbeständen und Lebensräumen gesammelt und bewertet. Dabei wurde jedes Land in sogenannte "biogeografische Regionen"  aufgeteilt. Die Arten können somit in ihren charakteristischen Lebensräumen erfasst und ausgewertet werden. Deutschland ist in drei biogeografische Regionen aufgeteilt: die sehr kleine "alpine Region" im Süden des Landes, die größte "kontinentale Region" in der Mitte sowie die "atlantische Region" die den Nordwesten mit seinen Küstenzugängen und Sandlandschaften einnimmt.

Die Verantwortung für die geplanten Naturschutzmaßnahmen in der Atlantischen Region durch das LIFE-Projekt liegt bei den jeweiligen Umweltschutzministerien. Unterstützt wird die Umsetzung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) sowie durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Kammmolch

Das Projekt will typische Tierarten in ihrem natürlichen Vorkommen stärken, wie z.B. den Kammmolch

Im Fokus der Naturschutzmaßnahmen stehen folgende Tierarten:

   
Kreuzkröte Europäischer Laubfrosch
Knoblauchkröte Moorfrosch
Kleiner Wasserfrosch Kammmolch
Froschkraut Große Moosjungfer
Schlingnatter Zauneidechse

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Mit den geplanten Maßnahmen sollen folgende Lebensräume verbessert oder erweitert werden:

  • Trockene Sandheiden mit Besenheide und Ginster
  • Trockene Sandheiden mit Besenheide und Schwarzer Krähenbeere
  • Dünen mit offenen Grasflächen mit Silber- und Straußgräsern
  • Nährstoffarme, sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen
  • Nährstoffarme bis mesotrophe (= mit mittlerem Nährstoffgehalt)
    stehende Gewässer
  • Dystrophe (= nährstoffarme, huminsäurereiche und kalkfreie) Seen und Teiche
  • Feuchte Heiden des nordatlantischen Raumes mit Glockenheide
  • Trockene europäische Heiden
  • Formationen von Heide-Wacholder, auf Kalkheiden und -rasen
  • Artenreiche Borstgrasrasen
  • Lebende Hochmoore
  • Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
  • Übergangs- und Schwingrasenmoore
  • Torfmoor-Schlenken
  • Moorwälder

Bis 2020 hoffen alle Beteiligten darauf, in den FFH-Berichten die Verdoppelung an natürlichen Lebensräumen (Habitate) in der Atlantischen Region sowie einen verbesserten Schutzstatus für Tierarten um 50 Prozent verzeichnen zu können.

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Quellen: Bilder: Depositphotos/CreativeNature, kikkerdirk, Text: Tine Esser